Freitag, Oktober 7, 2022
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Am 4. Oktober ist Welttierschutztag!

Am  4. Oktober wird der Welttierschutztag begangen. Grund genug für uns einen Blick auf die Situation der Hunde in Österreich zu werfen. Denn nach wie vor gibt es zahlreiche Missstände – einer davon ist der illegale Welpenhandel.

Ein großer Schritt im Kampf gegen die Welpenmafia ist getan: Seit Beginn des Jahres dürfen Privatpersonen keine Heimtiere mehr im Internet verkaufen. Erlaubt ist dies nur noch mit behördlicher Genehmigung. Doch diese gesetzliche Neuerung ist vielen Menschen nicht bekannt – und ohne die Kooperation der Online-Anzeigenportale kaum durchzusetzen. Denn dank fehlender Kontrollen können Welpenhändler  nach wie vor ihre lebende Ware online an den Mann bringen. Die Wiener Tierschutzombudsstelle hat ein halbes Jahr lang sieben Plattformen analysiert und willhaben.at mit durchschnittlich rund 8.800 Tierinseraten pro Tag als größten “Tummelplatz” der Händler identifiziert. Mehr als 94 Prozent der Hundeangebote seien privat, also illegal, gewesen. Webportale, die derlei zulassen, würden den gesetzeswidrigen Handel damit unterstützen, kritisiert Stadträtin Ulli Sima.

Gesetz mit Schlupflöchern

Während für Sima und zahlreiche Tierschutzorganisationen nur das Totalverbot des Online-Welpenverkaufs eine Lösung sein kann, wehrt sich willhaben.at: „Die Tieranzeigen werden von uns stichprobenartig kontrolliert. Ein Verbot würde nicht greifen – wir suchen eine Lösung im Sinne der Tiere und setzen daher auf Aufklärung der Käufer“, so Michael Gawanda, Sicherheitsbeauftragter bei willhaben.at. Auch die legalen Angebote seien teilweise problematisch, denn das aktuelle Gesetz biete Schlupflöcher. “Ein Verbot verlagert das Problem lediglich, zum Beispiel auf soziale Netzwerke.” Die Verkaufsplattform setzt daher auf eine Informationskampagne gemeinsam mit dem Österreichischen Tierschutzverein. Wer eine verdächtige Anzeige findet, kann diese übrigens bei der Stadt Wien oder der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ melden – denn in regelmäßigen Abständen werden anonyme Testkäufer zu verdächtigen Händlern geschickt. So kam es auch, dass im März diesen Jahres auf Basis eins solchen Testkaufes ein Paar aus Donaustadt wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Tierquälerei zu zwei Jahren Haft, davon acht Monate unbedingt, verurteilt wurde – die Österreichische Hundezeitung hat damals berichtet. Für Indra Kley von den „Vier Pfoten“  geht es in die richtige Richtung: “Denn wenn den profitgierigen Verkäufern als letztes Glied in dieser kriminellen Kette aus Hundevermehrern und Zwischenhändlern künftig auch Gefängnisstrafen drohen, dann lohnt sich dieses schmutzige Geschäft möglicherweise nicht mehr für sie.”

Lest jetzt zu diesem Thema das Exklusiv-Interview mit Österreichs Tier-Lady Maggie Entenfellner in der neuen Ausgabe der Österreichischen Hundezeitung. Jetzt erhältlich im gut sortierten Zeitschriften- und Zoofachhandel, in Tierheimen und bei eurem Tierarzt.

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