Ernährung: So machst du deinen Hund glücklich & gesund

Ein Corgie schüttelt sein nasses Fell auf einem Bahngleis. Er scheint fast zu lächeln und sich wohlzufühlen - glücklich und gesund, durch die richtige Ernährung beim Hund. /pixabay (huoadg5888)

Dass die Ernährung einen großen Einfluss auf die Gesundheit hat, ist kein Geheimnis. Bei Hunden ist das nicht anders. Gerade neue HundebesitzerInnen sind sich oft unsicher, welches Futter sie kaufen sollen, was hinter Begriffen wie BARF steckt und welche Mittel der Gesundheit des Vierbeiners wirklich gut tun. Der Markt ist riesengroß und die Bedürfnisse sind je nach Rasse unterschiedlich. Doch einige Grundregeln gibt es zu beachten:

Den eigenen Vierbeiner kennen

Bevor tatsächliche Produkte und Ernährungspläne ausgewählt werden, sollte man sich über die Bedürfnisse der jeweiligen Hunderasse informieren und den eigenen Vierbeiner erst einmal kennenlernen. Frisst er zu wenig oder gar nicht, ist es nicht immer zwangsläufig eine Krankheit, sondern es kann eventuell auch am falschen Fressen oder einer Unverträglichkeit liegen. Der Kot gibt ebenfalls Aufschluss über die Gesundheit des Hundes.

Zusätzlich zur gesunden Ernährung sind aber auch andere Faktoren, wie die Regelmäßigkeit des Fütterns und dem Hund angepasste Spaziergänge oder Sport-Einheiten nötig, um ihn fit und glücklich zu halten. Auch Abwechslung, sowohl in Sachen Bewegung als auch Futter, sind essenziell für das Wohlbefinden des Tieres. Es lohnt sich, hier vorab mit dem Züchter, dem Tierheim oder dem Tierarzt zu sprechen, was der Rasse des Hundes gut tut und welche Bedürfnisse es bei dem eigenen ganz individuellen Tier zu beachten gibt. Diese können wertvolle Tipps geben und einen auch darauf hinweisen, worauf man besondern achten sollte und wann ein Arztbesuch wirklich nötig ist.

Der Teufel liegt im Detail – oder in der Inhaltsangabe

Traut man der Werbung oder den Verpackungen für Hundefutter, wollen alle Anbieter immer nur das Beste für den Hund. Für HundehalterInnen ist es vor allem zu Anfang eine große Herausforderung, die Inhaltsstoffe herauszufinden und korrekt zu interpretieren.

Helfen kann dabei die Deklaration, die Auskunft über die Zutaten des Hundefutters gibt. Desto offener, also aufschlussreicher, die Deklaration ist, desto vertrauenswürdiger ist das Produkt. Bei geschlossenen Deklarationen, die zum Beispiel lediglich „Getreide“ als Zutat angeben, kann man online einsehen, um was es sich in solchen Fällen handeln könnte. Sollte auch nach der eigenen Recherche weiterhin Unsicherheit bestehen, lohnt sich eine Nachfrage beim Hersteller. Sollte dieser die Auskunft verweigern, ist von diesem Hundefutter in jedem Fall abzuraten.

BARF und Fleischsaftgarung

Das sogenannte BARFen ist für viele HundehalterInnen ein gängiger Begriff, selbst wenn es nicht für jeden umsetzbar ist. Beim BARFen wird auf eine größtenteils fleischhaltige Ernährung aus rohen Zutaten gesetzt. Hierzu braucht man allerdings entsprechende Vorkenntnisse, um den Vierbeiner gesund und ohne Mangelerscheinungen zu ernähren. Auch hier können Tierärzte und Fachpersonal weiterhelfen und es sollte in jedem Fall eine Beratung stattfinden, bevor die Ernährung umgestellt wird. Eine weitere gesunde Alternative, die dem BARFen sehr nahe steht, ist die sogenannte Fleischsaftgarung, bei der Frischfleisch zu Hundefutter gegart wird.

