Dienstag, September 27, 2022
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Afghanischer Windhund (Hunderasse) – elegantes Supermodel

Der afghanische Windhund ist der Inbegriff von Grazie und Glamour: Mit seinem langen, seidigen Fell und dem hochbeinigen, schlanken Körper ist er ein richtiger Hingucker. Doch eigentlich sind die eleganten Fellnasen talentierte Jäger und schnelle Läufer.

Afghanischer Windhund (Hunderasse) – Klassifikation FCI

FCI-Gruppe 10: Windhunde.
Sektion 1 – langhaarige und befederte Windhunde.
ohne Arbeitsprüfung
Ursprungsland: Afghanistan

FCI-Standardnummer: 228
Widerristhöhe:
Rüde: 68 – 74 cm
Hündin: 63 – 69 cm
Verwendung: Windhund

Geschichte und Herkunft

Der genaue Ursprung der Hunderasse ist leider aufgrund fehlender Quellen unbekannt, doch es wird angenommen, dass der Vorfahr des afghanischen Windhundes bereits um 4000 v. Chr. vom Nahen Osten nach Afghanistan gekommen war und von den dortigen Nomaden gezüchtet wurde. Er wurde als Jagdhund gehalten und war auch Teil der Jagd mit Falken, die damals nur von wenigen privilegierten Individuen durchgeführt werden durfte – der afghanische Windhund war also nicht nur Jagdgefährte, sondern auch eine Art kostbares Statussymbol. Die drei ursprünglichen Typen der Rasse umfassten den langhaarigen Bakhmull, den glatthaarigen Luchak und den ebenfalls glatthaarigen Kalagh, der jedoch an den Läufen und Ohren langes Fell aufwies.

Um 1900 gelangten die ersten Rassevertreter nach Großbritannien, die aufgrund eines Exportverbotes von britischen Soldaten des zweiten anglo-afghanischen Krieges außer Landes geschmuggelt wurden. Ein besonders anmutiges Exemplar namens “Zardin” erregte große Aufmerksamkeit auf den Hundeausstellungen; er wurde 1907 auf den ausdrücklichen Wunsch von König Eduard VII. und seiner Frau sogar in den Buckingham Palace vorgeladen. Zardin gewann 1909, 1910 und 1911 die Klasse für ausländische Hunde bei der Crufts-Ausstellung und wurde zum vorbildlichen Rassestandard der europäischen Windhundezucht. Nachdem er den Besitzer wechselte, verschwanden er und seine spärlichen Nachfahren allerdings aus unbekannten Gründen aus den Stammbäumen. Da der afghanische Windhund immer mehr Richtung Hundeausstellungen gezüchtet wurde, entwickelten sich zwei Typen im Westen: der Rennafghane mit kürzerem Fell und die Showafghanen mit langem, üppigen Fell, der hauptsächlich in den USA gezüchtet wurde.

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Afganische Windhunde sind schnelle und ausdauernde Läufer. / Foto: pixabay.

Wesen und Charakter

Im Haus zeichnet sich der afghanische Windhund durch seine innere Ruhe, Unabhängigkeit, Würde und Sanftheit aus. Dennoch muss er sehr vorsichtig an das Alleinsein im Haus gewöhnt werden, denn er könnte negativ reagieren, wenn er zu schnell zu lange auf sich alleine gestellt ist. Er verträgt sich in der Regel gut mit anderen Hunden und auch Kindern, kann aber bei falscher Erziehung aufgrund seiner Sensibilität  sehr misstrauisch gegenüber Fremden werden. Dieser Hund verfügt über keinen Schutztrieb – wer also einen wachsamen Beschützer sucht, ist mit anderen Hunderassen besser beraten. Zudem gilt der afghanische Windhund als eher durchsetzungsfähig und ein wenig sturköpfig, weswegen sich seine Erziehung besonders viel Konsequenz und Geduld erfordert. Als Besitzer muss man seiner ausgeprägten Persönlichkeit und seiner Intelligenz gewachsen sein, um als Partner auf Augenhöhe akzeptiert zu werden. Trotzdem entwickeln sie eine enge Bindung an ihre Bezugsperson, dessen Aufmerksamkeit und Liebe sie auch vehement einfordern.

Auch wenn der Afghane wie ein elegantes Supermodel aussieht – in seinem Herzen ist er noch immer ein talentierter Jagdhund. Daher kann es sein, dass er im Wald und auf Wiesen plötzlich nicht mehr abrufbar ist, wenn er Beute wittert. Wer sich nicht sicher ist, ob der Hund im Ernstfall auch sicher zurückkommt, sollte ihn daher auf weiter Flur lieber nicht ableinen. Sein ausgeprägtes Bewegungsbedürfnis kann man am besten mit langen Spaziergängen, als Joggingbegleitung oder sogar auf der Hunderennbahn auslasten. Die Haltung in dicht besiedelten Gebieten ist daher nur dann sinnvoll, wenn man ihm regelmäßig artgerechten Auslauf bieten kann. Dann gibt sich dieser würdevolle Hund auch mit einer Wohnung ohne Garten zufrieden.

