American Akita (Hunderasse) – das Beste aus West und Ost

Ein American Akita steht im Schnee, im Hintergrund ist ein weiterre Hund zu sehen.
Der American Akita stammt vom japanischen Akita ab. / Foto: pixabay.

Der American Akita ist die westliche Entwicklung der ursprünglichen japanischen Hunderasse. Als ehemaliger Jagdhund zur Bärenjagd bringt der Riese mit dem Sturkopf viel Kraft und Ausdauer mit. Selbst für erfahrene Hundehalter kann er eine echte Herausforderung sein.

American Akita (Hunderasse) – Klassifikation FCI

FCI-Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp.
Sektion 5 – Asiatische Spitze und verwandte Rassen.
ohne Arbeitsprüfung
Ursprungsland: Japan / USA

Standardnummer: 344
Größe:

Rüden – 66-71 cm
Hündinnen – 61-66 cm
Verwendung: Begleithund

Geschichte und Herkunft

Der American Akita stammt – wie der Name der Hunderasse bereits impliziert – von der japanischen Hunderasse Akita Inu ab. Diese ursprünglich „Akita Matagi“ genannten Hunde verwendete man im 17. Jahrhundert zur Jagd auf Bären und missbrauchte sie später in Hundekämpfen zur blutigen Unterhaltung des Publikums. Einkreuzungvon von Tosa Inu und Mastiffs sorgten dafür, dass die Hunde größer und massiger wurden. 1908 wurden Hundekämpfe in Japan verboten, und die Akitas wurden als große Hunderasse weitergezüchtet. 1931 zeichnete die japanische Regierung neun besonders rassetypische Exemplare als Naturdenkmäler Japans aus. In der Rohstoffknappheit des Zweiten Weltkriegs ordnete die Regierung jedoch die Beschlagnahmung und Tötung von Hunden zur Herstellung von Kleidung an. Einzige Ausnahmen waren Deutsche Schäferhunde, die zu militärischen Zwecken gebraucht wurden. Manche gerissene Züchter kreuzten daraufhin die Akitas mit den Schäferhunden, um ihre geliebten Tiere vor dem Tod zu schützen.

Diese Kreuzungen aus Akitas und Schäferhunden wurden nach dem Krieg von amerikanischen Soldaten zurück in die USA gebracht und dort weitergezüchtet. In Japan selbst konzentrierte man allerdings sich auf die Wiederherstellung des ursprünglichen Akita Inu-Typs. 1956 wurde der Amerikanische Club für Akitas gegründet, nachdem die intelligenten und anpassungsfähigen Hunde an Beliebtheit gewonnen hatten. 1972 erfolgte die Anerkennung der Rasse durch den Amerikanischen Kennel Club – doch da es keine Vereinbarung mit dem Japnaischen Kennel Club gab, war es schwierig bis unmöglich, Zuchttiere aus Japan in amerikanische Linien einfließen zu lassen. Dadurch spaltete sich der American Akita als eigenständige Rasse vom Akita Inu ab.

Ein falbfarbener American Akita sieht in die Kamera.
Ursprünglich wurden die kräftigen Hunde zur Jagd auf Bären eingesetzt. / Foto: pixabay.

Wesen und Charakter

Trotz seiner imposanten Erscheinung und seiner Größe ist der American Akita ein freundlicher, aufmerksamer und gehorsamer Hund. Aufgrund seiner ausgeprägten Intelligenz und Selbstständigkeit kann er manchmal den Eindruck erwecken, ein Sturkopf zu sein. Seine Erziehung sollte in den ersten Lebensmonaten sehr zeitintensiv und immer liebevoll, konsequent und geduldig ausfallen. Hundehalter sollten viel Erfahrung mit Vierbeinern mitbringen und sich als selbstbewusste und gefestige Persönlichkeiten dem starken Charakter des American Akita gewachsen fühlen. Nur unter diesen Umständen kann der kluge Riese zu einem anpassungsfähigen, ruhigen Begleiter durch Dick und Dünn aufblühen.

Als Familienhund eignet sich der American Akita nur dann, wenn er körperlich ausgelastet werden kann und es bestenfalls keine anderen Haustiere im Haushalt gibt. Andere Hunde, besonders von gleichem Geschlecht, toleriert dieser Einzelgänger nur schwer. Eine intensive Sozialisierung mit anderen Hunden aller Größen und Geschlecht von Welpenalter an ist immens wichtig. Katzen oder andere Kleintiere könnte der Hund mit dem ausgeprägtem Jagdinstinkt als Beute betrachten. Kinder müssen überdies dazu fähig sein, die Individualdistanz und Rückzug des American Akita zu respektieren. Zudem wird der territoriale und wachsame Akita einen Schutztrieb seiner Familie gegenüber entwickeln, den es zu kontrollieren gilt. Auch Bewegungen am und um dem Heimatgrundstück wird er durch Bellen melden. Für kleine Stadtwohnungen eignet sich das urige Kraftpaket eher weniger.

