Chihuahua (Hunderasse) – der kleinste Hund der Welt

ein weißer chihuahua liegt auf einem teppich, schaut in großaufnahme in die kamera
Der Chihuahua ist die kleinste anerkannte Hunderasse der Welt. / Foto: Pexels

Der Chihuahua ist nicht nur der kleinste Hunde der Welt, sondern auch eine der beliebtesten Hunderassen. Welche Merkmale diesen nach dem größten Bundesstaat Mexikos benannten Hund so ausmachen und warum jeder so verrückt nach ihnen ist, haben wir in diesem Rasseportrait für euch zusammengefasst.

Weil diese Rasse im letzten Jahrzehnt besonders oft in den Handtaschen von Stars und Sternchen anzutreffen war, explodierte die Beliebtheit des Chihuahua auf dem ganzen Globus. Dabei sind die kleinen Kerle viel mehr als verwöhnte Schoßhündchen! Sie sind klug, einfühlsam und haben (bei verantwortungsvoller Zucht) eine erstaunlich lange Lebenserwartung. Eine sorgfältige Erziehung der Welpen ist daher unbedingt notwendig.

Chihuahua (Hunderasse) – Klassifizierung FCI

FCI-Gruppe 9: Begleithunde
Sektion 6 Chihuahueño
Ohne Arbeitsprüfung
Ursprungsland: Mexiko

FCI-Standardnummer: 218
Gewicht: ca. 1,5 bis 3 kg
Verwendung: Begleithund

langhaariger chihuahua mit dunklem fell und weißer brust sitzt auf dem sofa, im hintergrund leuchtet eine lichterkette
Beim Chihuahua gibt es unterschiedliche Fellfarben und -längen. / Foto: Pixabay

Geschichte und Herkunft

Über die Abstammung des Chihuahua gibt es viele verschiedene Theorien. Eine davon besagt, dass er von den Opferhunden im antiken Mexiko abstammt, den sogenannten Techichi. Sie wurden von den Tolteken gezüchtet, Vorfahren der Azteken, die im 10. Jahrhundert in Zentralamerika ansässig waren. Sie begruben die Techichi zusammen mit ihren Toten, da den kleinen Vierbeinern magische Kräfte zugesprochen wurden. In der Provinz Chihuahua gibt es noch heute wild lebende, kleine Hunde, auf die der moderne Typ zurückgeführt werden könnte. Anderen Quellen zufolge wurde er von den alten Aztekenpriestern schon im 8. Jahrhundert gehalten und zählte zu den Lieblingen aztekischer Prinzessinnen. In deren Religion sah man in ihm einen Führer der Seelen der Verstorbenen auf ihrer Reise ins Jenseits. Aus diesem Grunde mussten auch hier bei jeder Beerdigung Chihuahuas ihr Leben lassen, um ihrer Aufgabe als Seelenführer nachkommen zu können.

Mitte des 19. Jahrhunderts begannen die Bauern dieser Regionen, ihre kleinen Hunde verstärkt an Touristen zu verkaufen, die von den kompakten Vierbeinern begeistert waren. Über die Vereinigten Staaten wurden sie dann auch nach Europa eingeführt. Heute gehören Chihuahuas zu den beliebtesten Gesellschaftshunden. Doch die hohe Nachfrage nach immer kleineren und „süßeren“ Hunden und skrupellose Vermehrer hat ihnen auch zahlreiche gesundheitliche Probleme durch Qualzucht bereitet.

Seinen Namen hat der Chihuahua von einer Stadt im Norden Mexikos bzw. des gleichnamigen Bundesstaates. Im Atztekischen (bzw. auf Nahuatl) bedeutet Chihuahua in etwa „trockener und sandiger Ort“.

Wesen und Charakter

Seine Fans wissen es längst: Der freche Mexikaner ist für seine geringe Größe überraschend mutig. Er lässt sich daher nicht ganz widerspruchslos unterordnen, immerhin hat der kleine Hund einen sehr starken Willen. Eine konsequente Erziehung mit viel Geduld und Beharrlichkeit ist daher unbedingt notwendig. Vor allem aber will er eines: ein voll anerkannter Begleiter seines Menschen sein! In seiner Zuneigung ist der Chihuahua sehr wählerisch. Er sucht sich in seiner Familie einen Menschen aus, mit dem er ein ganz besonders enges Band formt. Und ist diese Verbindung dann erst einmal geschlossen, lässt sie sich nur mehr schwer lösen.

