Bichon Frisé (Hunderasse) – weiß, elegant und charmant

Ein Bichon Frisé liegt hechelnd im Gras.
Besonders im französischsprachigen Raum ist der Bichon Frisé oft anzutreffen. / Foto: Canva.

Diese fröhlich gelockte Schönheit ist besonders im französischsprachigen Raum um Frankreich und Belgien anzutreffen – ursprünglich stammte er jedoch aus Spanien. Der weltgewandte Wunderwauz mit dem schneeweißen Fell bezaubert mit seinem Charme und seinem freundlichen Wesen.

Bichon Frisé (Hunderasse) – Klassifikation FCI

FCI-Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde.
Sektion 1.1 – Bichons.
ohne Arbeitsprüfung
Ursprungsland: Frankreich, Belgien
Standardnummer: 215

Größe:
Rüden und Hündinnen – 25 bis 29 Zentimeter
Gewicht:
Rüden und Hündinnen – ca. 5 Kilogramm
Verwendung: Gesellschaftshund

Geschichte und Herkunft

Der genaue Ursprung des Bichon Frisé ist umstritten – Fakt ist jedoch, dass die kleinen weißen Schneebälle um 1500 von spanischen Seefahrern nach Europa gebracht wurden, wo sie sich besonders auf den Kanarischen Inseln ansiedelten. Der Name der Hunderasse geht wahrscheinlich auf sehr ähnliche Wasserhunde zurück, die im Französischen „Barbichon“ genannt wurden, später verkürzte sich diese Bezeichnung zu „Bichon“. Daher und wegen des gelockten Fells liegt eine Verwandtschaft mit dem Pudel oder Wasserspanielrassen nahe. Von Italien kam der ursprüngliche Arbeitshund, der gerne auf Schiffen mitgeführt wurde, nach Frankreich, wo besonders die adelige Oberschicht von den aufgeweckten Fellbündel begeistert waren. Sie machten

Das Gemälde "Die Herzogin von Alba" von de Goya zeigt einen Hund, welcher dem Bichon Frisé ähnlich sieht.
"Die Herzogin von Alba" von Francisco de Goya (1975), Öl auf Leinwand. / Abbildung: Wikipedia.

aus den eifrigen Arbeitsbienen freundliche Schoßhündchen. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden diese Gesellschaftshunde gerne auf Portraits ihrer berühmten Besitzer verewigt, beispielsweise auf Francisco de Goyas Gemälde „Die Herzogin von Alba“, welches in der linken Bildecke einen weißen, kleinen Hund mit gelocktem Fell zeigt. Unter der Herrschaft von Napoleon III. nannte man ihn zeitweise auch „Bichon Ténériffe“, bevor man sich 1978 offiziell auf „Bichon (á poil) Frisé“ einigte, was im Französischen wortwörtlich „kraushaariges Schoßhündchen“ bedeutet. Im Zuge der Französischen Revolution gelangte der Bichon Frisé von den Adeligen ins gemeine Volk, wo er aufgrund seines offenherzigen Wesens und Intelligenz mit offenen Armen empfangen wurde. Sie wurden als Haushunde, frühe Formen von Blindenhunden und als Zirkustiere eingesetzt. Nach dem Ersten Weltkrieg begannen Hundezüchter in Frankreich und Belgien, diese Rasse gezielt zu erhalten und zu verbreiten.

Der Bichon Frisé heute

1932 wurde der erste Rüde ins belgische Zuchtbuch eingetragen, Pitou. 1933 erstellte der französische Hundezuchtclub Société Centrale Canine den ersten Rassestandard für den Bichon Frisé. Im Zuge des Zweiten Weltkrieges wurde der Bichon Frisé (wie viele andere Hunderassen) beinahe ausgerottet. Nahrung und Geld waren knapp, und tödliche Krankheiten wüteten unter vielen Tierbeständen. Doch einigen engagierten Züchtern aus Frankreich und Belgien ist es zu verdanken, dass man die weißen Fellbälle noch heute bewundern darf. 1955 gelangte der erste Bichon Frisé auch in die USA und eroberte somit auch den amerikanischen Kontinent, 1956 wurde der erste Wurf in Deutschland registriert. Gerne wird der Bichon Frisé mit seinen engen Verwandten verwechselt, dem Malteser, dem Bologneser und dem Havaneser.

