Afghanischer Windhund (Hunderasse) – elegantes Supermodel

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Der afghanische Windhund besticht durch sein langes Fell und seine schlanke, grazile Gestalt. / Foto: unsplash.

Der afghanische Windhund ist der Inbegriff von Grazie und Glamour: Mit seinem langen, seidigen Fell und dem hochbeinigen, schlanken Körper ist er ein richtiger Hingucker. Doch eigentlich sind die eleganten Fellnasen talentierte Jäger und schnelle Läufer.

Afghanischer Windhund (Hunderasse) – Klassifikation FCI

FCI-Gruppe 10: Windhunde.
Sektion 1 – langhaarige und befederte Windhunde.
ohne Arbeitsprüfung
Ursprungsland: Afghanistan

FCI-Standardnummer: 228
Widerristhöhe:
Rüde: 68 – 74 cm
Hündin: 63 – 69 cm
Verwendung: Windhund

Geschichte und Herkunft

Der genaue Ursprung der Hunderasse ist leider aufgrund fehlender Quellen unbekannt, doch es wird angenommen, dass der Vorfahr des afghanischen Windhundes bereits um 4000 v. Chr. vom Nahen Osten nach Afghanistan gekommen war und von den dortigen Nomaden gezüchtet wurde. Er wurde als Jagdhund gehalten und war auch Teil der Jagd mit Falken, die damals nur von wenigen privilegierten Individuen durchgeführt werden durfte – der afghanische Windhund war also nicht nur Jagdgefährte, sondern auch eine Art kostbares Statussymbol. Die drei ursprünglichen Typen der Rasse umfassten den langhaarigen Bakhmull, den glatthaarigen Luchak und den ebenfalls glatthaarigen Kalagh, der jedoch an den Läufen und Ohren langes Fell aufwies.

Um 1900 gelangten die ersten Rassevertreter nach Großbritannien, die aufgrund eines Exportverbotes von britischen Soldaten des zweiten anglo-afghanischen Krieges außer Landes geschmuggelt wurden. Ein besonders anmutiges Exemplar namens „Zardin“ erregte große Aufmerksamkeit auf den Hundeausstellungen; er wurde 1907 auf den ausdrücklichen Wunsch von König Eduard VII. und seiner Frau sogar in den Buckingham Palace vorgeladen. Zardin gewann 1909, 1910 und 1911 die Klasse für ausländische Hunde bei der Crufts-Ausstellung und wurde zum vorbildlichen Rassestandard der europäischen Windhundezucht. Nachdem er den Besitzer wechselte, verschwanden er und seine spärlichen Nachfahren allerdings aus unbekannten Gründen aus den Stammbäumen. Da der afghanische Windhund immer mehr Richtung Hundeausstellungen gezüchtet wurde, entwickelten sich zwei Typen im Westen: der Rennafghane mit kürzerem Fell und die Showafghanen mit langem, üppigen Fell, der hauptsächlich in den USA gezüchtet wurde.

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Afganische Windhunde sind schnelle und ausdauernde Läufer. / Foto: pixabay.

Wesen und Charakter

Im Haus zeichnet sich der afghanische Windhund durch seine innere Ruhe, Unabhängigkeit, Würde und Sanftheit aus. Er verträgt sich in der Regel gut mit anderen Hunden und auch Kindern, kann aber bei falscher Erziehung aufgrund seiner Sensibilität  sehr misstrauisch gegenüber Fremden werden. Im Freien könnte sein Jagdinstinkt erwachen – er braucht also im Wald und auf Wiesen entweder eine sichere Hand oder sollte erst gar nicht abgeleint werden. Auch wenn der Afghane wie ein elegantes Supermodel aussieht – in seinem Herzen ist er noch immer ein talentierter Jagdhund.

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Erscheinungsbild

Das Aussehen des afghanischen Windhundes soll Eleganz und Würde ausstrahlen, jedoch auch deutlich auf die Schnelligkeit und Kraft dieser Rasse hinweisen. Das Verhältnis von Schulterhöhe zu Hundelänge sollte ungefähr 1:1 betragen. Der Kopf wird stolz erhoben getragen, der Schädel ist lang, darf aber nicht zu schmal werden. Aufgrund der sorgfältig gezüchteten Geometrie der Gliedmaßen wirken die Bewegungen leicht und federnd. Die Rute ist tief angesetzt und am Abschlus einfach geringelt.
An den Rippen, an der Vor- und Hinterhand und an den Flanken soll das Fell lang und von der typisch feinen, seidigen Struktur sein. Erwachsene Tiere sollen von den Schultern an rückwärts und entlang des Sattels aber eher kurzes Fell aufweisen. Von der Stirn soll ein langer Haarschopf nach hinten fallen, der auch „topknot“ (dt. Haarknoten, Dutt) genannt wird, auch Ohren und Läufe müssen lang behaart sein. Das Fell am Vorgesicht ist jedoch kurz. Grundsätzlich sind alle Farben zulässig, besonders häufig kommen rot, creme, silber, schwarz, schwarzbraun, silber-schwarz, blau, elfenbeinfarben und Domino vor, manchmal weist der Kopf eine schwarze oder blaue Maske auf.

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So fotogen wie kaum eine andere Hunderasse - der Afghane ist ein wahres Supermodel! / Fotos: unsplash.

Gesundheit

Der afghanische Windhund kann an einer rassespezifischen, vermutlich erblich bedingten Degeneration der weißen Nervensubstanz im Hals- und Brustmark leiden, die auch Afghanenmyelopathie genannt wird. Im Zuge dieser Erkrankung entstehen schon im ersten Lebensjahr unvollständige Lähmungen (Paresen), binnen weniger Wochen kommt es zu einer kompletten Lähmung aller vier Gliedmaßen (Tetraplegie).

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… bis zu 50 km/h schnell laufen kann?

Als Windhundrasse ist der afghanische Windhund dafür bekannt, ein schneller und agiler Läufer zu sein, doch er schafft sogar Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 50 km/h – das ist schneller als so manche Vespa!

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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Der afganische Windhund in Aktion (Video)

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