Samstag, September 24, 2022
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Mein Hund trinkt sehr viel – Muss ich mir Sorgen machen?

Der Flüssigkeitsbedarf eines Hundes bewegt sich zwischen 40 und 100 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht. Die tatsächliche Menge hängt von der Fütterung, dem Aktivitätslevel und der Außentemperatur ab. Vielleicht hat sich dein Liebling stark verausgabt und trinkt deshalb mehr. Beim Joggen, Radfahren oder Hundesport wachsen begeisterte Fellnasen über sich hinaus – und gehen bis an ihre Leistungsgrenze.

Manchmal kommt es allerdings vor, dass Hunde scheinbar grundlos übermäßig viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Das ist ein Alarmsignal. Dahinter können ernsthafte Erkrankungen stecken. Zu viel Wasser kann schädlich sein und sogar zu einer Vergiftung führen.

Wie du herausfindest, was hinter den veränderten Trinkgewohnheiten steckt und wann ein Tierarztbesuch nötig ist, erfährst du hier.

Häufige Ursachen für erhöhten Durst

Wenn dein Hund einmalig oder vorübergehend sehr viel trinkt, kann die Ursache harmlos sein. Die drei häufigsten Gründe für eine vermehrte Wasseraufnahme sind das Wetter, die Ernährung und das Aktivitätslevel deines Vierbeiners.

Ernährung

Salzhaltige Snacks und Kauartikel machen durstig. Hast du deinem vierbeinigen Gefährten vielleicht ein paar Leckerchen außer der Reihe zugesteckt? Kürzliche Futterumstellungen können ebenso zu einem veränderten Trinkverhalten führen. Die holistische Nahrung von belcando.de bietet deinem Hund alle wichtigen Nährstoffe durch den Einsatz frischer Zutaten. Generell spielt die Ernährung beim Flüssigkeitsbedarf eine große Rolle. Fütterst du Trockenfutter, benötigt dein Hund mehr Wasser als bei einer Ernährung mit Feuchtnahrung oder BARF.

Hundepfoten neben einer Schüssel voller Trockenfutter. /Foto: pixabay
Ein Grund für vermehrten Durst kann die Ernährung des Vierbeiners sein. Trockenfutter etwa weist einen sehr geringen Feuchtigkeitsanteil auf. /Foto: pixabay

Das liegt am Wassergehalt der Mahlzeiten:

  • Trockenfutter enthält nur etwa 10 Prozent Feuchtigkeit.
  • Bei Feuchtnahrung liegt der Wassergehalt bei rund 70 bis 80 Prozent.
  • Beim Barfen bestehen die Futterrationen zu ungefähr 75 Prozent aus Wasser.

Landet überwiegend Trockennahrung im Napf, ist dein Hund gezwungen, den Flüssigkeitsmangel durch verstärktes Trinken auszugleichen. Bei den beiden anderen Ernährungsformen ist das nicht nötig. Fleisch, aber auch Obst und Gemüse besitzen einen hohen Feuchtigkeitsanteil. Dementsprechend trinkt dein Vierbeiner weniger.

Wetter

Möglicherweise ist es draußen besonders heiß. Dein Vierbeiner schwitzt in der heißen Sommersonne nicht wie wir Menschen. Hunde regulieren ihre Körpertemperatur über die Pfötchen und durch Hecheln. Darüber geht Flüssigkeit verloren. Diesen Verlust versucht dein Liebling durch vermehrtes Trinken wieder auszugleichen.

Aktivität

Hund läuft über eine Wiese mit Löwenzahn. /Foto: pixabay
Sportliche Hunde benötigen mehr Flüssigkeit als Hunde, die am liebsten auf der Couch faulenzen. /Foto: pixabay

Lebst du mit einem Mops oder mit einem Weimaraner an deiner Seite? Abgesehen von der Größe spielt das Aktivitätslevel eine Rolle. Ist dein Vierbeiner eine echte Sportskanone und ständig mit dir unterwegs? Dann braucht er mehr Flüssigkeit als ein gemütlicher Gefährte, der am liebsten auf dem Sofa lümmelt.

Anzeichen für Erkrankungen

Am Wetter an der Ernährung oder der hohen Aktivität deines Vierbeiners kann sein erhöhter Flüssigkeitskonsum nicht liegen? Dann liegt möglicherweise eine ersthafte Erkrankung vor. Vereinbare sicherheitshalber für deinen Hund einen Termin beim Tierarzt. Bring am besten eine Urinprobe zur Untersuchung mit. Einige Erkrankungen stehen in engem Zusammenhang mit einer erhöhten Trinkmenge. Die häufigsten haben wir hier für dich zusammengestellt.

Magen-Darm-Probleme

Erbricht sich dein Vierbeiner häufig? Hat er eventuell Durchfall? Dabei verliert der Körper Flüssigkeit. Das führt möglicherweise dazu, dass dein Hund versucht, diesen Wassermangel durch Trinken auszugleichen. Dein Tierarzt kann dich dabei unterstützen, den Grund für die Magen-Darm-Problematik zu finden. Möglicherweise steckt sogar eine Vergiftung dahinter.

