Rückwärtsniesen beim Hund: Symptome, Ursache, Behandlung

by Nina Wurzer
2 Minuten Lesedauer
Symbolbild: Hund atmet ruckartig Luft ein – Rückwärtsniesen

Hilfe! Mein Hund röchelt/Mein Hund schnarcht plötzlich!

Rückwärtsniesen beim Hund, auch als Reverse Sneezing oder umgekehrtes Niesen bezeichnet, ist ein Reflex, der für Hundebesitzer sehr beunruhigend wirken kann. Dabei saugt der Hund ruckartig Luft durch die Nase ein, was ein röchelndes, grunzendes oder schnarchendes Geräusch erzeugt. Obwohl die Episoden dramatisch aussehen können, ist Rückwärtsniesen in den allermeisten Fällen harmlos und in der Regel kein Grund zur Sorge. Wenn dein Hund röchelt oder plötzlich schnarcht, kann es am Rückwärtsniesen liegen.

Inhalt

Was ist Rückwärtsniesen beim Hund?

Beim normalen Niesen stößt der Hund Luft durch die Nase aus. Beim Rückwärtsniesen hingegen zieht er die Luft ruckartig ein. Dabei kommt es oft zu einer typischen Körperhaltung:

  • Der Hund steht breitbeinig,
  • streckt Kopf und Hals nach vorne,
  • die Ellenbogen sind abgespreizt,
  • Lefzen werden nach hinten gezogen,
  • der Brustkorb wölbt sich stark.

Die Atemwege verengen sich kurzzeitig, sodass ein röchelndes, schnarchendes Geräusch entsteht. Eine Episode dauert in der Regel nur wenige Sekunden, selten einige Minuten, und endet von selbst. Rückwärtsniesen ist keine Krankheit – sondern ein Reflex, ähnlich wie normales Niesen.

Welche Hunde sind besonders betroffen?

Rückwärtsniesen kommt bei allen Vierbeinern vor, das sind aber die häufiger betroffenen Hunde:

Auch in unseren Breiten berichten viele Besitzer kleiner oder brachycephaler Hunde regelmäßig von diesen Episoden.

Ursachen für das Rückwärtsniesen beim Hund

Die genauen Ursachen sind nicht immer eindeutig. Häufig spielen Reizungen im Nasen-Rachen-Raum eine Rolle. Mögliche Auslöser:

  • Allergien & Pollenflug (häufig in Frühjahr und Sommer)
  • Reizstoffe wie Zigarettenrauch, Parfum, Deo oder Putzmittel
  • Aufregung & wildes Toben
  • Druck am Halsband → Tipp: lieber Brustgeschirr statt Halsband verwenden
  • Anatomische Gründe: langes weiches Gaumensegel, enge Atemwege
  • Infektionen wie Zwingerhusten oder virale Atemwegserkrankungen
  • Entzündungen (Mandelentzündung, Rachenentzündung)
  • Parasiten (z. B. Milbenbefall)

Erkrankungen: Zahnprobleme, Trachealkollaps, Tumore, Herzprobleme (seltener, aber wichtig abzuklären)

Symptome beim Rückwärtsniesen

Typische Anzeichen sind:

  • plötzliches, röchelndes oder schnarchendes Geräusch
  • Einziehen der Luft durch die Nase bei geschlossenem Maul
  • nach vorne gestreckter Kopf und Hals
  • abgespreizte Ellenbogen, Lefzen nach hinten gezogen
  • teilweise Würgen oder Husten

Viele Hundebesitzer erschrecken beim ersten Mal stark, da es so wirkt, als bekäme der Hund keine Luft. In den allermeisten Fällen ist der Hund jedoch nicht in Lebensgefahr.

Rückwärtsniesen beim Hund, Kein ganz normales Niese - Ursachen, Symptome, Behandlung
Rückwärtsniesen beim Hund tritt besonders häufig bei kurzköpfigen Hunderassen wie z. B. dem Mops auf. / Foto: Pixabay

Was tun, wenn der Hund rückwärts niest?

Die meisten Episoden hören von selbst auf. Dennoch können Hundebesitzer unterstützen, um den Schluckreflex auszulösen:

  • Ruhig bleiben und den Hund beruhigen
  • Sanfte Massage am Hals / Kehlkopf
  • Leichtes Klopfen auf die Brust
  • Leckerli anbieten, das Schlucken anregt
  • Kurz Nase zuhalten (nur wenige Sekunden)
  • Hund sanft unter dem Brustkorb anheben

Hausmittel & Naturunterstützung

Gelegentliches Rückwärtsniesen braucht keine Medikamente. Hausmittel können die Atemwege beruhigen:

  • Ein Löffel Honig (antibakteriell, beruhigt Schleimhäute)
  • Abgekühlter, ungesüßter Kamillentee (entzündungshemmend, entspannend)

Naturheilkundliche Produkte wie Propolis oder Multivitamine können die Abwehrkräfte stärken – wichtig bei Hunden mit empfindlichen Atemwegen.

Wann sollte man mit dem Hund den Tierarzt aufsuchen?

Obwohl Rückwärtsniesen meist harmlos ist, gibt es Situationen, in denen ein Tierarztbesuch notwendig ist:

  • Anfälle treten mehrmals täglich neu auf
  • Episoden dauern länger als üblich
  • Hund bekommt Atemnot oder wirkt panisch
  • Hund wird ohnmächtig oder die Schleimhäute färben sich bläulich
  • Begleitende Symptome wie Husten, Nasenausfluss, Würgen oder Fieber
  • Verdacht auf Infektion, Allergie oder Herzprobleme

👉 Tipp: Eine Videoaufnahme der Episode hilft der Tierärztin/dem Tierarzt bei der Diagnose enorm.

Fazit: Rückwärtsniesen beim Hund – harmlos, aber ernst nehmen

Rückwärtsniesen ist bei Hunden weit verbreitet und wirkt oft dramatischer, als es tatsächlich ist. In den meisten Fällen handelt es sich um einen harmlosen Reflex, der nach wenigen Sekunden von selbst endet. Wichtig ist, Ruhe zu bewahren und mögliche Auslöser zu meiden.

Tritt das Rückwärtsniesen jedoch häufig, stark oder in Verbindung mit anderen Symptomen auf, sollte unbedingt eine tierärztliche Abklärung erfolgen – sowohl in Deutschland, Österreich als auch in der Schweiz stehen Tierärzte für eine genaue Diagnose zur Verfügung.

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