Zusätze zur klassischen Ernährung beim Hund

Eigentlich bekommen Hunde, wenn sie richtig ernährt werden, alles was sie brauchen. Allerdings ist es wie bei uns Menschen so, dass manchmal Mangelerscheinungen auftreten können, die durch Ernährung alleine nicht ausgeglichen werden können. Für solche Fälle gibt es mittlerweile Ergänzungsfuttermittel für den Hund. Auch Tricks, die nichts mit der Ernährung zu tun haben, können die Gesundheit des Vierbeiners verbessern und sein Wohlbefinden steigern, zum Beispiel natürliche Fellpflege mit Kokosöl oder pflanzliche Heilmittel.

Vegan, vegetarisch, glutenfrei

Es ist ein hartnäckiger Mythos, dass Hunde auf keinen Fall vegan oder vegetarisch ernährt werden können. Tatsächlich ist es möglich, alle wichtigen Inhaltsstoffe auf Obst, Gemüse oder Getreide zu erlangen. Dies ist jedoch nur eine Option, wenn man seinen Vierbeiner extrem gut kennt und sich mit den Nährstoffen in den fleischfreien Alternativen sehr gut auskennt. Der Hund sollte die Umstellung außerdem mit Freude und Appetit annehmen – ansonsten steht sein Wohlbefinden auf dem Spiel.

Hinzu kommt, dass es auf keinen Fall zu viel Getreide im Futter geben sollte. Lange Zeit hieß es, dass die Ernährung von Hunden am Besten glutenfrei sein sollte, doch mittlerweile weiß man, dass kleine Mengen an Getreide durchaus bekömmlich sind, sofern keine Allergien oder Unverträglichkeiten vorliegen. Hunde sind allerdings von Natur aus Fleischfresser, weshalb eine Ernährungsumstellung zu vegan, vegetarisch oder glutenfrei nur in seltenen und begründeten Fällen passieren sollte, wenn es der Gesundheit und dem Wohlbefinden des Tieres dient.

Diese Lebensmittel sind tabu

Zuletzt noch ein Überblick über die Lebensmittel und Zutaten, die für Hunde auf jeden Fall tabu sind und welche man um jeden Preis in der Ernährung, ob sie nun aus Fertigfutter oder Rohkost besteht, vermeiden sollte, da sie ungesund oder sogar gefährlich sein können:

  • Schokolade
  • Trauben oder Rosinen
  • rohe Kartoffeln
  • Kerne aus Steinobst
  • Zucker
  • Zwiebeln
  • Avocados
  • Geflügelknochen
  • rohes Schweinefleisch

Bewegung ist das A und O

Hunde lieben Bewegung. Und das aus gutem Grund, denn es hält sie fit, gesund und macht sie glücklich. Sie sollten mindestens zwei- bis dreimal täglich Auslauf bekommen, am besten an der frischen Luft. Wie lange Sie Gassi gehen oder ihren Hund in dafür ausgewiesenen Bereichen frei herumtoben und spielen lassen, hängt von seiner Rasse und Persönlichkeit ab. Als Faustregel für die Dauer eines Spazierganges gilt allerdings, dass kleine Rassen und Junghunde mehrmals täglich etwa 15 bis 30 Minuten Bewegung benötigen. Desto mehr Freiheit und Natur sie dabei haben, desto besser. Das Praktische: Bewegung in der Natur macht auch uns Menschen glücklich und gesund.

Regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt

Ein Tierarztbesuch macht wohl kaum einen Hund, oder seine HalterIn, glücklich. Dennoch sind regelmäßige medizinische Kontrollen notwendig, um den Vierbeiner auf lange Sicht gesund und munter zu halten. Nur so können auch versteckte oder symptomarme Krankheiten früh entdeckt und behandelt werden und auf Probleme jeder Art fach- und tiergerecht eingegangen werden. Hier ist es wichtig einen kompetenten und empathischen Tierarzt zu haben, dem Sie vertrauen und der Ihren Hund mit Sorgfalt und Wissen behandelt. So kann der geliebte Vierbeiner ein langes, glückliches Leben führen.