Denn diesen Menschen, dem sich der kleine Vierbeiner dann ganz verschrieben hat, verteidigt er mit allen Kräften. (Durch den regelmäßigen Kontakt zu mehreren Personen kann allerdings eine gewisse Toleranz anderen gegenüber anerzogen werden). Zusätzlich wird er im FCI-Rassestandard als lebhaft, wachsam und manchmal ruhelos beschrieben. Der Chihuahua ist des Weiteren intelligent und robust, was ihn heutzutage zum idealen Begleiter für viele Menschen macht. Er stellt keine großen Platzansprüche und kann daher problemlos auch in einer kleineren Wohnung gehalten werden. Dennoch darf sein Bewegungsdrang nicht unterschätzt werden – auch ein kleiner Hund braucht regelmäßigen Auslauf und Spaziergänge im Freien. Die klugen Vierbeiner lassen sich außerdem gerne neue Tricks beibringen und müssen daher auch geistig gut ausgelastet werden.

ein schwarz-weißer chihuahua welpe sitzt auf einer roten hundedecke
Der Chihuahua gilt als treu, fremden Personen gegenüber ist er aber oftmals misstrauisch. / Foto: Melanie Flaser

Chihuahuas sind langlebige Hunde – daher sollte man sich besonders sorgfältig über ihre Erziehung, Pflege, Ernährung und ihr Training informieren.

Erscheinungsbild

Angaben für die Größe dieser Hunde gibt es im Rassestandard nicht, stattdessen wird das Gewicht als Maß herangezogen. Das Idealgewicht liegt bei Chihuahuas zwischen 1,5 kg und 3 kg. Tiere unter 1 kg oder über 3 kg werden bei Ausstellungen disqualifiziert. Extreme über oder unter diesem Idealgewicht werden als Qualzucht angesehen. In der Regel ist der Körper des Chihuahua eher länger als hoch, die Beine sind gut bemuskelt. Typisch für den Chihuahua ist der sogenannte Apfelkopf. Außerdem verfügt er über einen ausgeprägten Stop und im 45-Grad-Winkel abstehenden Ohren. Auffällig sind seine überproportional großen Augen und die kurze Schnauze. Diese Merkmale können bei unverantwortlichen Zuchtstandards zu chronisch gereizten Augen sowie Atem- und Zahnproblemen führen. Ein weiterer Unterschied zu anderen Hunderassen ist, dass der Chihuahua bsi 2010 eine Fontanelle (kein vollständiges Zusammenwachsen der Schädelplatten) aufwies – auch im Erwachsenenalter. Seitdem ist diese Schädeldeformation bei ausgewachsenen Tieren nicht mehr erwünscht, da sie ein großes Verletzungsrisiko für die Hunde birgt.

Der Chihuahua ist nicht nur beliebt wie der sprichwörtliche bunte Hund, sondern auch in nahezu allen Fellfarben vertreten: von weiss und semmelblond über dunkelbraun, black und tan bis zu blauschwarz. Egal, ob ein- oder mehrfärbig, beinahe alle Farbvarianten sind erlaubt. Außerdem gibt den kleinen Hund in der Lang- sowie in der Kurzhaarvariante. Langhaarige Chihuahuas wurden erstmals in Texas, USA, gezeigt. Diese Rassevariante entstand vermutlich durch Einkreuzungen von anderen Gesellschaftshunden wie dem Papillon und Zwergspitz. Typisch sind die befransten Ohren und Rute und die Halskrause. Beim Kurzhaar-Chihuahua ist das Fell glatt, glänzend und fest am Körper anliegend.

semmelbrauner kurzhaar chihuahua steht in der sonne und sieht zur seite
Kurzhaar Chihuahua Sam hat semmelblondes Fell. / Foto: Kerstin Ernst

Pflege & Ernährung

Grundsätzlich sind sowohl der Kurzhaar-Chihuahua als auch die Langhaarvariante relativ pflegeleicht. Beim Kurzhaar-Chihuahua reicht es, regelmäßig kurz über das Haar zu bürsten und so für ein strahlendes Fell zu sorgen. Hier kann man sich eher auf die Massage der Haut und das harmonische Miteinander konzentrieren und eine engere Bindung zum Hund aufbauen. Diese Pflege- und Bindungseinheiten sind besonders in der Erziehung junger Welpen wichtig. Beim Langhaar-Chihuahua müssen zusätzlich eventuelle Haarknoten vorsichtig mit einem feinen Kamm gelöst werden. Die regelmäßige Kontrolle von Augen, Ohren und Krallen ist ebenso empfehlenswert.

