Neues Futter? Futterumstellung wissenschaftlich erklärt

by Verena Hauck
Ein Hund vor einem vollen Nap wird von einer Lupe untersucht, die Darmbakterien während einer Futterumstellung zeigen.

Was passiert eigentlich genau während einer Futterumstellung? Und warum sollte man Hunden nicht von einem Tag auf den nächsten anderes Futter geben? Eine aktuelle Studie zur Darmflora von Hunden während der Futterumstellung gibt wertvolle Einblicke in die hündische Verdauung. Und Antworten auf alle brennenden Fragen zum Thema.

Wie bei den meisten Säugetieren arbeitet auch der Hundedarm mit Nährstoffen, Mikroben und deren Produkten zusammen, um eine gesunde Verdauung zu ermöglichen. Das bedeutet: Je nachdem, welches Futter ein Hund bekommt, produzieren Darm und Darmbakterien andere Stoffe. Bei einer Futterumstellung verändert sich dieses Zusammenspiel – und es können Probleme wie Durchfall oder Erbrechen entstehen. Besonders dann, wenn man plötzlich von einen Tag auf den anderen komplett anderes Futter gibt. 

Daher ist es empfehlenswert, das neue Futter über einen Zeitraum mehrerer Tage ins alte Futter zu mischen. Der Anteil des neuen Futters an der Gesamtportion sollte man von etwa 1/4 langsam auf 1/2 und dann 3/4 erhöhen – bis man schließlich nach ca. einer Woche bei einer vollen Portion des neuen Futters landet. Doch warum diese langsame Umstellung? Und wie lange dauert eine komplette Umstellung der Darmflora wirklich? Eine Studie der University of Illinois hat die Darmvorgänge nun genau erforscht. 

Wie lange dauert eine Futterumstellung?

Eine komplette Futterumstellung hat sich dann vollzogen, wenn sich eine neue Generation von Darmbakterien auf das neue Futter spezialisiert hat. Und Bakterien mit Spezialisierung auf das alte Futter ganz abgebaut wurden. Doch wie lange genau dieser Prozess dauert, war bisher sogar der Wissenschaft ein Mysterium; meist ging man von einer Woche aus. „Niemand hat [das] jemals genau getestet“, so Co-Autor der Studie Kelly Swanson. Ihr Forscherteam fand durch die genaue Analyse von Kotproben heraus, dass die Veränderung tatsächlich etwas schneller vonstatten geht: Innerhalb von zwei Tagen erzeugen Darmbakterien völlig neue Abbauprodukte aus der neuen Nahrung. Und binnen sechs Tage haben sich die Bakteriengemeinschaften im Darm verändert und wieder stabilisiert. Eine vorsichtige Beimischung des neuen Futters ins alte und eine graduelle Erhöhung der Dosis bis zur vollen Portion kann den Darm bei diesem Veränderungsvorgang unterstützen. Und hilft dabei, Bauchweh, Durchfall oder Flatulenzen beim Hund zu verhindern.

Welche Futterzusammensetzung ist am besten für Hunde?

Die Studie hatte jedoch auch eine weitere überraschende Erkenntnis: Wie eine ideale Zusammensetzung des Hundefutters die Darmtätigkeit zusätzlich unterstützen kann. Denn oftmals erhalten Hunde Futter, dass einen hohen Anteil an Protein und Fett enthält. Dabei sei laut Swanson ein guter Anteil an Ballaststoffen sehr wichtig für einen gesunden Darm. Ein toller Lieferant für Ballaststoffe, Vitamine und andere wichtige Nährstoffe ist zum Beispiel Gemüse oder Obst. Erfahren Sie hier, wie Sie den Hundenapf ganz leicht mit gesunden Beigaben pimpen könenn!


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