Magyar Vizsla (Hunderasse) – smart und herzlich

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Der Magyar Vizsla ist eine beliebte ungarische Jagdhunderasse. / Foto: pixabay.

Diese Hunderasse von kurzhaarigen Vorstehhunden aus Ungarn ist nicht nur in Kreisen des Jagdsports sehr beliebt, sondern wird gerne auch als Familienhund gehalten. Unter den richtigen Bedingungen ist das für den semmelbraunen Tausendsassa kein Problem.

Magyar Vizsla (Hunderasse) – Klassifikation FCI

FCI-Gruppe 7: Vorstehhunde.
Sektion 1 – Kontinentale Vorstehhunde
mit Arbeitsprüfung
(Feld- und Wasserprüfung)
Ursprungsland: Ungarn

FCI-Standardnummer: 57
Widerristhöhe:
Rüden: 58 – 64 cm
Hündinnen: 54 – 60 cm
Verwendung: Jagdgebrauchshund

Geschichte und Herkunft

Die vierbeinigen Vorfahren des heutigen Magyar Vizsla oder kurzhaariger ungarischer Vorstehhund gab es bereits zur Zeit der wandernden ungarischen Volksstämme der Magyaren, die ihn wahrscheinlich ursprünglich von Asien ins Karpatenbecken mitbrachten. Schon damals wurden sie als vielseitige Jagdgebrauchshunde eingesetzt und waren wichtige Partner bei der Jagd in den Steppen und Getreidefeldern, an welche die Hunde ihre Fellfarbe anpassten, um jederzeit gut getarnt zu sein. Schriftliche Erwähnungen und Darstellungen der Rasse sind bereits im 14. Jahrhundert zu finden. Als im 19. Jahrhundert vermehrt Pointer, Setter und andere Vorstehhunde gezüchtet und eingesetzt wurden, sah sich der ungarische Vorstehhund in den Hintergrund gedrängt. Erst im Jahr 1920 begann mit der Gründung der „Ungarischen Vizsla-Züchtervereinigung“ die zielgerichtete Zucht dieser alten ungarischen Vorstehhunderasse, die heute als „Rövidszőrű Magyar Vizsla“ bekannt ist. 1936 erfolgte die offizielle Registrierung der Rasse bei der FCI. Die Bestände der loyalen und mutigen Hunde litten stark durch die Geschehnisse des Zweiten Weltkrieges, doch seit dessen Ende haben sie sich wieder erholt; heute werden jährlich ca. 150 Welpen pro Jahr geboren. Durch Einkreuzung von Deutsch-Drahthaar wurde eine Nebenlinie gegründet, die 1965 als „Drótszőrű Magyar Vizsla“ (zu dt. „drahthaariger ungarischer Vorstehhund“) als eigene Rasse registriert wurde.

Auch heute noch wird der Magyar Vizsla als Jagdgebrauchshund verwendet und mit dem Ziel eines vielseitig einsetzbaren Hundes gezüchtet. Er muss sowohl im Feld, im Wald und im Wasser gute Arbeit leisten und über einen ausgeprägten Spürsinn, festes Vorstehen, ausgezeichnetes Apportierverhalten und zielstrebiges Verfolgen der Schwimmspur bei groβer Wasserfreudigkeit verfügen. Unstetes Gelände und schlechte Witterung sollten für ihn kein Problem sein. Als anpassungsfähiger und freundlicher Gefährte ist daher auch die Haltung als Familienhund kein Problem, solange er artgerecht ausgelastet wird.

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Der Magyar Vizsla ist im Jagdsport sehr vielseitig einsetzbar und schreckt auch vor dem kühlen Nass nicht zurück! / Foto: pixabay.

