Wachsame Anwohner lassen illegalen Welpenhandel auffliegen

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Polizeibeamten des 1. Reviers Flensburg beschlagnahmten die erschöpften Hunde und brachten sie in ein lokales Tierheim. / Fotos: Polizeidirektion Flensburg.

Mitten in der Nacht rückte die Polizei Flensburg aus, um acht Hundewelpen und eine Katze aus dem Kofferraum eines illegalen Tierhändlers zu befreien. Wachsame Anrainer hatten die Behörden verständigt, nachdem sie das verdächtige Treiben beobachtet hatten. Die Tiere befinden sich nun in der Obhut des Tierheims Flensburg.

Laut einer Pressemitteilung der Polizeidirektion Flensburg gingen in den frühesten Stundes des Donnerstags mehrere Anrufe ein: Aufmerksame Anwohner der Harrisleer Straße hatten einen Mann dabei beobachtet, aus dem Kofferraum seines Autos Tiere zu verkaufen. Als die Polizisten vor Ort eintrafen, verstaute ein Paar aus Dänemark einen gerade gekauften Welpen in ihrem eigenen Wagen. Der illegale Tierhändler und dessen Auto mit polnischem Kennzeichen war kurz darauf ebenfalls ausfindig gemacht. Die Rückbank des Opel Zafira war ausgebaut und durch mehrere Boxen ersetzt worden, in denen sich acht Hundewelpen und eine Katze befanden. Kot und Urin verdreckte die Boxen, und teilweise mussten die Tiere aus Platzmangel übereinander liegen. Die Tiere wirkten erschöpft und zutraulich, aber verdächtig ruhig – eventuell waren sie zur leichteren Handhabung sediert worden. Ein Mopswelpe litt unter einer eitrigen Augenentzündung. Als die Beamten den Tieren Wasser anboten, war offensichtlich, wie durstig und dehydriert sie waren. Alle Hunde und die Katze wurden beschlagnahmt und dem Tierheim Flensburg übergeben, auch der bereits erstandene Welpe des dänischen Paares. Leere Boxen weisen jedoch daraufhin, dass es bereits zu einigen Verkäufen gekommen war.

Keinerlei Papiere

Bei der Vernahme des 34-jährigen Autolenkers konnte dieser keinerlei Dokumente aufweisen, die ihn als Besitzer der Tiere auswiesen. Auch Impfdokumente oder ein Gewerbeschein fehlten. Nun übernehmen die Zollbehörde und die Bundespolizei weitere Ermittlungen, dem illegalen Welpenhändler drohen Geldstrafen. Wegen der fehlenden Papiere wurden die Tiere fürs erste in Quarantäne untergebracht, ein Amtstierarzt wird ihren Gesundheitszustand überprüfen. Die Polizei lobt die Wachsamkeit der Anwohner: „Bei Feststellung von Transportfahrzeugen, in denen Hundewelpen transportiert werden und diese augenscheinlich verkauft werden, sollte in jedem Falle die Polizei informiert werden, da nur dann sichergestellt werden kann, dass gültige Transportvorschriften sowie tierschutzrechtliche Vorgaben eingehalten und auch illegale Einfuhr und Handel mit Hundewelpen unterbunden werden!“

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