Ein Bichon Frisé läuft mit fliegenden Locken durchs Gras.
Der Bichon Frisé ist in Europa viel herumgekommen. / Foto: pixabay.

Wesen und Charakter

Weil der Bichon Frisé über hunderte Jahre als reiner Gesellschaftshund gezüchtet wurde, ist er noch heute ein angenehmer und unkomplizierter Familienhund. Trotz seiner kleinen Körpergröße verfügt er über eine tiefe Stimme, die er jedoch nur spärlich einsetzt. Das und seine geringen Platzansprüche machen ihn zu einem tollen Wohnungshund. Mit Kindern, anderen Hunden und Tieren ist dieser soziale Schmetterling hochverträglich und umgänglich. Besonders bei Kindern zeigt er viel Fingerspitzengefühl und kaum Aggression; selbst bei Provokation zieht er sich eher zurück, statt zu schnappen. Auch Fremden gegenüber zeigt der nervenstarke Bichon Frisé weder Nervosität noch Ängstlichkeit, weswegen man ihn beinahe überallhin problemlos mitnehmen kann. Auch seine Erziehung gestaltet sich üblicherweise unkompliziert und einfach, solange man gewisse Spielregeln einführt und auch aufrechterhält.

Wegen seiner ausgeprägten Intelligenz lernt diese Hunderasse gerne neue Tricks oder Kunsttsückchen, doch braucht er nicht zwingend Auslastungsbeschäftigungen wie Agility oder lange Wanderungen. Längere Spaziergänge, kleine Trainingseinheiten und viel (!) Sozialkontakt mit seinen Bezugspersonen reichen diesem kleinen Wuschel vollkommen, um rundum glücklich zu sein. Zudem ist er kein fordernder Hund, sondern passt sich dem Alltag seiner Familie freudig an. Deswegen eignet sich der Bichon Frisé auch gut als Ersthund für Anfänger sowie als Begleiter für ältere oder bewegungseingeschränkte Personen.

Ein Bichon Frisé läuft fröhlich über einen Steg am Wasser.
Mit seinem aufgeweckten Wesen ist der Bichon Frisé ein toller Begleithund, der gerne überall dabei ist. / Foto: pixabay.

Erscheinungsbild

Mit einer Widerristhöhe zwischen 25 und 29 Zentimetern gehört der Bichon Frisé zu den kleinen Hunderassen. Dank des stolz hochgetragenen Kopfes und dem lebhaften Gang erweckt dieser Hund einen aufgeweckten und verspielten Eindruck – und dieser täuscht nicht. Die dunklen, ausdrucksstarken und runden Augen und die dunkel pigmentierte Schnauze müssen auf dem ansonsten weißen Gesicht ein gleichseitiges Dreieck bilden. Die ebenfalls dunkel pigmentierte Haut darf jedoch nicht durch das weiße Fell scheinen. Zudem speichelt er wegen der fest geschlossenen Lefzen kaum, höchstens bei großer Aufregung oder Hitze. Die dreieckigen Hängeohren sind gut mit Fell bedeckt. Die Rute trägt der Bichon Frisé üblicherweise über den Rücken gebogen, sie darf sich aber nicht einrollen.

Fell und Pflege

Wie sein Name bereits verrät, ist der Bichon Frisé üppig mit lockeren Korkenzieherlocken behaart, zwischen denen das seidige Unterhaar hervorlugt. Insgesamt sieht und fühlt er sich sehr flauschig und weich an. Das reinweiße Fell darf weder glatt, noch verflochten, wollartig oder verfilzt sein. Vor dem Abschluss des ersten Lebensjahres kann sich ein Teil des Fells von Reinweiß zu leicht beige bzw. champagnerfarben ändern.

