Jedes Jahr müssen sie einen Hund abgeben!

Zwei schwarze Hunde sitzen in einem Karton.
Wie viel Platz braucht ein Hund zum Leben? Das entscheidet u.a. jede Stadt selbst. / Symbolfoto: unsplash.

Wie viel Platz braucht ein Hund zum Leben? Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Doch nach einer Verfügung des Landratsamtes lautet die Antwort wohl, dass sieben Hunde für einen Haushalt zu viele sind. Bis 2025 muss die Familie nun jedes Jahr einen Hund abgeben, bis nur mehr drei übrig sind. Die Besitzerinnen sind aufgebracht und ratlos.

Wie viele Hunde auf wie viel Raum gehalten werden dürfen – dafür gibt es nicht wirklich eine klare Regelung. Abseits der Mindestanforderungen zur tierschutzkonformen Hundehaltung und dem „bauplanungsrechtlichen Rücksichtnahmegebot“ dürfen im Falle einer Beschwerde nämlich Städte und Kreise den Einzelfall bewerten. Laut der Bild-Zeitung habe nun ein Ehepaar aus Esslingen in Baden-Württemberg mit einem Bescheid des Landratsamtes zu kämpfen. Sie leben zusammen mit sieben Fellnasen (drei Bearded Collies, zwei Schweizer Schäferhunden und zwei Mischlingen) in einer 115-Quadratmeter-Doppelhaushälfte mit Garten. Nachdem sich Nachbarn über die vielen Hunde beschwert hatten, verfügte das Land: Auf dieser Fläche dürfen maximal drei Hunde gehalten werden. Der Haushalt habe bis 2025 Zeit, jedes Jahr einen Hund abzugeben, bis diese Maximalgrenze erreicht sei. Die beiden Hundebesitzerinnen sind fassungslos: „Aber die Hunde sind wie unsere Kinder. Die muss man doch auch nicht abgeben, wenn die Wohnung zu klein geworden ist!“

Gegenwehr zwecklos

Das Paar schaltete einen Rechtsbeistand ein, um ihre sieben Fellnasen behalten zu können – jedoch ohne Erfolg. Es gebe keinerlei Möglichkeit, den Bescheid abzuwenden. Laut der Bild-Zeitung verkündete Andrea Wanner, Pressesprecherin des Landratsamts Esslingen: „Wir haben eine Lösung gesucht, wie die Hundebesitzerinnen auf verträgliche Art und Weise auf die Anzahl von drei Hunde kommen.“ Diese sehe vor, dass kein Tier in einem Jahr abgegeben werden müsse, sollte einer der Hunde versterben. Das ist nur ein schwacher Trost: „Sollen wir jetzt hoffen, dass pro Jahr einer unserer Hunde stirbt?“, entrüstet sich die Hundebesitzerin. Weil bei Nichteinhaltung Bußgelder oder sogar die Abnahme der Hunde die Folge sind, bleibt dem Ehepaar nun nichts anderes übrig, als sich der Verfügung zu beugen. Ihre Hunde wollen sie jedoch nicht aufgeben – lieber suchen sie nach einem großeren Grundstück mit hundefreundlichen Nachbarn.