Schrecken nach Urlaub in Hundepension

Ein Shih-Tzu schläft mit geschlossenen Augen auf einem Teppich.
Hätte der Pensionsbesitzer die Entzündung rechtzeitig entdeckt, hätte man Rockys Augenlicht vielleicht noch retten können. / Symbolbild: pixabay.

Hund Rocky sollte während der Geschäftsreise der Familie eigentlich gut aufgehoben sein in der Hundepension, doch als die Besitzer den Shih Tzu entgegennahmen, war er in schlechtem Zustand. Kurz darauf verlor er sein Augenlicht.

Wie der Kurier berichtete, kam es letzte Woche zu einem schrecklichen Zwischenfall in einer niederösterreichischen Hundepension. Familie A. hatte ihren einjährigen Shih Tzu-Rüden Rocky für neun Tage in dem Hundehotel abgegeben, weil sie aus geschäftlichen Gründen verreisen mussten. Bekannte hatten ihnen das Etablissement empfohlen. Als sie ihren Hund am Samstag abholten, war dieser jedoch alles andere als wohlauf: „Er war in einem schrecklichen Zustand, er hatte eine Entzündung im Genitalbereich und beim Auge“, erzählte die Besitzerin im Kurier-Interview. Die Augenentzündung verlief leider so schlimm, dass der Augapfel am Dienstag entnommen werden musste. Nun wolle die Wiener Familie gegen den Pensionsbesitzer rechtlich vorgehen, denn „er ist eine Gefahr für andere Hunde“. Erst nach vier Tagen sei dem Betreiber die Entzündung aufgefallen – mehreren Tierärzten zufolge hätte man Rockys Augenlicht aber retten können, wenn schneller gehandelt worden wäre.

Bedauern, aber keine Schließung

„Ich habe die Verletzung erst am Freitag gesehen und dramatisch unterschätzt. Es tut mir unendlich leid“, bedauerte der 65-jährige Betreiber der Hundepension. Er gesteht seine Schuld vollends ein, wolle sein Geschäft, dass er im Frühjahr 2019 eröffnete, jedoch weiter fortführen. Er kann sich nicht erklären, wie Rocky sich unter seiner Obhut verletzt haben könnte. Rocky wäre sein einziger Übernachtungsgast gewesen, er sei die ganze Zeit bei ihm geblieben. Er war es auch, der den Amtstierarzt schließlich über den Vorfall verständigt habe. Sein Betrieb unterliege außerdem regelmäßiger Kontrollen, und Beanstandungen hätte es noch niemals gegeben. „Die Familie liebt den Hund über alles. Ich verstehe alle Emotionen, aber erpressen lasse ich mich nicht“, zeigt sich der 65-Jährige entschlossen. Familie A. habe daher nun einen Rechtsanwalt eingeschaltet – es gehe dem Ehepaar darum, „andere Hunde zu schützen“. Alles Weitere wird eventuell vor Gericht geklärt werden müssen.