Dienstag, September 27, 2022
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Mann sticht mit Messer auf Hund ein – Freispruch

Nachdem sein Hund mit einem Riesenschnauzer aneinandergeraten war, stach ein Mann fünf Mal mit einem Messer auf das Tier ein. Gegen das Strafmaß wegen Tierquälerei legte er Einspruch ein. Mit Erfolg – nun ist er wegen Notwehr freigesprochen.

Der Vorfall ereignete sich laut RTL News bereits im Juni 2020: Eine 39-jährige Frau war mit ihrem Riesenschnauzer Elmo im sächsischen Chemnitz unterwegs. Aus unbekannten Gründen geriet der Rüde mit einem Sibirischen Husky aneinander. Dessen 58-jähriger Besitzer ergriff jedoch drastische Maßnahmen, um die beiden zu trennen. Er zückte ein Messer und stach fünfmal auf den anderen Hund ein. Elmo trug lebensgefährliche Verletzungen an Hals und Rücken davon. Sein Leben konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden. Sofort erstattete seine Halterin Anzeige wegen Tierquälerei gegen den Mann.

Erfolgreicher Einspruch

Tatsächlich war die Anklage erst von Erfolg gekrönt. Weil er gegen das Tierschutzgesetz verstoßen hatte, wurde er zu einer Geldstrafe von 3.000 Euro wegen Tierquälerei und Sachbeschädigung verurteilt. Schnell jedoch wurde dieses Strafmaß auf 1.200 Euro gemildert. Trotzdem legte der Mann Einspruch gegen das Urteil ein, denn er habe lediglich in Notwehr gehandelt. Das Amtsgericht sollte klären, ob es sich um eine exzessisve Anwendung von Gewalt gehandelt oder der Mann sich nur verteidigt habe. Das Urteil fiel zu seinen Gunsten aus – der Mann wurde freigesprochen. “Laut Anklageschrift hatte der Hundebesitzer die Sorge, dass der von ihm geführte Hund durch den anderen verletzt wird”, erklärte Gerichtssprecherin Birgit Feuring dem Newskanal. “Deshalb hat er den Hund erst am Halsband zurückgezogen und dann mit einem Messer auf ihn eingestochen.” Laut dem Richter durfte der Mann dies im Zuge der Notwehr so lange tun, bis Elmo von seinem Hund abgelassen hatte.

Widersprüchliche Aussagen

Aber auch diese Geschichte hat zwei Seiten. Laut Elmos Besitzerin hatte der Mann Elmo tatsächlich am Halsband zurückgezogen, jedoch habe sich ihr Hund zu diesem Zeitpunkt bereits wieder ruhig verhalten. Dennoch habe der Mann auf ihn eingestochen. Sie beteuerte, dass Elmo kein aggressiver Hund sei, die Rangelei zwischen den Tieren sei normales Artverhalten. “Die Tierärztin war vollkommen schockiert”, berichtete sie RTL News. “Sie musste jede Muskelschicht zusammennähen, weil die Messerstiche so tief waren.” Daher ist die Frau mit dem Urteil des Amtsrichters nicht einverstanden. “Wenn er sich verbissen hätte, wäre es vielleicht gerechtfertigt gewesen”, sagt sie. Noch heute sitzten ihr die Erinnerungen an den schrecklichen Vorfall tief in den Knochen.

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