Yorkshire Terrier (Hunderasse): Vom Rattenfänger zum Edelhund

Yorkshire Terrier sind - trotz ihrer Größe - sehr mutige und selbstbewusste Vierbeiner. / Foto: Pixabay

Der Yorkshire Terrier wurde zunächst als Ratten- und Mäusejäger in den industrialisierten Städten des 19. Jahrhunderts eingesetzt. Rasch erlangte er aber an Popularität und etablierte sich als ein treuer Gesellschaftshund.

Yorkshire Terrier (Hunderasse) – Klassifizierung FCI

FCI-Gruppe 3: Terrier, Sektion 4: Zwerg-Terrier, ohne Arbeitsprüfung
Ursprungsland: Großbritannien

FCI-Standartnummer: 86
Widerristhöhe: nicht vorgegeben
Gewicht: bis 2,3 kg
Verwendung: Gesellschaftshund

Geschichte und Herkunft

Dass der Yorkshire Terrier im 19. Jahrhundert als Arbeitshund von unterprivilegierten Schichten in England gezüchtet wurde, um Ratten und Mäuse zu vertreiben, traut man dem edlen Bürschchen gar nicht zu. Der Name der Rasse steht im Zusammenhang mit seinem nordenglischen Herkunftsort, der Grafschaft Yorkshire. Durch die Industrialisierungen der Städte hatten die Einwohner, und natürlich vor allem die untersten Schichten, immer wieder mit unliebsamen Gästen wie Ratten oder Mäusen zu kämpfen. Die Aufgabe der Yorkies war es dann, diese Nagetieren von den Straßen, Haushalten und auch Industriehallen fernzuhalten.

Schon bald wurde aber auch die Oberschicht auf das liebenswürdige Kerlchen aufmerksam. Der Yorkshire Terrier gewann hier an einer stetig zunehmenden Popularität als Schoß- und Gesellschaftshund. Die Züchter erkannten also rasch das Potential der Rasse und optimierten daraufhin sein Aussehen: Seine Größe und sein Gewicht wurden reduziert, auch das Fell wurde möglichst lang und seidig gezüchtet.

Bereits 1886 wurde der Yorkshire Terrier als eigene Hunderasse deklariert. Seinen großen Bekanntheitsgrad erlange er aber erst in den 1970er Jahren.

Als Vorfahre für den Yorkshire Terrier gelten der Malteser, der Sky Terrier und der English Toy Terrier.

Yorkshire Terrier Yorkie Hunderasse Natur
Der Yorkshire Terrier liebt ausgedehnte Spaziergänge und braucht generell relativ viel Bewegung. / Foto: Pexels

Wesen und Charakter

Die Größe des Yorkshire Terriers darf nicht mit seinem Selbstbewusstsein gleichgesetzt werden: Tatsächlich ist der Yorkie ein sehr temperamentvoller Hund, der weiß was er will. Seine Unerschrockenheit war bei seinem ursprünglichen Einsatz als Ratten- und Mäusefänger bestimmt von Vorteil, kann aber die Erziehung als sehr herausfordernd gestalten. Der Yorkie ist sehr aufgeweckt und mutig – manchmal könnte man sogar von einer gewissen Selbstüberschätzung sprechen, die seinem Charakter anhaftet.

Auch darf einem seine Größe nicht über seinen Bewegungsdrang hinwegtäuschen: Der kleine Vierbeiner braucht sehr viel Bewegung und liebt Spiel, Spaß und Abenteuer. Wird der Yorkie von klein auf konsequent erzogen und bekommt auch genügend körperliche Auslastung, ist er ein treuer Gefährte, der sehr viel Liebe für seine Rudelmitglieder hegt. Aufgrund seines Temperamentes sollte er aber nicht in Anfängerhände geraten. Unerfahrene Besitzer würden sich wahrscheinlich an der Dominanz und an dem Selbstbewusstsein des Yorkies den Kopf stoßen.

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Zwei unzertrennliche Yorkshire Terriers. / Foto: Unsplash

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Erscheinungsbild Yorkshire Terrier

Der Yorkie ist ein sehr zierlicher und kleiner Hund. Sehr bezeichnend für die Rasse ist das lange, feine und seidige Fell. Auch die Rute ist stark behaart. Auf seinem kleinen Köpfchen sitzen die v-förmigen Ohren gerade aufgerichtet und ziemlich hoch angesetzt.

Das Haarkleid des Yorkies hat eine ganz bestimmte Farbe und Zeichnung: Vom Hinterhauptbein bis zum Ansatz der Rute zieht sich ein dunkles Stahlblau. Das Fell an der Brust ist hellbraun. Alle braunen Haare des Yorkshire Terriers sind am Ansatz dunkel und werden zur Spitze hin heller.

Fellpflege

Da das Haarkleid aus dünnen und langen Haare besteht, ist es sehr wichtig, dass das Fell täglich gebürstet wird, damit es schön und glänzend bleibt. Behindert das Haar am Kopf das Sichtfeld des Yorkies, kann mit Kürzungen oder auch Haarspangen Abhilfe geschafft werden. Angenehm ist die Tatsache, dass das Haarkleid des Hundes keinem Fellwechsel unterliegt.

Are you a Yorkiecorn? – Yes, I’m a Yorkiecorn (für Damen, Herren und Kinder)

Wusstest du, dass der Yorkshire Terrier...

…früher nicht nur Ratten und Mäuse vertrieb, sondern auch für illegale Kaninchenjagden und das sogenannte „rat-baiting“ eingesetzt wurde? Bei dieser blutigen Sportart wurde der Yorkie in eine Rattengrube („pit“) gesetzt, und musste in einer bestimmten Zeit so viele Ratten wie möglich töten.

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Der Yorkshire Terrier ist immer für Spiel, Spaß und Abenteuer zu haben. / Foto: Pixabay

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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