Chihuahua – die kleinste Hunderasse der Welt

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Der Chihuahua ist die kleinste anerkannte Hunderasse der Welt. / Foto: Pexels

Der Chihuahua ist beliebt. Sehr sogar! Welche Merkmale die kleinste Hunderasse der Welt, benannt nach dem größten Bundesstaat Mexikos so ausmachen, haben wir für euch zusammengefasst.

Eines gleich vorweg, was ohnehin offensichtlich ist: der Chihuahua ist klein. Genau genommen gilt die Rasse als die kleinste der Welt. Der winzige Hund ist eine von der FCI anerkannte mexikanische Hunderasse (FCI-Gruppe 9, Sektion 6, Standard Nr. 218). Im Rassestandard werden beim Chihuahua keine Angaben zur Größe gemacht werden, lediglich zum Gewicht.

Aussehen des Chihuahua

Das Idealgewicht liegt bei Chihuahuas zwischen 1,5 kg und 3 kg, aber auch Hunde zwischen 500 g und 1,5 kg werden toleriert. Alles darunter wird als Qualzucht angesehen. Der Körper ist beim Chihuahua in der Regel länger als hoch, die Beine sind gut bemuskelt.

Typisch ist beim Chihuahua der sogenannte Apfelkopf. Außerdem ein ausgeprägter Stop und seine im 45-Grad-Winkel abstehenden Ohren. Auffällig sind seine überproportional großen Augen und die kurze Schnauze, was bei falscher Zucht zu empfindlichen Augen, Atem- und Zahnproblemen führen kann. Ein Unterschied zu anderen Hunderassen ist, dass bis 2010 der Chihuahua – auch im Erwachsenenalter – eine Fontanelle hatte (von da an, war das laut Standard nicht mehr erwünscht).

Der Chihuahua ist in nahezu allen Fellfarben vertreten: von weiß und semmelblond über dunkelbraun, black und tan bis zu blauschwarz, und zwar ein- oder mehrfärbig.

Außerdem gibt den kleinen Hund in der Lang- sowie in der Kurzhaarvariante. Langhaarige Chihuahuas wurden erstmals in Texas, USA, gezeigt. Diese entstanden vermutlich durch Einkreuzungen von Papillon und Zwergspitz. Typisch sind die befransten Ohren und Rute und die Halskrause. Beim Kurzhaar-Chihuahua ist das Fell glatt, glänzend und am Körper anliegend.

Charakter & Wesen

Seine Fans wissen es längst: Der kleine Mexikaner ist sehr mutig. Zusätzlich wird er im Rassestandard als lebhaft, wachsam und ruhelos beschrieben. Der Chihuahua ist intelligent und robust, heutzutage für viele der ideale Begleiter.

Er stellt keine großen Platzansprüche, lässt sich allerdings nicht ganz widerspruchslos unterordnen, immerhin hat der kleine Hund einen sehr starken Willen. Vor allem will er eines: ein voll anerkannter Begleiter seines Menschen sein.

Entgegen vieler Vorurteile ist der Chihuahua nicht empfindlicher als andere Hunderassen. Seine Lebenserwartung ist im Durchschnitt sogar höher als bei anderen Rassen.

In seiner Zuneigung ist der Chihuahua sehr wählerisch. Er sucht sich in seiner Familie einen Menschen aus, an den er sich ganz besonders hängt. Und ist diese Verbindung dann erst einmal geschlossen, lässt sie sich nur mehr schwer lösen. Denn dem Menschen, dem sich der kleine Vierbeiner dann ganz verschrieben hat, verteidigt er mit allen Kräften. (Durch den Kontakt mit vielen Personen kann allerdings eine gewisse Toleranz anderen gegenüber anerzogen werden).

