„Sicherheit ist für Tierhalter überall in Europa ein großes Thema“
Was ursprünglich als GPS-Lösung für Kinder und ältere Menschen begann, wurde durch den Wunsch vieler Kundinnen und Kunden zu einem Produkt für Hunde und Katzen. Heute bietet das französische Unternehmen Weenect GPS-Tracker für Haustiere an – mit Ortung, Aktivitätsverlauf, Warnmeldungen und sogar Trainingsfunktion.
Die Hundezeitung sprach mit Bénédicte de Villemeur Vieille über die Entstehungsidee, die wichtigsten Funktionen und die Frage, warum Haustiere längst Familienmitglieder sind.
Hundezeitung: Frau de Villemeur Vieille, wie ist Weenect ursprünglich entstanden?
Bénédicte de Villemeur Vieille: Weenect wurde 2012 gegründet. Am Anfang ging es nicht um Haustiere, sondern um Kinder und ältere Menschen. Die Idee war, ein einfaches System zu entwickeln, mit dem Familien ihre Liebsten besser schützen und im Alltag begleiten können.
Hundezeitung: Wie kam dann der Schritt in Richtung Hunde und Katzen?
Bénédicte de Villemeur Vieille: Viele unserer Kundinnen und Kunden haben uns gesagt, dass sie so eine Lösung auch gerne für ihre Haustiere nutzen würden. Also haben wir begonnen, einen Tracker speziell für Hunde und Katzen zu entwickeln – mit demselben einfachen Prinzip, aber angepasst an die Bedürfnisse von Tierhaltern.
Hundezeitung: Wie würden Sie den Tracker ganz einfach erklären?
Bénédicte de Villemeur Vieille: Sehr vereinfacht gesagt: Es ist wie ein kleines Telefon für Hunde und Katzen. Man befestigt den Tracker am Halsband und kann dann verfolgen, wo sich das Tier befindet – auch über größere Distanzen hinweg. Wenn man zum Beispiel selbst in Nürnberg ist und der Hund in Österreich, kann man ihn trotzdem sehr genau lokalisieren.
Hundezeitung: Was ist aus Ihrer Sicht die wichtigste Funktion?
Bénédicte de Villemeur Vieille: Die erste und wichtigste Funktion ist natürlich: sein Tier wiederfinden. Das ist der Kern. Zusätzlich gibt es aber viele weitere Möglichkeiten – etwa Warnmeldungen, wenn Hund oder Katze das Zuhause verlassen, einen Verlauf der Bewegungen und Aktivitätstracking.
Hundezeitung: Sie sprechen auch von einer Trainingsfunktion. Wie funktioniert das?
Bénédicte de Villemeur Vieille: Der Tracker kann klingeln und vibrieren. Dadurch kann man Hund oder Katze trainieren, auf dieses Signal zu reagieren. Wir arbeiten dafür auch mit einer Katzenexpertin zusammen. Die Idee ist, dass das Tier lernt: Wenn der Tracker vibriert oder klingelt, soll es nach Hause kommen.
„Sehr vereinfacht gesagt: Es ist wie ein kleines Telefon für Hunde und Katzen.“
Hundezeitung: Das heißt, der Tracker ist nicht nur ein Gerät für den Notfall?
Bénédicte de Villemeur Vieille: Genau. Natürlich geht es sehr stark um Sicherheit. Aber es geht auch darum, Tiere besser zu verstehen und ihnen Freiheit zu geben, ohne das Sicherheitsgefühl zu verlieren. Man sieht, wo das Tier unterwegs war, bekommt Benachrichtigungen und kann bestimmte Abläufe trainieren.
Hundezeitung: Weenect ist ein französisches Unternehmen. Wie ist Ihr Team heute aufgestellt?
Bénédicte de Villemeur Vieille: Wir sind inzwischen rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Etwa die Hälfte arbeitet in Frankreich, die andere Hälfte in Belgien. Belgien ist für uns sehr wichtig, weil wir dort leichter Menschen finden, die mehrere Sprachen sprechen.
Hundezeitung: Warum ist Mehrsprachigkeit für Sie so wichtig?
Bénédicte de Villemeur Vieille: Wir möchten mit unseren Kundinnen und Kunden in ihrer eigenen Sprache sprechen. Deshalb ist es uns wichtig, auf Deutsch, Italienisch, Spanisch, Französisch und in weiteren Sprachen antworten zu können. Gerade im Kundenservice ist das entscheidend.
Hundezeitung: Sie setzen außerdem stark auf den Handel. Warum?
Bénédicte de Villemeur Vieille: Eine Besonderheit von Weenect ist, dass wir eng mit Fachhändlern zusammenarbeiten. Wir haben rund 2.500 Partnershops in Europa – besonders in Frankreich, Deutschland, Belgien, den Niederlanden, der Schweiz und Österreich. Unsere Vertreterinnen und Vertreter besuchen die Geschäfte, machen Vorführungen, erklären die Produkte und schulen die Teams vor Ort.
Hundezeitung: Gibt es aus Ihrer Sicht Unterschiede zwischen österreichischen, deutschen oder französischen Tierhaltern?
Bénédicte de Villemeur Vieille: Natürlich gibt es je nach Land gewisse Unterschiede. Deshalb haben wir auch Business Manager, die die jeweiligen Märkte sehr gut kennen. Aber eines ist überall gleich: Haustiere sind Familienmitglieder. Menschen möchten sich um sie kümmern, egal ob in Österreich, Deutschland, Frankreich oder anderswo.
Hundezeitung: Sicherheit ist also in allen Ländern das zentrale Thema?
Bénédicte de Villemeur Vieille: Ja, absolut. Sicherheit ist für Tierhalter überall in Europa sehr, sehr wichtig. Wer einen Hund oder eine Katze hat, möchte wissen, dass es dem Tier gut geht – und dass man es im Fall der Fälle schnell wiederfinden kann.
Hundezeitung: Weenect begann ursprünglich mit Trackern für Kinder und ältere Menschen. Ist die emotionale Idee dahinter bei Tieren ähnlich?
Bénédicte de Villemeur Vieille: Ja, in gewisser Weise schon. Es geht immer um Menschen oder Tiere, die einem sehr wichtig sind. Man möchte ihnen Freiheit geben, aber gleichzeitig sicher sein, dass man sie schützen kann. Bei Haustieren ist diese Verbindung oft sehr emotional, weil sie für viele Menschen ein echter Teil der Familie sind.
Was ein GPS-Tracker für Hunde und Katzen leisten kann
Ein GPS-Tracker am Halsband kann Tierhalterinnen und Tierhaltern helfen, ihren Hund oder ihre Katze zu orten, Bewegungsverläufe nachzuvollziehen und Warnmeldungen zu erhalten, wenn das Tier einen definierten Bereich verlässt. Bei Weenect kommt zusätzlich eine Signal-Funktion mit Klingeln und Vibration hinzu, die im Training eingesetzt werden kann – etwa, damit das Tier lernt, auf ein bestimmtes Signal zurückzukommen.
Fazit
Ob beim Spaziergang, im Urlaub oder bei besonders selbstständigen Katzen: GPS-Tracker können Tierhalterinnen und Tierhaltern ein zusätzliches Sicherheitsgefühl geben. Für Weenect steht dabei nicht nur die Technik im Mittelpunkt, sondern vor allem die Beziehung zwischen Mensch und Tier – und der Wunsch, Haustieren Freiheit zu ermöglichen, ohne sie aus den Augen zu verlieren.