Horror-Tierversuchslabor LPT Mienenbüttel soll Tierschutzzentrum werden?

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Die "SOKO Tierschutz" brachte die furchtbaren Zustände im LPT in Mienenbüttel ans Licht. / Youtube (Soko Tierschutz / Cruelty Free International).

Wegen „verantwortungslosem Handeln der Betreiber und den unhaltbaren Zuständen“ wurde dem LPT-Standort Hamburg-Neugraben im Februar 2020 die Haltung von Versuchstieren untersagt. Nun soll das Gelände angeblich zu einem Tierheim umgestaltet werden. Erfolgsstory oder PR-Aktion? Tierschützer bleiben skeptisch.

Es waren Bilder einer versteckten Kamera, welche den deutschen Standorten des LPT (Laboratory of Pharmacology and Toxicology) scharfe Kritik auf internationalem Niveau einbrachte. Bereits 2019 veröffentlichte die „SOKO Tierschutz“ das Videomaterial, auf dem die horrenden Zustände zu sehen sind. Das Entsetzen war groß. Sogar Jane Goodall, Pionierin der Primaten-Verhaltensforschung und Anthropologin, äußerte sich in einer Stellungnahme zu dem verstörenden Videomaterial. Daraufhin wurde die Betriebserlaubnis für das LPT Mienenbüttel im Jänner 2020 von den deutschen Behörden widerrufen. Im Februar folgte ein Entzug der Tierhaltungserlaubnis für den LPT-Standort Hamburg-Neugraben. Der deutsche Tierschutzbund organisierte eine Rettung der verbliebenen Versuchstiere. Diese wurden erst in Tierheimen untergebracht  und später in artgerechte Privathaltung weitervermittelt.

Neue Pläne für LPT Mienenbüttel?

Lange Zeit war nicht klar, wie es mit dem LPT Mienenbüttel weiteregehen sollte. Nun sind neue Pläne mit dem Gelände ans Licht gekommen: Laut Focus soll der neue Geschäftsführer Thomas Wiedermann mit zwei bisher nicht namentlich genannten gemeinnützigen Organisationen in Kontakt getreten sein. Beide Organisationen sollen sich „ausschließlich dem Wohl der Tiere widmen und nicht gemeinsam mit Tierrechtlern gegen Forschungseinrichtungen agieren.“ In Zusammenarbeit will man aus dem ehemaligen Horror-Labor ein Tierheim machen. 200 Hunde und Katzen in Not sollen am früheren Schauplatz des Tierleids Unterkunft finden, große Umbauten seien nicht notwendig. Von Seiten der zuständigen Behörden hätte es bereits eine schriftliche Zustimmung zu dem Projekt gegeben. Eine Ankündigung der genauen Pläne werde es noch dieses Jahr geben.

Skepsis unter Tierschützern

TierschützerInnen begegnen den neuen Plänen mit großer Skepsis. Es könnte sich um eine reine PR-Kampagne handeln, die den katastrophalen Ruf des LPT-Konzerns retten soll. „Das klingt stark nach Greenwashing und kann gut ein Ablenkungsmanöver sein“, sagte „SOKO Tierschutz“-Sprecher Friedrich Mülln in einem Statement. „Denn solange nicht klar ist, wer diese ominöse Institution ist und ob die Versuche an Affen, Hunden und Katzen an anderen LPT-Standorten, wie in Löhndorf, Schleswig Holstein oder Hamburg Neugraben durchgeführt werden sollen, ist jede Euphorie fehl am Platz. Zu einer Firma, deren Geschäftsmodell seit Jahrzehnten das Leid und der Tod von Tieren ist, fehlt bei uns jedes Vertrauen in einen Sinneswandel. Es heißt jetzt abwarten und entsprechend reagieren.“

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