Portugiesischer Wasserhund – ein begnadeter Schwimmer

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Wie sein Name schon verrät ist der Portugiesische Wasserhund (Cão de Água Português) ein guter Schwimmer. / © Foto: Pixabay

Der Portugiesische Wasserhund ist ein umgänglicher und angenehmer Begleithund. Mehr über Wesen, Aussehen und Eigenschaften dieser Hunderasse haben wir im folgenden Porträt zusammengefasst …

Er liebt das Wasser, benötigt viel Auslauf und Beschäftigung. Die Rasse ist hierzulande eher selten, erfreut sich aber steigender Beliebtheit: die Rede ist vom Portugiesischen Wasser Hund oder Cão de Água Português.

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Bo, der Portugiesische Wasserhund des ehemaligen US-Päsidenten Barack Obama, vor dem Weißen Haus in Washington D.C. / Foto: Pixabay

Klassifizierung FCI

FCI-Gruppe 8:
Apportierhunde, Stöberhunde
& Wasserhunde
Sektion 3: Wasserhunde
Ohne Arbeitsprüfung
Ursprungsland: Portugal
FCI-Standardnummer: 37
Widerristhöhe:
Rüden 50–57 cm
Hündinnen 43–52 cm
Gewicht:
Rüden 19–25 kg
Hündinnen 16–22 kg
Verwendung: Wasserhund, Begleithund

Geschichte und Herkunft

Vor vielen Jahren war der Portugiesische Wasserhund häufig entlang der Küste Portugals zu finden. Heutzutage trifft man die Rasse nur noch bei traditionellen Fischereibetrieben in ihrer ursprünglichen Heimat in der Provinz Algarve an, wo sie nach wie vor noch als Wasserhund eingesetzt wird. Als Fischerhund hatte er die Aufgabe, die Boote und den Fang zu bewachen und leistete wertvolle Dienste rund um den Fischfang. In Folge der Modernisierung wurde die Rasse für den herkömmlichen Betrieb nicht mehr benötigt und somit wurde aus dem Portugiesische Wasserhund eine rare Spezies. Sie ist auch heute noch wenig verbreitet, wurde aber bekannter, als ein Vertreter davon im Jahr 2009 zur Präsidentenfamilie ins Weiße Haus einzog. In Portugal hat der Wasserhund – oder auch Cão de Agua Português – einen nationalen Status.

Bekanntheit erlangte die Hunderasse auch durch „Bo“, dem „First Dog“ des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama.

 

Wesensart und Verhalten

Das lange zottelige Fell täuscht ein wenig über das ausgeprägte Temperament des Hundes hinweg. Typische Charaktereigenschaften sind hohe Intelligenz, Gelehrigkeit und Stolz. Im Rudel gibt es meist eine klare Rangordnung. Wird der Hund im Familienverband gehalten, ist eine frühe Sozialisierung wichtig. Ganz nach seinem Ursprung liebt er auch heute noch das Wasser und ist ein begnadeter Schwimmer. Der Portie hat einen ausgeprägtes Sehvermögen und einen guten Geruchssinn. Er ist gehorsam, braucht allerdings sehr viel Beschäftigung und Auslauf.

Video: Portugiesischer Wasserhund beim Schwimmen

Erscheinungsbild

Den Cão de Agua Português gibt es in zwei farblichen Varianten: mit gewelltem Langhaar oder mit kürzerem gekräuselten Haar. Die Farbpalette reicht von einfarbig (weiß, schwarz oder braun) bis zu Mischungen mit schwarz und braun mit weiß.
Früher wurde der Hund von der Rückenmitte abwärts geschoren, um den Körper vor der Kälte zu schützen und ihm eine maximale Beinfreiheit im Wasser zu geben. Der sogenannte „Löwenschur“ ist typisch für diese Rasse, ist aber heutzutage nicht mehr üblich. Als leidenschaftlicher Schwimmer hat der Portie von Natur aus gut entwickelte Muskeln und seine Proportionen sind kräftig.

Schon gewusst?

Der Portugiesische Wasserhund hat Zwischenzehenhäute. Diese eigenen „Schwimmflossen“ unterstützen ihn beim Tauchen und Schwimmen.

