Moderne Veterinärmedizin: Krebsimmuntherapie für Hunde

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Krebsimmuntherapie für Hunde gibt neue Hoffnung. / Foto: Unsplash

Die Statistik ist erschreckend. Fast jeder zweite Haushund entwickelt ab dem zehnten Lebensjahr eine Krebserkrankung. ForscherInnen des interuniversitären Messerli Forschungsinstitutes, der Vetmeduni Vienna, MedUni Wien und Universität Wien haben bereits 2014 eine sehr erfolgreiche Form der Krebsimmuntherapie für Hunde entwickelt.

Krebserkrankungen können bei Mensch wie Hund unterschiedliche Ursachen haben und sich aus Faktoren wie Umwelt, Ernährung und genetischer Disposition zusammensetzen. Fast alle Methoden der Humanmedizin stehen heutzutage auch krebskranken Hunden zur Verfügung. Eine Krebsimmuntherapie für Hunde gab es bis 2014 jedoch nicht.

Therapie für krebskranke Hunde

Bei dieser Form der Therapie, die in der Humanmedizin seit etwa 20 Jahren bewährt ist,  werden Tumorerkrankungen mit Antikörpern behandelt. PatientInnen werden Antikörper als Medikament verabreicht, die an bestimmte Antigene an den Oberflächen von Krebszellen binden. Dadurch wird Tumorwachstum gehemmt. Ein zerstörerisches Signal wird vom angedockten Antikörper ins Innere der Krebszelle geschickt und leitet dort den Tod der Zelle ein. Auch das Immunsystem soll den „markierten“ Tumor besser zerstören.

Judith Fazekas und Josef Singer, beide Erstautoren der Studie, fanden heraus, dass ein Rezeptor, den viele Krebszellen an der Oberfläche tragen. Daher wird dieser häufig als Angriffspunkt für die Krebsimmuntherapie verwendet. Bei Hund und Mensch dieser Rezeptor zu fast 100 Prozent ident. „“Aufgrund der Ähnlichkeit des Rezeptors bei Mensch und Hund, müsste diese Art der Therapie auch beim Hund gut funktionieren“, so die Forschenden.

Antikörper gegen Krebszellen

Der ursprünglich in der Maus produzierte Antikörper muss dem Hund angepasst werden, damit er möglichst gut an Hunde-Krebszellen bindet, was in Experimenten mit hoher Spezifität der Fall war.

„Wir erwarten, dass die Hunde diese Anti-Krebs-Antikörper gut vertragen. Dies soll bald in klinischen Studien untersucht werden. Damit wird in Zukunft die Therapie aber auch die Diagnostik krebskranker Hunde wesentlich verbessert werden“, erklärt die Leiterin der Studie, Professorin Erika Jensen-Jarolim.

Als zusätzlichen Vorteil können diese Antikörper mit einem Signalmolekül gekoppelt werden. Damit wird sichtbar gemacht angezeigt, wo sich Tumore und Metastasen im Körper befinden. Anwendung findet die Krebsimmuntherapie hauptsächlich in Kombination mit Chemo- und Strahlentherapie.

Die Forschungsergebnisse wurden am 7. Juli 2014 in der Printausgabe des „Journal Molecular Cancer Therapeutics“ veröffentlicht.