Die Ernährung des Chihuahua ist einfach, solange man sich an ein paar Regeln hält. Speziell besonders kleine Exemplare sind nämlich ständig der Gefahr einer Unterzuckerung ausgesetzt. Aufgrund der geringen Größe und Körpermasse haben kleine Hunde einen schnelleren Stoffwechsel und können daher beim wilden Toben oder längeren Spaziergängen unterzuckern. Futterpläne und tägliche Aktivitäten sollten daher genau abgestimmt und eingehalten werden. Außerdem neigt der kleinste Hund der Welt erstaunlich oft zu Übergewicht. Das liegt einerseits an den oftmals irreführenden Rationsempfehlungen auf Hundefutterpackungen – diese sind meist viel zu hoch dosiert. Andererseits laden die süßen Racker dazu ein, ihnen zu oft Leckerchen zukommen zu lassen. Genaues Abwiegen der Futtermengen und gesunde Zurückhaltung bei Leckerchen können da aber gut Abhilfe schaffen. Eine gesunde Ernährung trägt viel zur Lebensqualität und Lebenserwartung der Hunde bei.

ein langhaar chihuahua welpe mit weiß cremefarbenem fell wird von einer frau in händen gehalten
Bei diesem entzückenden Gesicht von Langhaar Chihuahua Dame Tiffany muss einem das Herz schmelzen. / Foto: Melanie Flaser

Gesundheit

Wie bei vielen „Trendhunden“ hat auch der Chihuahua leider zu oft mit gesundheitlichen Problemen durch unverantwortliche Zucht zu kämpfen. Gewisse Merkmale wie übergroße Augen und eine verkürzte Schnauze können zu chronisch gereizten Augen sowie Atemschwierigkeiten und Zahnproblemen wie Zahnfehlstellungen und dadurch vermehrte Zahnsteinbildung führen. Ein weiterer Unterschied zu anderen Rassen ist, dass der Chihuahua bis 2010 nicht nur im Welpen-, sondern auch noch im Erwachsenenalter eine Fontanelle (kein vollständiges Zusammenwachsen der Schädelplatten) aufwies. Seitdem ist diese Schädeldeformation bei ausgewachsenen Tieren nicht mehr erwünscht, da die ungeschützte Stelle am Kopf ein großes Verletzungsrisiko für die Hunde birgt. Augrund seiner Größe ist der Chihuahua des Weiteren leider etwas anfälliger für Unfälle: Im Straßenverkehr wird er meist zu spät oder gar nicht gesehen, und zu wildes Toben mit großen Hunden kann ebenfalls zu schweren Verletzungen führen. Bei Achtsamkeit bei der Züchterauswahl und im alltäglichen Leben kann der Chihuahua jedoch stolze 12 bis 18 Jahre alt werden.

zwei langhaar chihuahua in creme und schwarz weiß liegen nebeneinander auf einem sofa
Als kleinste Hunderasse der Welt hat der Chihuahua von Mexiko aus internationale Berühmtheit erreicht. / Foto: Melanie Flaser

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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Unglaublich niedlich: Chihuahua-Welpen (Video)

Begleiten Sie diesen Wurf Chihuahua-Welpen durch ihren Alltag – denn auch der kleinste Hund fängt einmal noch kleiner an. Doch lassen Sie sich durch ihre Größe nicht täuschen! Diese Welpen haben es faustdick hinter den Ohren.

Aus der Hundezeitung-Redaktion

Vierbeiner tummeln sich in unserer Redaktion ja so einige. Und dreimal darf geraten werden, wer die beiden kleinsten – und wachsamsten sind? Genau, zwei Chihuahuas: Yumi und Kira.

Wir haben Frauchen Jasmin ein paar Fragen zu ihren beiden Rackern gestellt, um auch eine ganz persönliche Sichtweise auf die kleine Hunderasse zu bekommen.

Wie bist du auf die Chihuahuas gestoßen?

Nach vielen Recherchen, welche Rasse denn gut in unser Familienleben passen könnte, ist mir der Chihuahua untergekommen. Gefallen haben sie mir schon immer, aber je mehr ich mich mit der Rasse auseinandergesetzt und nachgelesen habe, desto mehr habe ich mich verliebt.

ein schwarz weißer chihuahua liegt mit heraushängender zunge auf den schuhen einer person, die im gras sitzt
Chihuahua Kira fühlt sich bei Frauchen Jasmin sichtlich wohl. / Foto: Privat

Warum wolltest du genau diese Rasse haben?

