Bio-Tattoo könnte Info-Chip bei Haustieren ablösen

by Verena Hauck
Eine Person im Labor vor einem Mikroskop steht für die Verarbeitung des Mikronadelarrays, das man für das Bio-Tattoo braucht.

Während man bei Haustieren schon seit mehreren Jahren auf Chip-Technologie setzt, werden gerade Nutztiere immer noch per Ohrmarke oder gar Brandzeichen gekennzeichnet. Diese Methoden sind jedoch nicht nur aus Tierschutzgründen stark bedenklich. Deswegen schlägt nun ein Forscherteam der Universität Tokyo eine alternative Methode zur Identifizierung von Nutz- und Haustieren vor: ein Bio-Tattoo. Diese Technologie ist nicht nur minimal invasiv und schmerzfrei, sondern auch biologisch abbaubar.

Das eigene Tier mit einem Identifikator auszustatten hat viele Vorteile. Denn wenn eine Fellnase oder Samtpfote entläuft und woanders aufgegriffen wird, kann man sich auf Hundemarken oder Katzenhalsbänder nicht immer verlassen. (Zumal besonders  Halsbänder für Katzen einige Risiken bergen.) Deswegen sind die meisten Hunde und auch Katzen heutzutage mit einem Mikrochip ausgestattet. Wird ein herrenloses Tier aufgegriffen, kann ein Tierarzt den Chip mit einem Lesegerät scannen und die Kontaktdaten des Besitzers unkompliziert auslesen. Der etwa reiskorngroße Mikrochip wird den Tieren minimalinvasiv unter die Haut gepflanzt. Der dabei entstehende Schmerz entspricht etwa einem Nadelpiekser bei einer Impfung oder Blutabnahme. 

Bei Nutztieren hat sich diese Methode jedoch noch nicht durchgesetzt. Für Pferde, Rinder, Schafe, etc. verwenden die meisten Besitzer weiterhin Ohrmarken oder sogar Brandzeichen, um ein Tier zu identifizieren. Beide Verfahren sind mit Schmerzen, Entzündungsrisiken der Wunden und im Falle der Marken auch Verlust durch Ausfallen oder Abreißen der Marken verbunden. Daher haben Forscher des Instituts für Industriewissenschaft der Universität Tokyo ein Verfahren entwickelt, um Haus- und auch Nutztiere in Zukunft schmerzfrei, simpel und langfristig mit einem Identifikator auszustatten. Ihre Lösung: ein Bio-Tattoo durch Mikronadeln.


Kein Schmerz, einfache Handhabung

Verfahren mit Mikronadeln sind bei uns Menschen bereits seit geraumer Zeit im Einsatz, zum Beispiel als Impfpflaster.  Dabei trägt man einen kleinen, meist centgroßen Sticker auf die Haut auf, und die Medikamente oder Impfstoffe gelangen schmerzfrei über die Haut in den Körper. Die Mikronadeln sind kürzer als einen Millimeter und damit quasi nicht spürbar. Für Tiere soll dasselbe Verfahren mit Tinte statt Wirkstoffen zur Anwendung kommen. Über ein Raster aus Mikronadeln kann man, ähnlich einem Matrixdrucker, individuelle Muster erstellen und als abbaubares Bio-Tattoo auf die Haut auftragen. 


Tests haben gezeigt, dass diese Muster selbst nach einem Monat immer noch klar erkennbar bleiben. Zudem ist die Lagerung und Applikation der Tattoo-Pflaster absolut sicher und simpel und ist auch durch Nicht-Tierärzten durchführbar. Damit stellt das Bio-Tattoo nicht nur für die Tiere, sondern auch für Landwirte und Tierbesitzer eine mögliche Revolution dar. 

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