Allergikerfreundliche Hunde: Diese Rassen eignen sich bei „Tierhaarallergie“

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Rassen wie der Lagotto Romagnolo gelten als allergikerfreundliche Hunde. / Foto: Pixabay

Wenn bei Kontakt mit Fellnasen die Augen brennen, die Nase rinnt und das Atmen schwerfällt, kann eine Tierhaarallergie der Grund dafür sein. Was die Wissenschaft zu dem Thema sagt und welche Rassen als allergikerfreundliche Hunde gelten, haben wir uns näher angesehen.

Wer Tiere liebt, in ihrer Gegenwart aber unangenehme körperliche Symptome zeigt, ist arm dran. Aber woher kommen diese Unverträglichkeiten, was kann man dagegen tun und gibt es eigentlich allergikerfreundliche Hunde?

Streng genommen ist der umgangssprachliche Begriff „Tierhaarallergie“ jedenfalls falsch. Denn Betroffene reagieren nicht auf die Haare selbst allergisch, sondern auf bestimmte Eiweiße in Speichel, Schweiß, Talg, Urin, Kot oder in den Hautschuppen. Laut dem Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrums München sind Tier­allergene jedenfalls nach Pollen und Hausstaubmilben der dritthäufigste Verursacher von Allergien, die die Atemwege betreffen.

Im Alltag gelangen diese Auslöser auf verschiedenen Wegen ins Fell und können sich im Haushalt verteilen. Die gute Nachricht daran ist, dass mit entsprechenden Hygienemaßnahmen und/oder Hunden, die kaum Haare verlieren, das Problem auch ohne die Einnahme von Medikamenten deutlich verringert werden kann.

Hundeallergie – was tun?

  • Als besonders allergikerfreundliche Hunde gelten: Pudel, Lagotto Romagnolo, Spanischer und Portugiesischer Wasserhund, Irish und American Water Spaniel sowie „Hybrid-Hunde“ (Goldendoodle etc.).
  • Auch Yorkshire Terrier und diverse Bichons (Havaneser, Malteser usw.) verlieren tendenziell weniger Haare und neigen nicht zum Speicheln.
  • Regelmäßiges Waschen des Hundes sorgt für weniger Allergene.
  • Bei schwer zu reinigenden Möbelstücken und Teppichen, in denen Allergene besonders gut haften, gilt beim Einrichten des Wohnraums: Weniger ist mehr!
  • Beim Putzen: speziellen Tierhaar-Staubsauger verwenden, Oberflächen mit geeigneten Putzmitteln wöchentlich säubern.

Risikofaktor Haustier?

Wie Allergien bei Menschen entstehen, ist individuell unterschiedlich. Denn auch wer selbst kein Haustier besitzt oder kaum in Kontakt mit Hund, Katze und Co. kommt, kann eine „Tierhaarallergie“ entwickeln. Um Klarheit zu schaffen, ist eine eindeutige Diagnose durch Fachärzte jedenfalls sinnvoll.

Haustiere sind allerdings nicht nur ein Risikofaktor: So legen aktuelle Forschungsergebnisse aus Großbritannien nahe, dass bei Kleinkindern, die engen Kontakt zu Hunden haben, ein geringeres Risiko für die Entwicklung von Hausstaub- und Nahrungsmittelallergien besteht.

Allergikerfreundliche Hunderassen

Wo keine Auslöser vorhanden sind, tritt die Allergie nicht in Erscheinung. Wer dennoch nicht ohne Hund leben möchte, kann, um die Symptome in Grenzen zu halten, auf Rassen oder Kreuzungen zurückgreifen, die einerseits weniger Haare verlieren und andererseits nicht zu exzessivem Sabbern neigen.

Klassiker unter den allergikerfreundlichen Hunden sind etwa Pudel und diverse Wasserhunde. Eine Alternative zu ihren „reinrassigen Kollegen“ stellen Pudel-Kreuzungen wie Labradoodle, Bernerdoodle und Aussiedoodle dar, die in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend an Beliebtheit gewonnen haben. Äußerst selten sind in unseren Breiten hingegen verschiedene Nackthunde.

Entgegen der häufigen Annahme sind Hunde mit kurzen Haaren nicht automatisch allergikerfreundlicher als ihre Artgenossen mit langem Fell. Entscheidender ist nämlich, wie häufig und intensiv ein Fellwechsel stattfindet.

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