7-Jährige Ilvy von Hund gebissen – will keine Einschläferung

Ein Mädchen sitzt mit einem Hund auf einer grünen Wiese.
Tierliebe Kinder wie Ilvy verstehen, dass die Schuld für einen Biss nicht immer bei den Hunden liegt - sondern meist bei den Halterinnen und Haltern. / Symbolfoto: pixabay.

Es ist ein furchtbares Erlebnis, welches das erst siebenjährige Mädchen Ilvy durchleben musste. Während eines Urlaubs im Allgäu wurde das Kind plötzlich von einem Hund attackiert. Sie trug Verletzungen an der Schulter zurück und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Trotzdem will sie Gnade vor Recht walten lassen und wünscht sich keine Einschläferung für den Hund.

Laut der Augsburger Allgemeinen war die siebenjährige Ilvy mit ihrer Familie aus Hürth (NRW) auf Urlaub im idyllischen Hinterstein in Oberallgäu. Es sollte eine schöne und entspannte Zeit auf der Schwarzenberghütte werden. Doch ein losgerissener Hund machte diesem Familienidyll einen Strich durch die Rechnung. Ilvy hatte gerade auf einem Wiesenstück in der Nähe der Hütte Blumen und Gräser gepflückt, als plötzlich ein American Staffordshire Terrier vor ihr auftauchte. Ohne ihn in irgendeiner Form provoziert zu haben, biss der Hund dem Mädchen in die Schulter. Zum Glück war der Vater des Mädchens in der Nähe. Nachdem er die Schreie des Kindes hörte, griff er beherzt ein. Er trat den Hund zur Seite, der weder einen Maulkorb trug noch an der Leine geführt wurde. Mittlerweile hatte auch der Besitzer des Hundes diesen wieder erwischt und versuchte, ihn zu beruhigen.

Schnelle Hilfe für Ilvy

Laut seiner Aussage hatte sich der Hund vom Geschirr losgerissen, nachdem er das Mädchen bemerkt hatte. „Ich will mir gar nicht vorstellen, was alles passieren hätte können, wenn meine Tochter alleine gewesen wäre“, sagte Ilvys Vater der Zeitung. Zum Glück waren die Verletzungen dank zahlreicher herbeieilender Helfer schnell erstversorgt. Doch die klaffenden Wunden in der linken Schulter und Arm mussten im Krankenhaus genäht werden. „Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken, bei allen, die Ilvy so toll unterstützt haben. Von der Bergwacht bis zum Rettungsdienst und den Ärzten in der Klinik in Immenstadt. Wir hatten wirklich Glück im Unglück.“ Das tapfere Mädchen selbst hat das schreckliche Erlebnis gut verkraftet – schließlich ist sie mit dem Familienhund, einem Australian Labradoodle, ein Herz und eine Seele.

Gnade für beißenden Hund

Für ihren Angreifer wünscht sie sich deshalb Gnade und keine Einschläferung. Ilvy liebt alle Tiere und soll laut ihrem Vater erkannt haben: „Der Hund kann doch nichts dafür, sondern sein Halter.“ Trotzdem wird der Hund nach diesem grundlosen Angriff höchstwahrscheinlich eingeschläfert werden müssen. Sein Besitzer muss sich zudem wegen fahrlässiger Körperverletzung vor Gericht verantworten. Denn in Bayern ist das die Haltung dieser Rassen stark eingeschränkt und das Führen von sogenannten Listenhunden ohne Maulkorb oder Leine gesetzeswidrig.