Schmerzfrei, aber sicher

Schmerzfrei, aber sicher

von Nina Chibici
„Besorgter, kranker Hund wirkt schwach – Warnhinweis: Schmerzmittel für Menschen sind für Hunde tabu und können Vergiftungen auslösen.“

Schmerzmittel für Menschen sind für Hunde gefährlich: Warum Ibuprofen, Paracetamol & Diclofenac tabu sind

Schmerzmittel für Menschen sind für Hunde absolut tabu. Viele gängige Wirkstoffe wie Ibuprofen, Paracetamol, Aspirin oder Diclofenac sind für sie hochgiftig und können bereits in kleinen Mengen schwere Vergiftungen auslösen. Die Folgen reichen von Magen-Darm-Blutungen über Nieren- und Leberschäden bis hin zu inneren Blutungen. Typische Anzeichen einer Vergiftung sind Erbrechen, Durchfall – oft sogar blutig –, Appetitlosigkeit, Schwäche, Zittern oder Krampfanfälle. Wer auch nur den Verdacht hat, dass sein Hund versehentlich ein Humanpräparat geschluckt hat, sollte keine Zeit verlieren und sofort eine Tierärzt:in oder eine tierärztliche Notfallpraxis kontaktieren.

Pfoten weg von Humanpräparaten: Schmerzmittel für Menschen können für Hunde hochgiftig sein.

Wichtige Tipps bei schmerzgeplagten Hunden

  • Nie selbst behandeln: Schmerztherapie beim Hund gehört immer in tierärztliche Hände. Selbst kleinste Eigenversuche können fatale Folgen haben.

  • Regelmäßige Kontrolle: Bei Langzeitgabe von Schmerzmitteln sind Blutuntersuchungen wichtig (Leber- und Nierenwerte).

  • Alternative Therapien: Physiotherapie, Akupunktur, Nahrungsergänzungen (z. B. Grünlippmuschel, Omega-3-Fettsäuren) können zusätzlich helfen.

  • Symptome von Schmerzen erkennen: Lahmheit, Winseln, verändertes Verhalten, Appetitverlust, übermäßiges Lecken bestimmter Körperstellen.

  • Notfallnummer bereithalten: Immer die Telefonnummer der Tierärzt:in oder der nächsten Tierklinik griffbereit haben.

Schmerzmittel für Hunde: Welche Medikamente Tierärzt:innen einsetzen

Ganz anders verhält es sich mit Medikamenten, die speziell für Hunde entwickelt und zugelassen sind. Hier greifen Tierärzt:innen zu Wirkstoffen, deren Sicherheit und Wirkung geprüft wurden. Besonders häufig kommen sogenannte nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Carprofen, Meloxicam, Firocoxib oder Robenacoxib zum Einsatz, die gleichzeitig Schmerzen lindern und Entzündungen hemmen.

Schmerzmittel gegen Entzündungen: Warum NSAR beim Hund so oft eingesetzt werden

In speziellen Fällen – etwa nach Operationen – werden auch Opioide wie Tramadol, Buprenorphin oder Morphin verwendet, meist in der Klinik. Für Nervenschmerzen hat sich Gabapentin bewährt, während Metamizol (Novalgin) bei starken Schmerzen oder Fieber eingesetzt wird. Welches Mittel im Einzelfall passt, entscheidet immer die Tierärzt:in – abhängig von Ursache und Schwere der Beschwerden sowie vom Alter, Gewicht und eventuellen Vorerkrankungen des Hundes.

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