Ein gescheckter American Akita-Welpe.
American Akitas müssen von Welpenpfoten an sorgfältig und konsequent erzogen werden. / Foto: unsplash.

Erscheinungsbild

Der American Akita ist ein sehr großer, kräftiger, aber harmonisch gebauter Hund; dieser Eindruck wird durch den schweren Knochenbau noch verstärkt. Besonders charakteristisch ist der breite, massive Kopf in Form eines stumpfen Dreiecks, mit den dreieckigen, in Relation zum Kopf kleinen Spitzohren und der geringelten Rute der Urtypen. Der Nasenschwamm der breiten Schnauze ist schwarz pigmentiert, die eher kleinen Augen ebenfalls dunkelbraun mit schwarzen Lidrändern. Die üppig behaarte Rute wird entweder über den Rücken oder an der Flanke angelehnt getragen. Die starken Läufe erlauben einen raumgreifenden Gang mit mäßigem Vortritt und Schub.

Fell und Pflege

Als ursprünglicher Jagdhund in den schneebedeckten Bergen ist auch der Amercian Akita mit seinem doppelten Fellkleid gut gegen schlechte Witterungen gewappnet. Das kurze Deckhaar ist gerade, harsch und steht etwas vom Körper ab. Darunter verbirgt sich die feine, dichte Unterwolle, die den American Akita schön warm hält, aber im Sommer für Probleme mit der Hitze sorgen kann. Sie kann eine andere Farbe als das Deckhaar haben. An der Rute ist das Haar am längsten und am üppigsten, darf aber in keine Fahne ausarten. Alle Farben sind zulässig, auch gescheckt und gestromt. Zudem sind die Abzeichen und Flecken bei Schecken harmonisch auf dem Körper verteilt, Masken oder Blessen sind häufig, aber nicht zwingend notwendig.

Dank des selbstreinigenden Fells muss der Amercian Akita nur sehr selten wirklich gebürstet werden – einmal wöchentlich ist üblicherweise ausreichend. Zwei Mal im Jahr findet der Fellwechsel statt, hier können schon ganze Büschel loser Haare durchs Haus fliegen. In dieser Zeit sollte man die Pflegesessions öfter durchführen, dann spart man später Zeit beim Staubsaugen.

Ein reinweißer American Akita steht im Wald.
Reinweiße American Akitas sind selten, aber die Fellfarbe wird vom FCI zugelassen. / Foto: pixabay.

Gesundheit

Als robuste Hunde mit einer langen Tradition von kräftigen Gebrauchshunden ist der American Akita gesundheitlich sehr gut aufgestellt. Diese Hunde können zwischen 12 und 15 Jahre alt werden, was für ihre Körpergröße eine beachtlich hohe Lebenserwartung ist. Üblicherweise bleiben diese Hunde ihr Leben lang sehr gesund, im Seniorenalter können natürlich gewisse Abnützungserscheinungen am Bewegungsapparat auftreten. Außerdem kann es zur Ausbildung von Allergien und Hautkrankheiten kommen – besonders dann, wenn Futter mit hohem Soja-Anteil oder Proteingehalt verwendet wird. Seriöse Züchter vermeiden Zuchtverpaarungen mit Hunden, die an Hüftdysplasie leiden, und können auch entsprechende Papiere zur Zuchttauglichkeit ihrer Tiere vorweisen.

Wusstest du, dass der American Akita...

… speziell für schneereiche Regionen gezüchtet wurde?

Nicht nur das warme, doppelte Fellkleid sorgt dafür, dass sich der American Akita besonders bei kühlen Temperaturen und Schnee und Eis wohlfühlt. Auch kleine Häute zwischen den Zehen ermöglichen es den Hunden, besser auf einer dicken Schneedecke voranzukommen und nicht zu tief einzusinken. Im Sommer brauchen American Akitas daher viel Ruhe und Möglichkeiten zur Abkühlung, ansonsten kann es zu einem Hitzschlag kommen.

Ein American Akita trägt einen roten Schal und liegt neben einer Laterne.
Die robusten American Akitas erfreuen sich guter Gesundheit. / Foto: pixabay.

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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Süße American Akita-Welpen beim Spielen (Video)

Jeder noch so riesige American Akita beginnt einmal als kleiner Welpe – und erkundet die Welt auf weichen Pfoten. Sehen Sie diesen süßen American-Akita-Welpen in ihren ersten Lebensmonaten beim Züchter zu!

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