Die Rasse im Überblick

Bewegung

Rasse im Überblick - Bewertung 3 von 4

Fellpflege

Rasse im Überblick - Bewertung 2 von 4

Familienfreundlichkeit

Rasse im Überblick - Bewertung 3 von 4

Anfängertauglich

Rasse im Überblick - Bewertung 1 von 4

Interview mit Andrea Feichtinger – Züchterin und u. a. Frauchen der Portugiesischen Wasserhündin Hera

Wie bist du auf die Rasse aufmerksam geworden?

Ich habe nach einer gesunden, alten Hunderasse gesucht, die möglichst keine Haare verliert und ruhig und ausgeglichen genug ist, um sie mit zum Kunden bzw. mit ins Büro zu nehmen. Dabei bin ich auf den Portugiesischen Wasserhund gestoßen und habe mich sofort in diese Rasse verliebt – damals ahnte ich noch nicht, wie sehr sich diese Begeisterung und Liebe entwickeln würde…

Warum hast du dich genau für diese Hunderasse entschieden?

Ich hatte Glück, denn ich wollte schon lange einen Hund haben und habe mir schon viele Zuchtstätten und verschiedene Rassen angeschaut, aber nie war ein Welpe frei und ich hätte immer mehrere Monate warten müssen – dabei bin ich dann zufällig zu einer Züchterin in Graz gekommen, die einen Wurf von 13 Welpen hatte und einer von diesen war noch zu haben. Da war sie nun – meine Hera.

Ich war schon so verrückt nach der Idee, einen Hund zu bekommen, dass ich jeden genommen hätte, den ich haben hätte können, aber das Schicksal meinte es gut mit mir und so habe ich tatsächlich den besten aller Hunde durch Zufall bekommen.

Welche „rassetypischen“ Eigenschaften sind besonders herausfordernd?

Der Porty ist ein sehr sensibler und intelligenter Hund, der gerne beschäftigt sein möchte und gerne Denkarbeiten hat. Er kann stur sein und erledigt unnötige Aufgaben gar nicht gerne. Allerdings  ist unsere Hündin total gerne bei uns und macht einfach alles mit uns mit. Sie begleitet uns bei Radtouren genauso wie auf Segeltörns oder auf Skitouren, bei langen Wanderungen oder einfach nur kleinen Spaziergängen.

Sie ist freundlich zu jedem, der uns begegnet und zaubert fast allen Menschen ein Lächeln ins Gesicht. Jeder will ihr lockiges Haar streicheln und lässt sich von ihrer Ruhe anstecken. Sie ist einfach zu führen und lernt schnell was man von ihr will. Ein toller Familienhund.

Wie sieht dein Alltag mit Hund aus?

Um 6 Uhr morgens machen wir täglich unseren Spaziergang, der manchmal länger und dann wieder nur 15 Minuten dauern kann, aber es wird gegangen. Je nachdem wie viel Arbeit im Büro ist, schläft sie dann meist den ganzen Vormittag unter meinem Schreibtisch und kommt nur kurz hervor, wenn Kunden kommen und ihr Typ verlangt wird.

Obwohl wir einen Garten haben, geht sie nicht alleine nach draußen, sondern ist lieber bei uns im Büro. Am Nachmittag kommt sie dann und animiert mich mit ihr im Garten zu spielen. Am Wochenende unternehmen wir meist Aktivitäten, bei denen sie voll Begeisterung mitmacht und wo mir immer aufs Neue bewusst wird, welche Energie hier schlummert. Aus Überzeugung, die optimale Hunderasse für Familien gefunden zu haben, haben wir eine Hobbyzucht gegründet und werden heuer im Sommer hoffentlich unseren dritten Wurf an ihre neuen Familien übergeben.

Die Auswahl der neuen Besitzer ist jedes Mal eine große Herausforderung und auch für den kommenden Wurf haben wir bereits alle eventuell geborenen Welpen in perfekten Familien untergebracht. Die viele Arbeit mit den kleinen Welpen und das Heranwachsen erleben zu dürfen, ist das Schönste, was man sich vorstellen kann und erfüllt mich mit großer Freunde und Dankbarkeit zur Natur und zu meiner Hündin Hera. Ein Leben ohne Hund wäre wohl auch möglich – aber schade um die Zeit.

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Hundefreundin Andrea mit Portugiesischen Wasserhunden. / © Foto: Andrea Feichtinger

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