Freitag, Oktober 7, 2022
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Tierquälerei künftig ein echtes Verbrechen?

Protestmaßnahmen und Petitionen zeigen womöglich endlich Wirkung. Denn Tierquäler könnten in Zukunft mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe rechnen müssen. Die Möglichkeit der Geldstrafe soll ersatzlos gestrichen werden.

„Lange hat es gedauert, etliche Vorstöße, Termine und Proteste waren nötig, damit endlich der Strafrahmen für Tierquälereien hinaufgesetzt wird. Eigentlich sind zwei Jahre als Maximalstrafe noch zu wenig. Aber dass Tierquälerei jetzt nicht mehr nur ein Vergehen, sondern ein Verbrechen sein kann, ist Ausdruck einer Entwicklung, die hin zu eigenen Rechten von Tieren führt und absolut notwendig ist“ so Madeleine Petrovic, Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins. Denn laut aktuellem Entwurf der Strafrechtsnovelle 2015 soll Tierquälerei künftig mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet werden – anstatt wie bisher bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe. Die Möglichkeit, die Tat mit einer Geldstrafe zu sühnen, soll ganz gestrichen werden.

Einschaltung der Öffentlichkeit

Der große Vorteil: Tierquälerei würde dann endlich als echtes Verbrechen angesehen werden und die Behörden könnten alle Mittel zu Aufklärung und Verfolgung der Tierquäler einsetzen. Wie etwa auch die Fahndung mit Fotos in den Medien. „Nur wenn die Strafdrohung mehr als ein Jahr beträgt, dürfen die Medien und damit die Öffentlichkeit eingeschaltet werden, um Straftäterinnen und Straftäter auszuforschen. Das ist auch deshalb wichtig, da brutale Tierquäler auch dazu neigen, gegen Menschen gewaltsam vorzugehen“, so Petrovic.

Abschreckung

Die Bürgerinitiative „Mehr Rechte für Tiere“ und der Wiener Tierschutzverein hatten zwar eine Erhöhung des Strafmaßes auf drei Jahre Freiheitsstrafe gefordert, für Petrovic könnte dies aber trotzdem ein „gar nicht so kleiner Schritt in die richtige Richtung“ hin zu mehr und echten Tierrechten in Österreich sein. Es sei vor allem wichtig, ein gesellschaftliches Signal zu setzen. Sadistische Quälereien gegen Tiere sollen keine Bagatellen mehr sein, sondern mindestens so wie Eigentumsdelikte geahndet werden. „Leider bedarf es immer noch der Abschreckung. Aber es ist zu hoffen, dass die Arbeit der Tierschutzorganisationen und der Medien dazu führt, dass sich in der Gesellschaft, vor allem bei der Jugend ein Klima des Miteinander von Mensch und Tier breit macht“, so Petrovic.

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