Sonntag, Oktober 2, 2022
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Zwinger voll & veraltet: Tierheim stoppt Hundeaufnahme

Weil das Tierheim Mentlberg in Innsbruck an die Grenzen seiner Kapazitäten gestoßen ist, stoppt man nun die Aufnahme für Hunde. Doch die Zwinger sind nicht nur voll, sondern auch sanierungsbedürftig. Wegen steigender Kosten aufgrund von Inflation geraten jedoch die Pläne für ein neues Hundehaus ins Wanken.

Die starke Inflation trifft natürlich nicht nur Privatpersonen hart – auch Tierheime leiden doppelt unter den allgemeinen Teuerungen. Einerseits übersteigt die Haltung eines Haustiers plötzlich vielerorts das Budget der Halter und Halterinnen. Das bedeutet, dass Tierheime wie das Tierheim Mentlberg in Innsbruck momentan vermehrt Haustiere aufnehmen mussten, deren Besitzer und Besitzerinnen sich die Kosten nicht mehr leisten konnten. Laut dem ORF ist gleichzeitig auch die Anzahl der Interessenten stark zurückgegangen. Denn in finanziell unsicheren Zeiten können sich viele Menschen kein Haustier leisten. Momentan befinden sich 30 Hunde in Mentlberg, untergebracht in 23 Gehegen und Boxen. Damit stößt das Tierheim an die Grenzen seiner Kapazität. Deswegen musste man bis auf Weiteres die Aufnahme von Hunden stoppen – und das, obwohl der Strom an Notfellchen nicht abreißt.

Baustopp für neues Hundehaus?

Denn die Unterbringungsmöglichkeiten für Hunde bestehen seit über 50 Jahren und zeigen trotz sorgfältiger Instandhaltung natürlich Spuren der Zeit. Weil die Zwinger in Mentlberg deswegen nicht nur voll, sondern auch bereits dringend sanierungsbedürftig seien, habe das Tierheim Pläne für ein neues Hundehaus geschmiedet. Die nötigen Grundstücke, die Flächenwidmung und die Baubewilligung seien bereits vom Land abgesegnet worden, welches 600.000 Euro für den Bau zur Verfügung gestellt hatte. Im August hätten die Arbeiten beginnen sollen, doch dann schlug die Inflation zu. Plötzlich seien die Kosten für das Baumaterial auf ca. 1 Million Euro gestiegen. Diese Teuerungen wolle das Land Tirol nun nicht abdecken – doch dem Tierheim Mentlberg fehlt natürlich das nötige “Kleingeld”. Jetzt gerät das gesamte Projekt ins Wanken – denn wenn der Bau in diesem Jahr nicht beginnen kann, sind alle Zusagen und Genehmigungen nichtig.

Für Tierschutzverein-Obmann Christoph Lauscher sei es jedoch „notwendig und gerechtfertigt“, dass das Land die Mehrkosten trägt. Denn laut dem Tierschutzgesetz ist eigentlich das Land für beschlagnahmte, entlaufene und ausgesetzte Tiere zuständig, die in Mentlberg betreut werden. In angekündigten Gesprächen will man nun einen Plan erarbeiten, das Hundehaus mit den verfügbaren Budget trotzdem zu bauen. “Ich bin überzeugt, dass es im Sinne der Hunde und der Steuerzahler gelingen wird, eine artgerechte Unterbringung zu den veranschlagten Kosten zu bewerkstelligen”, so eine schriftliche Stellungnahme des zuständigen Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler.

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