Wesen und Charakter

Während der Jagd sind die Magyar Vizsla konzentriert und folgsam, sie eignen sich als ausgezeichnete Schweiß- oder Apportierhunde mit weichem Fang sowie als gute Fährtenleser. Doch abseits der Arbeit sind sie tatsächlich sehr verspielte, fröhliche und lebhafte Hunde. Aufgrund ihrer Klugheit und ausgezeichneten Führigkeit sind sie leicht zu erziehen, vertragen aber keine harte Hand. Sie dürfen weder aggressiv noch ängstlich oder scheu sein – die Geselligkeit und freundliche Kontaktbereitschaft ist ein wichtiges Merkmal der Rasse. Sie weichen ihrer Bezugsperson selten von der Seite und fordern viel Körperkontakt. Wegen ihrer hohen körperlichen Leistungsfähigkeit ist es nicht einfach, ihre endlose Ausdauer zu erschöpfen und sie entsprechend ihrer ursprünglichen Aufgabe auszulasten. Sie sind daher nur für sportliche Personen oder Familien zu empfehlen.

Erscheinungsbild

Der Magyar Vizsla ist ein mittelgroßer, elegant anmutender Jagdhund mit trockenem, hageren Körperbau, der die Kraft und Ausdauer der Rasse wiederspiegelt. Auch der Kopf ist edel und trocken und weist eine breite Schnauze mit großen Nasenlöchern und kräftigen Kiefern auf. Die mittelgroßen, leicht ovalen Augen sind bei der Geburt der Welpen hellblau, passen sich später jedoch in ihrer Farbe an das Fell an, wobei eine möglichst dunkle Augenfarbe bevorzugt wird. Die großen Ohrlappen sind sehr fein, liegen an den Backen an und enden nach unten in einer leichten V-Form. Die dünne Rute ist tief angesetzt und am Ansatz kräftig, verjüngt sich aber zum Ende hin. In Ländern ohne Kupierverbot wird sie grundsätzlich zum jagdlichen Einsatz um ein Viertel gekürzt, ansonsten reicht sie bis zum Sprunggelenk. Der Hund bewegt sich mit schwungvollem, raumgreifendem und leichtfüßigem Trab mit viel Schub und Vortritt. Zwischen den Zehen befinden sich zur leichteren Fortbewegung im Wasser kleine Schwimmhäute.

Das Fellkleid des Magyar Vizsla ist kurz und dicht ohne Unterwolle. Am Körper fühlt es sich derb und hart am, an Kopf und Behang darf es etwas weicher und seidiger sein. Zulässige Farben umfassen verschiedene Abstufungen des charakteristischen Semmelgelb. Rote, bräunliche oder aufgehellte Farben oder große weiße Abzeichen sind unerwünscht. Da diese Farbe jedoch an ein rezessives Gen gebunden ist, können die Welpen, besonders von Kreuzungen, diese besondere semmelgelbe Farbe schnell verlieren. Die Lefzen, Augenlider und der Nasenschwamm sind ähnlich hell.

Der Magyar Vizsla ist im Jagdsport sehr vielseitig einsetzbar und schrecktauch vor dem kühlen Nass nicht zurück! / Foto: pixabay.
Mit dem semmelbraunen Fell und den schlanken Körpern ist die Rasse leicht zu erkennen. / Foto: pixabay.

Gesundheit

Grundsätzlich gelten die Magyar Vizsla als sehr gesunde und körperlich fitte Hunde, die gut und gerne 12 bis 15 Jahre alt werden können. Die Zucht dieser Rasse unterliegt strengen gesundheitlichen Richtlinien: Beispielsweise dürfen Hündinnen maximal nur vier Würfe in ihrem Leben haben, und Hündinnen und Rüden müssen ein Zucht-Mindestalter von 18 Monaten vorweisen.

Wusstest du, dass der Magyar Vizsla...

… bis zu 60 km/h schnell laufen kann?

Als talentierter Jäger muss der Magyar Vizsla auch mit flüchtender Beute mithalten können, und über kurze Strecken können die Hunde Spitzengeswchwindigkeiten von bis zu 60km/h erreichen! Damit gehören sie zu den schnellsten Hunderassen der Welt.

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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Süße Momente mit dem Magyar Vizsla (Video)

Die klugen und verspielten kurzhaarigen ungarischen Vorstehhunde haben es faustdick hinter den Schlappohren – da kommen natürlich viele witzige und süße Videos zusammen.

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