Weil sie als sehr gelehrig gelten (hab mich sehr auf das Arbeiten in der Hundeschule gefreut), man sie gerne als „kleine Clowns“ bezeichnet, was absolut richtig ist – sie entwickeln teilweise wirklich lustige und einzigartige Eigenheiten um ihren Besitzern zu gefallen und sie so richtig um den Finger zu wickeln. Außerdem ist die Größe praktisch, wenn man den Hund überall hin mitnehmen möchte (in sehr vielen Geschäften oder Gasthäusern machen die Besitzer gerne eine Ausnahme und man darf ihn mitnehmen – sofern er sich natürlich benimmt, versteht sich). Auch der Pflegeaufwand ist sehr gering. Und vor allem: Sie sind sehr anhänglich was die eigenen Leute angeht – da kann man wirklich eine enge Bindung aufbauen!

ein semmelbrauner chihuahua welpe mit weißen pfoten liegt auf einer karierten decke
Trotz ihrer kompakten Größe und ihres niedlichen Aussehens haben Chihuahuas ein großes Herz und Beschützerinstinkt. / Foto: Pixabay

Mit welchen rassetypischen Eigenheiten bist du konfrontiert bzw. warst du auf diese eingestellt?

Leider überschätzen sich diese kleinen Racker wirklich oft und das kann auch zu gefährlichen Situationen führen, wenn zum Beispiel ein Chihuahua plötzlich einem Traktor hinterherjagt oder sich mit viel größeren Artgenossen anlegen will, bleibt Frauchens Herz schon mal kurz stehen. Da muss man sehr viel mehr aufpassen, als bei einem großen Hund, insbesondere bei Begegnungen mit anderen Vierbeinern, da hier leider ein einziger „Schnapper“ so einiges anrichten kann.

Würdest du dich wieder für diese Rasse entscheiden?

Sofort und auf jeden Fall!!!

Promis, die Chihuahuas besitzen

Auch in der Glitzerwelt der internationalen Stars und Sternchen ist der Chihuahua gut vertreten. Zu den prominenten BesitzerInnen gehören:

  • Sängerin Britney Spears („Oops!… I Did It Again“)
  • Schauspielerin Demi Moore („Die Akte Jane“)
  • Model Paris Hilton („Bottoms Up“)
  • Sängerin Madonna („Like a Virgin“)
  • Schauspielerin Jennifer Love Hewitt („Ich weiss, was du letzten Sommer getan hast“)
  • Schauspielerin Reese Witherspoon („Natürlich blond“)
  • Sängerin Hilary Duff („Breathe In. Breathe Out.“)
  • Schauspielerin Marilyn Monroe („Manche mögen’s heiß“)
  • Schauspielerin Alyssa Milano („Charmed“)
  • Sängerin Katharine McPhee („Terrified“)
  • Schauspielerin Christina Ricci („Black Snake Moan“)
  • Moderatorin Rosie O’Donnell („The Rosie O’Donnell Show“)
  • Schauspieler Mickey Rourke („The Wrestler“)
  • Sängerin Paula Abdul („Cold Hearted“)
  • Schauspielerin Jamie Lee Curtis („Ein Fisch namens Wanda“)
  • Musikmanagerin Sharon Osbourne („The Osbournes“)
  • Comedian George Lopez („Why you crying?“)
  • Schauspielerin Anne Heche („Psycho“)
  • Schauspieler Ashton Kutcher („Butterfly Effect“)
  • Model Kimberly Stewart („Lost Lake„)
  • Schauspielerin Agyness Deyn („Her Smell“
  • Hundetrainer Cesar Millan („Der Hundeflüsterer“)
  • Komponist Xavier Cugat („Spring Song“)
  • Sänger Brian Littrell („Backstreet Boys“)
zwei chihuahuas in weiß und tricolor sitzen vor einem großen schwarzen hund, der gelassen in die kamera blickt
Trotz ihrer verhältnismäßig geringen Körpergröße haben Chihuahuas normalerweise keine Scheu vor größeren Artgenossen. / Foto: Pixabay

Der Chihuahua hat viele Fans – und diese wollen ihre Liebe für diese tolle Rasse auch zeigen!

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