Nierenerkrankungen

Auch bei Nierenkrankheiten trinken Hunde sehr viel. Ihre Nieren arbeiten nicht mehr richtig. Die Organe schaffen es nicht mehr, das Blut zuverlässig zu filtern und die Giftstoffe über den Urin aus dem Körper zu befördern. Bei Morbus Cushing, einer Erkrankung der Nebenniere, bilden sich Tumore in der Nebenniere oder in der Hirnanhangsdrüse. Symptome dafür sind ein gesteigertes Trinkbedürfnis und häufiges Wasserlassen.

Diabetes mellitus

Ist dein vierbeiniger Gefährte bereits ein Senior? Eventuell leidet er an einem Diabetes mellitus. Diese Stoffwechselerkrankung kommt häufiger bei älteren Hunden vor.

Alter Hund im Profil. /Foto: pixabay
Hunde-Senioren leiden häufig unter Diabetes mellitus. Die Stoffwechselerkrankung führt unter anderem zu vermehrter Flüssigkeitsaufnahme. /Foto: pixabay

Blasenentzündung

Bei einer Blasenentzündung sind die Harnwege gereizt. Dein Hund spürt den ständigen Drang, Urin abzusetzen. Das führt dazu, dass er viel Flüssigkeit ausscheidet. Manchmal passiert das auch ungewollt. Dann findest du möglicherweise Tröpfchen in der Wohnung. Diesen Flüssigkeitsverlust füllt dein Vierbeiner instinktiv durch verstärktes Trinken wieder auf.

Gebärmutterentzündung

War deine Hündin vor vier bis zehn Wochen läufig? Dann könnte hinter der erhöhten Wasseraufnahme eine Gebärmutter-Vereiterung stecken.

Wasserbedarf und Kontrolle

Dein Hund steht gefühlt ständig am Wassernapf? Wenn du sicherstellen möchtest, ob dein Vierbeiner wirklich zu viel trinkt, notiere, wie viel Flüssigkeit er zu sich nimmt.

Dabei gehst du folgendermaßen vor:

Miss eine Woche lang mit einem Messbecher die Wassermenge ab, die dein Vierbeiner bekommt. Abends prüfst du, wie viel davon noch im Napf übrig ist. Auf diese Weise berechnest du, wie viel Wasser er getrunken hat. Achtung: Die meisten Hunde kleckern. Zieh das, was neben dem Napf landet, von der Gesamtmenge Wasser ab. Sonst entstehen verfälschte Werte.

Ist die Menge trotzdem zu viel? Dann führt um einen Tierarztbesuch kein Weg herum.

Hund schaut skeptisch in die Kamera. /Foto: pixabay
Tierarztbesuche gehören zwar eher nicht zur Lieblingsbeschäftigung unserer Fellnasen, müssen dann und wann aber leider sein. Trinkt der Hund sehr viel ohne ersichtlichen Grund, sollte man jedenfalls nicht zu lange zögern. /Foto: pixabay

Fallen dir eventuell weitere ungewöhnliche Symptome bei deinem Liebling auf?

  • Futter: Bemerkst du Veränderungen bei der Nahrungsaufnahme?
  • Urinabsatz: Muss dein Hund häufig raus? Fallen dir Inkontinenz und Unsauberkeit auf? Siehst du Blut oder eitriges Sekret an der Scheide deiner Hündin?
  • Fell: Wie wirkt das Fell deines Vierbeiners? Ist es stumpf, struppig oder schuppig?
  • Verhalten: Verhält sich dein Hund anders als sonst?

Je genauer du deinem Tierarzt über alles Auskunft geben kannst, desto besser.

Der Weg zum Arzt

Dein Tierarzt untersucht deinen Hund zunächst gründlich. Vermutlich nimmt er eine Blutuntersuchung vor und setzt bildgebende Verfahren wie Röntgen und Ultraschall ein, um herauszufinden, was deinem Liebling fehlt.

Nach dem Tierarztbesuch weißt du, ob es deinem Vierbeiner gutgeht oder ob du dich mit einer Erkrankung auseinandersetzen musst.

Trinkt dein Hund zu viel Wasser, besteht Lebensgefahr: Er kann überwässern, sodass sein Elektrolythaushalt aus dem Gleichgewicht gerät. Typische Symptome einer Wasservergiftung (hypotone Hyperhydratation) sind Erbrechen, Unruhe, Müdigkeit, Atemprobleme, Schwierigkeiten mit dem Bewegungsablauf, geweitete Pupillen, Krämpfe und Bewusstlosigkeit. In diesem Fall darfst du keine Zeit verlieren: Das ist ein absoluter Notfall. Bring deinen Hund sofort in die nächste Tierklinik.

Fazit

Es kann harmlose Gründe dafür geben, dass dein Hund vorübergehend etwas mehr Wasser trinkt. Vielleicht liegt es an den hohen Temperaturen, sportlicher Aktivität oder an einer Futterumstellung von Nass- auf Trockennahrung. Allerdings kann die verstärkte Wasseraufnahme auch ein Hinweis auf eine Erkrankung wie Diabetes mellitus, Morbus Cushing oder eine Gebärmutterentzündung sein. Lass deinen Vierbeiner sicherheitshalber gründlich untersuchen. Ist es falscher Alarm, hast du zumindest die Gewissheit, dass deinem Liebling nichts Ernsthaftes fehlt.

Falls doch eine Erkrankung dahintersteckt, kannst du schnell reagieren. Oft ist es möglich, die Symptome zu lindern und die dahinterstehende Krankheit zu heilen.

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