Rote Verfärbungen an den Augen weisen auf ein Problem mit den Tränenkanälen oder Tränendrüsen hin. Diese Probleme sind jedoch meist angeboren und lassen sich später nicht mehr beheben. Dennoch ist es wichtig, die Augen möglichst sauber zu halten. Ansonsten ist die Fellpflege des Bichon Frisé trotz der üppigen Locken sehr einfach. Regelmäßiges und sorgfältiges Kämmen und Bürsten soll das Verfilzen der Locken verhindern, regelmäßige Bäder braucht diese Hunderasse jedoch nicht. Zumal haart der Bichon Frisé kaum und ist zwar nicht vollkommen hypoallergen, so aber trotzdem angenehmer für Hundehaarallergiker zu ertragen.

Ein pompös frisierter Bichon Frisé auf einer Hundeausstellung.
Für Hundeausstellungen wird der Bichon Frisé gerne hübsch frisiert und rundlich gestylt. / Foto: Heike Andres via Wikipedia.

Gesundheit

Im Durschnitt wird der Bichon Frisé ungefähr 12 bis 13 Jahre alt und verfügt über eine relativ robuste Konstitution. Der älteste jemals dokumentierte Bichon Frisé soll sogar 21 Lebensjahre vollendet haben. Wie viele andere kleine Hunderassen können Patellaluxationen auftreten, außerdem kommen Katarakte, Diabetes, Lebershunts und Herzprobleme ebenfalls in dieser Rasse vor. Bei vernachlässigter Ohrenpflege kann wegen der Hängeohren eine Tendenz zu Ohreninfektionen vorliegen, dies lässt sich jedoch leicht vermeiden. Leider ist jedoch zu üppiges Fell ein großes Problem beim Bichon Frisé. Neben allergischen Reaktionen der Haut auf Zecken, Flöhe, Pollen, Hausstaub, etc. kann es vorkommen, dass es den Hunden besonders im Sommer zu heiß unter dem vielen Fell wird. Dann beginnen sie, ihre Pfoten und Haut zu beißen, was zu Wunden und später Narbenbildung führen kann.

Wusstest du, dass der Bichon Frisé ...

… eine ereignisreiche Karriere hinter sich hat?

Früher waren Bichon Frisés aufgrund ihres freundlichen Wesens und ihres attarktiven Äußeres gerne in europäischen Adelshäusern zu finden. Besonders in Italien, Spanien und Frankreich waren die weißen Flauschkugeln als Schoßwärmer für die Herrschaftshäuser weit verbreitet. Mit der Französischen Revolution jedoch hatte dieses Dasein ein Ende. Nachdem viele Adelige festgenommen, enthauptet oder vertrieben wurden, traf man die plötzlich herrenlosen Schoßhunde in den Straßen an. Straßenkünstler und Wanderakrobaten nahmen sich vieler Tiere an, weil die klugen Hunde sich leicht Kunststückchen und neue Tricks merken konnten. Auf diese Weise fanden viele Bichon Frisé beim Zirkus eine neue „Karriere“!

Ein Bichon Frisé macht Männchen.
Dank seiner Intelligenz lernt der Bichon Frisé leicht neue Kunststückchen. / Foto: Canva.

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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Zwei Bichon Frisé erkunden Nationalpark (Video)

Auch wenn der Bichon Frisé nicht besonders viel Auslauf braucht, um glücklich zu sein, können sie trotzdem auch auf längeren Spaziergängen gut mit uns Zweibeinern mithalten. Der beste Beweis sind diese beiden Bichon Frisés, Bom und Bow, die zusammen den Yosemite Nationalpark erkunden!

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