Tibetan Terrier (Hunderasse) – wuscheliger Wächter

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Der Tibetan Terrier ist ein freundlicher, ausgeglichener Genosse. / Foto: pixabay.

Als ehemaliger Hütehund ist der Tibetan Terrier – auch Tibet-Terrier, Tibet-Apso oder Tsang Apso genannt – ein menschenfreundlicher, wetterfester Begleiter durch Dick und Dünn. Heutzutage wird er fast ausschließlich als Begleithund gehalten.

Tibetan Terrier (Hunderasse) – Klassifikation FCI

FCI-Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde.
Sektion 5 – tibetische Hunderassen.
ohne Arbeitsprüfung
Ursprungsland: Tibet

FCI-Standardnummer: 209
Widerristhöhe:
Rüde: 36 – 41 cm
Hündin: geringfügig kleiner
Verwendung: Begleithund

Geschichte und Herkunft

Obwohl der Tibetan Terrier das Wort „Terrier“ im Namen trägt, war und ist er keineswegs ein Jagdhund. Ursprünglich wurde er in den tibetanischen Hochgebirgen als Hütehund eingesetzt, der die Viehherde bewachen, aber nicht treiben sollte – diese Aufgabe übernahm der „große Bruder“ Tibet-Mastiff, auch Do Khyi genannt. Allein einzelne Tiere, die sich von der Herde entfernen wollten, wurden von dem meist als kleines Rudel gehaltenen Tibetan Terriern zurückgetrieben. Da sich das Arbeitsgebiet des kleinen Hundes auf bis zu 4500 Höhenmeter befand, hat er sein langes, wetterfestes Haarkleid entwickelt. Die genauen Ursprünge der Rasse sind nicht bekannt, wahrscheinlich waren es Kloster- oder Hofhunde. Von Händlern, die nach und aus China reisten, wurden sie manchmal auch als Wachhunde eingesetzt.

Mitte der 1920er Jahre kamen die ersten Expemplare des Tibetan Terrier nach Europa. Die ersten beiden Tiere waren wahrscheinlich Geschenke an eine englische Ärztin, die in Tibet gearbeitet hatte – denn die wertvollen Hunde wurden in Tibet selten bis nie verkauft, sondern nur verschenkt. Die heutigen europäischen Linien gehen angeblich auf diese beiden Tiere zurück, deren Rassebezeichnung fälschlicherweise als „Tibetan Terrier“ und nicht als die korrekte Bezeichnung „Tibet-Apso“ oder „Tsang Apso“ eingetragen wurde. So kam der Tibet-Terrier zu seinem falschen Namen. 1930 wurde die Rasse vom Kennel Club of India anerkannt, ein Jahr später auch vom britischen Kennel Club.

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Der Tibetan Terrier ist ein aktiver und agiler Hund, der Spaß an der Bewegung im Freien hat. / Foto: pixabay.

Wesen und Charakter

Als ehemaliger Hüte- und Wachhund ist der Tibetan Terrier ein aufmerksamer und zuverlässiger Geselle, der jedoch über einen eigenen Kopf verfügt. Er ist intelligent und mutig, aber auch freundlich, gutmütig und niemals streitsüchtig. Bei konsequenter Handhabung lässt er sich gut erziehen, ist kinderlieb und anhänglich. Fremden gegenüber zeigt er erst Skepsis und hält Abstand, doch grundsätzlich schließt er gerne neue Freundschaften. Als Gebrauchshund, der an ein karges Klima gewöhnt ist, zeigt er Freude an der Bewegung im Freien, ist sehr wetterfest und generell mit einer robusten Konsitution ausgestattet.

Erscheinungsbild

Der Tibetan Terrier ist ein robuster, mittelgroßer Hund mit eher quadratischem Körperbau. Sie sind gut bemuskelt, kompakt und kraftvoll, sie bewegen sich zügig und mit gutem Vortritt. Die Augen müssen dunkelbraun sein, die Augenlider und Augenumrandung schwarz. Seine Hängeohren sind V-förmig und hoch an den Seiten des Schädels angesetzt. Die Rute ist mittellang, hoch angesetzt und wird üblicherweise eingerollt über dem Rücken getragen; ein Knick nahe der Rutenspitze kommt häufig vor.

Aufgrund des rauen Klimas ihrer Heimat hat der Tibetan Terrier ein doppeltes Haarkleid entwickelt: Die Unterwolle ist fein und wollig, um den Hund vor Kälte zu schützen, das Deckhaar ist lang, üppig und fein, es darf glatt oder gewellt sein. Lockige oder seidige Haarstrukturen sind nicht erwünscht. Prinzipiell ist jede Farbvariantion bis auf schokoladen-leberbraun oder Merle erlaubt, am häufigsten sieht man jedoch die Farben weiß, gold, creme, grau oder rauchfarben, und schwarz; auch zwei- und dreifarbige Tibetan Terrier sind häufig anzutreffen. Die Ohren und der Kopf sind reichlich mit langen Haaren bestückt, charakteristisch ist auch der Bart am Unterkiefer.

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Lange Haare müssen nicht sein! Mit dem richtigen Haarschnitt schaut Hund schon ganz anders aus! / Foto: pixabay.

Wusstest du, dass der Tibetan Terrier...

… in Tibet ein Glücksbringer war?

Wer seinen Freunden oder Nachbarn etwas Gutes tun wollte, schenkte ihnen dem alten Volksglauben nach einen Tibetan Terrier – denn diese Tiere wurden mit Glück und Gesundheit assoziiert. Wer einen Tibetan Terrier verkaufte oder gar misshandelte, der brachte Pech und Unglück über sich. Somit wurden die kleinen Hunde stets mit Respekt und Wohlwollen behandelt.

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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