Freitag, September 30, 2022
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Risiken – Urlaubsliebe auf vier Beinen

Sonne, Meer und Strand – und die Liebe auf den ersten Blick? Die Entscheidung, die Urlaubsliebe auf vier Beinen mit nach Hause zu nehmen, ist oft schnell gefällt. Aber nicht immer wohl durchdacht. Denn die Belastung einer langen Reise ist mitunter groß, und Infektionskrankheiten ein nicht zu unterschätzendes Risiko.

Es ist oft schnell um einen geschehen, wenn der Streuner im Urlaub nicht mehr von der Seite weicht. Einfach einpacken und ab mit ihm in das Flugzeug? Ganz abgesehen davon, dass es sehr wohl überlegt sein sollte, ob der treuherzige Vierbeiner dann auch im Alltag Platz findet, müssen auch weitere Risiken bedacht und dürfen vor allem nicht unterschätzt werden.

„Der Reisestress kann latente Infektionen zum Ausbruch bringen“, so Michael Leschnik von der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Ein „oftmals unbekannter und unglaubwürdiger Impfstatus“ sei zudem keine Seltenheit, „Impfungen und Entwurmungen müssen dann wieder bei Null begonnen werden“, erklärt Leschnik und gibt auch folgende Punkte zu bedenken:

Belastender Reisestress

Ein unbekannter Hund kann sich in seiner gewohnten Umgebung sehr freundlich präsentieren, ganz anders möglicherweise nach einer stressigen Reise.

Krankheitsrisiko

Unbekannte Infektionskrankheiten und teilweise Zoonosen – die auch auf den Menschen übertragbar sind – können nach Hause verschleppt werden und dazu beitragen, dass ehemals importierte Infektionserreger und auch Überträger wie Mücken und Zecken in Österreich heimisch werden.

Test

Die Urlaubsliebe auf vier Beinen sollte vor Ort zumindest auf Dirofilariose, Wurmbefall (Kotuntersuchung), Ehrlichiose und Leishmaniose getestet werden. Zusätzlich sollte das Tier ein Präparat gegen Flöhe, Zecken und Mücken bekommen, damit auch diese Ektoparasiten nicht eingeschleppt werden. (Frische Infektionen können mit den meisten Tests allerdings nicht gleich erkannt werden, daher müssen dieselben Tests unter Umständen drei bis sechs Monate später wiederholt werden)

Behandlung

Die meisten Erkrankungen sind behandelbar, aber teilweise mit großem Aufwand. Manche Infektionskrankheiten verlaufen unerkannt allerdings tödlich.

Einschleppungsrisiko

Das Risiko ist derzeit sehr hoch, das gilt auch für Infektionserkrankungen, die wir zwar schon lange kennen und die Hunde auch dagegen impfen (z.B. Staupe und infektiöse Hepatitis). Bei illegalen Importen besteht auch ein Risiko,  Tollwut einzuschleppen. Auch aus Nachbarstaaten werden derzeit viele Tiere mit Dirofilariose importiert.

Finanzielle Frage

Generell sind Importhunde als wesentlich teurer zu betrachten was die tierärztliche Versorgung und Abklärung betrifft.

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