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Ein afghanischer Windhund steht vor einem Holzzaun.
Der afghanische Windhund wird wegen seines zahmen und freundlichen Wesens sehr geschätzt. / Foto: Canva.

Erscheinungsbild

Das Aussehen des afghanischen Windhundes soll Eleganz und Würde ausstrahlen, jedoch auch deutlich auf die Schnelligkeit und Kraft dieser Rasse hinweisen. Das Verhältnis von Schulterhöhe zu Hundelänge sollte ungefähr 1:1 betragen. Der Kopf wird stolz erhoben getragen, der Schädel ist lang, darf aber nicht zu schmal werden. Die Pigmentierung des Nasenschwamm ist üblicherweise schwarz, kann aber bei hellerem Fell auch leberfarben sein. Die dreieckigen Augen sind meist dunkel, doch manche Hunde können eine goldene Iris haben. Die Ohren sind mit seidigem Fell bedeckt und am Kopf recht weit hinten angesetzt. Aufgrund der sorgfältig gezüchteten Geometrie der Gliedmaßen wirken die Bewegungen leicht und federnd. Die Rute ist tief angesetzt und am Abschluss einfach geringelt.

Fell und Pflege

An den Rippen, an der Vor- und Hinterhand und an den Flanken soll das Fell lang und von der typisch feinen, seidigen Struktur sein. Erwachsene Tiere sollen von den Schultern an rückwärts und entlang des Sattels aber eher kurzes Fell aufweisen. Von der Stirn soll ein langer Haarschopf nach hinten fallen, der auch “topknot” (dt. Haarknoten, Dutt) genannt wird, auch Ohren und Läufe müssen lang behaart sein. Das Fell am Vorgesicht ist jedoch kurz. Grundsätzlich sind alle Farben zulässig, besonders häufig kommen rot, creme, silber, schwarz, schwarzbraun, silber-schwarz, blau, elfenbeinfarben und Domino vor, manchmal weist der Kopf eine schwarze oder blaue Maske auf.

Die Fellpflege des Afghanischen Windhundes ist sehr zeitaufwendig. Besonders Aussteller wollen das prächtige Haarkleid schonen und setzen daher auf Zupfen statt Bürsten. Für einen als normalen Familienhund gehaltenen Afghanen reicht es jedoch, täglich mit einer Bürste zu pflegen. Verfilzten Haaren kann man durch regelmäßig angewendeten Conditioner, speziellen Haarölen oder Entfilzungssprays vorbeugen. Aber Achtung! Auch zwischen den empfindlichen Pfoten können sich Filzzotten bilden, regelmäßige Kontrolle ist daher notwendig. Am besten vertraut man die aufwendige Pflege des Afghanen mit regelmäßigen Terminen beim Hundefrisör einem Profi an oder lässt sich dort beraten.

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So fotogen wie kaum eine andere Hunderasse - der Afghane ist ein wahres Supermodel! / Fotos: unsplash.

Gesundheit

Der afghanische Windhund gilt grundsätzlich als sportliche und aktive Hunderasse. Diese Tiere können im Durchschnitt zwischen 12 und 14 Jahre alt werden. Dennoch gibt es Krankheiten, die in dieser Hunderasse öfter auftreten können. Dazu gehören Ellenbogenluxationen und Hüftdysplasie sowie Augenerkrankungen wie progressive Retinaatrophie (PRA) und Grauer Star. Außerdem kann es zu einer rassespezifischen, vermutlich erblich bedingten Degeneration der weißen Nervensubstanz im Hals- und Brustmark kommen, die auch Afghanenmyelopathie genannt wird. Im Zuge dieser Erkrankung entstehen schon im ersten Lebensjahr unvollständige Lähmungen (Paresen), binnen weniger Wochen kommt es zu einer kompletten Lähmung aller vier Gliedmaßen (Tetraplegie).

Wusstest du, dass der afghanische Windhund...

… bis zu 50 km/h schnell laufen kann?

Als Windhundrasse ist der afghanische Windhund dafür bekannt, ein schneller und agiler Läufer zu sein, doch er schafft sogar Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 50 km/h – das ist schneller als so manche Vespa! Doch ohne sein wenig aerodynamisches, langes Fell wäre diese Hunderasse vielleicht sogar noch schneller.

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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Der afganische Windhund in Aktion (Video):

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