Unglaublich niedlich: Chihuahua-Welpen (Video)

Herkunft & Geschichte

Über die Abstammung dieser Rasse gibt es viele verschiedene Theorien. Eine davon besagt, dass er von den Opferhunden im alten Mexiko, den Techichi, abstammt. Sie wurden von den Tolteken, Vorfahren der Azteken, die im 10. Jahrhundert in Zentralamerika ansässig waren, gezüchtet. Sie begruben die Techichi mit ihren Toten, da den kleinen Vierbeinern magische Kräfte zugesprochen wurden. In der Provinz Chihuahua gibt es noch immer wild lebende kleine Hunde, auf die der heutige Hund zurückgeführt wird.

Anderen Quellen zufolge wurde er von den alten Aztekenpriestern schon im 8. Jahrhundert gehalten und zählte zu den Lieblingen aztekischer Prinzessinnen. In der Religion sah man in ihm, den Führer toter Seelen auf ihrer Reise ins Jenseits. Aus diesem Grunde mussten auch hier bei jeder Beerdigung Chihuahuas ihr Leben lassen.

Mitte des 19. Jahrhunderts begannen die Bauern ihre kleinen Hunde verstärkt an Touristen zu verkaufen. Über die Vereinigten Staaten kamen sie dann nach Europa.

Seinen Namen hat der Chihuahua von einer Stadt im Norden Mexikos bzw. des gleichnamigen Bundesstaates. Im Atztekischen (bzw. auf Nahuatl) bedeutet Chihuahua in etwa „trockener und sandiger Ort“.

Vierbeiner tummeln sich in unserer Redaktion ja so einige. Und dreimal darf geraten werden, wer die beiden kleinsten – und wachsamsten sind? Genau, zwei Chihuahuas: Yumi und Kira.

Wir haben Frauchen Jasmin ein paar Fragen zu ihren beiden Rackern gestellt, um auch eine ganz persönliche Sichtweise auf die kleine Hunderasse zu bekommen.

Wie bist du auf die Chihuahuas gestoßen?

Nach vielen Recherchen, welche Rasse denn gut in unser Familienleben passen könnte, ist mir der Chihuahua untergekommen. Gefallen haben sie mir schon immer, aber je mehr ich mich mit der Rasse auseinandergesetzt und nachgelesen habe, desto mehr habe ich mich verliebt.

Warum wolltest du genau diese Rasse haben?

Weil sie als sehr gelehrig gelten (hab mich sehr auf das Arbeiten in der Hundeschule gefreut), man sie gerne als „kleine Clowns“ bezeichnet, was absolut richtig ist – sie entwickeln teilweise wirklich lustige und einzigartige Eigenheiten um ihren Besitzern zu gefallen und sie so richtig um den Finger zu wickeln. Außerdem ist die Größe praktisch, wenn man den Hund gerne überall hin mitnehmen möchte (in sehr vielen Geschäften oder Gasthäusern machen die Besitzer gerne eine Ausnahme und man darf ihn mitnehmen – sofern er sich natürlich benimmt, versteht sich). Auch der Pflegeaufwand ist sehr gering. Und vor allem: Sie sind sehr anhänglich was die eigenen Leute angeht – da kann man wirklich eine enge Bindung aufbauen!

Mit welchen rassetypischen Eigenheiten bist du konfrontiert bzw. warst du auf diese eingestellt?

Leider überschätzen sich diese kleinen Racker wirklich gerne und das kann auch zu gefährlichen Situationen führen, wenn zum Beispiel ein Chihuahua plötzlich einem Traktor hinterherjagt oder sich mit viel größeren Artgenossen anlegen will, bleibt Frauchens Herz schon mal kurz stehen. Da muss man sehr viel mehr aufpassen, als bei einem großen Hund, insbesondere bei Begegnungen mit anderen Vierbeinern, da hier leider ein einziger „Schnapper“ so einiges anrichten kann.

Würdest du dich wieder für diese Rasse entscheiden?

Sofort und auf jeden Fall!!!

Chihuahua Yumi
Redaktions-Chihuahua Yumi mit selbstbewusstem Blick. Foto: privat
Chihuahua Kira
Chihuahua Kira fühlt sich bei Frauchen Jasmin sichtlich wohl. Foto: privat

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