Mittwoch, September 28, 2022
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Gut für’s Arbeitsklima: Der Hund im Büro

Immer mehr Arbeitgeber erlauben es ihren Angestellten, den vierbeinigen Liebling mit in die Arbeit zu nehmen. Ein Hund im Büro kann für alle Beteiligten eine schöne Sache sein, wenn aufeinander Rücksicht genommen wird.

Chilli ist Mitglied eines Teams. Der zweijährige Border Collie ist schon von Welpenbeinen an in den Arbeitsalltag von Steiermark1 integriert. Die Mitarbeiter des regionalen Fernsehsenders sind an den Hund im Büro gewöhnt. Und er an sie. Auch einen „Arbeitsplatz“ hat er: Meist liegt er vor dem Schreibtisch seines Herrchens. Das heißt Hermann Huemer und ist Medienberater. Begonnen hat das „Arbeitsverhältnis“ von Chilli bei Steiermark1 eher tragisch: „Ich war schwer krank und bekam vom Arzt unter anderem Bewegung verordnet. Deshalb trat Chilli in mein Leben, um es quasi zu beschleunigen“, erzählt Huemer lachend.

Streicheleinheiten für Hund im Büro

Und das ist gelungen: Hermann Huemer ist heute gesund. Chilli hat seinen ersten Job anscheinend gut gemacht, genauso wie den zweiten: Als „Redaktionshund“ dreht er regelmäßig seine Runden und sieht nach dem Rechten. Natürlich holt er sich da seine Streicheleinheiten und hin und wieder fällt auch ein Leckerli für ihn ab. Dabei erfüllt er ganz nebenbei eine wichtige Funktion im sozialen Gefüge des Unternehmens: Er nimmt Spannung aus vielen hitzigen Konversationen im oft stressigen Alltag des Senders. Wenn er auftaucht, wird so mancher Streit durch eine Streicheleinheit unterbrochen und so entschärft.

Positive Wirkung auf Arbeitsklima

Dass Hunde eine positive Auswirkung auf ein stressiges Arbeitsleben haben, ist durch eine Reihe von Studien bewiesen, was aber nicht heißen soll, dass die alleinige Anwesenheit eines Hundes schon Friede, Freude, Eierkuchen in ein Unternehmen bringt. Ganz im Gegenteil: „Ohne vorherige Absprachen und Vorbereitungen geht es nicht“, bestätigt Tiertrainerin und Leiterin von „Special Animals“, Gabi Glaser.

Ausbildung für Berufsbegleithunde

Sie bietet spezielle Schulungen für Berufsbegleithunde an. „Grundsätzlich muss zuerst einmal mit den Kollegen darüber gesprochen werden. Eventuelle Ängste und Allergien müssen berücksichtigt werden. Und man muss Kollegen und Hund vorbereiten.“ Beide Seiten sind also gefordert. Der Hund muss natürlich ein Mindestmaß an Erziehung genossen haben. „Sitz“ und „Platz“ dürfen kein Thema mehr sein, ruhig verhalten, liegen bleiben und nicht bellen ebenso. Das freudige Begrüßen inklusive Anspringen jedes neu in den Raum kommenden Kollegen mag am Anfang zwar nett sein, wird im Arbeitsalltag aber schnell zu viel werden.

„Deshalb sollte man den Hund anfangs klein dosiert mitnehmen, ihm also nicht von vornherein einen ganzen Arbeitstag zumuten und gutes Verhalten positiv mit Belohnungen verstärken“

rät Glaser. Vorher muss man seinem Liebling die Möglichkeit geben, sich auszutoben und auch die Mittagspause sollte für einen Spaziergang genutzt werden – was sicher auch nicht zum Schaden des Besitzers ist.

Neutral verhalten

„Die Kollegen sollten sich gerade am Anfang neutral verhalten und dem Hund nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken. Sonst Ein Hund im Job kann ein echter Kollege werden. ist es sehr schwer für ihn, sich ruhig zu verhalten“, weiß Glaser. Wenn es mehrere Hunde in unmittelbarer Nähe am Arbeitsplatz gibt, sollte man sich absprechen, wer wann seinen Hund zur Arbeit mitnimmt. Oder man trennt sie räumlich voneinander, sofern das möglich ist.

Wer haftet für den Hund?

So schön es mit einem Hund am Arbeitsplatz sein kann und so positiv es für alle ist, eines muss klar sein: Es gibt keinen wie immer gearteten Rechtsanspruch auf sein Haustier am Arbeitsplatz. Wenn der vierbeinige Freund zur Arbeit mitkommen darf, dann nur, weil es der Arbeitgeber erlaubt. Er muss ausdrücklich zustimmen und kann diese Erlaubnis auch jederzeit widerrufen. Haftpflichtversichert muss der Hund natürlich auch sein. Aber das sollte sich eigentlich von selbst verstehen. Auch der Gang zum Tierarzt ist Pflicht. Nur ein gesundes Tier kann den Stress im Büro gut überstehen. Wenn man all diese Dinge beachtet, kann der vierbeinige Kollege den Arbeitsalltag nicht nur seinem Besitzer, sondern auch allen Kollegen versüßen und damit sogar ein bisschen erleichtern.

Checkliste

  • Ist mein Hund fit für den Arbeitsplatz, beherrscht er Kommandos, kann er sich ruhig verhalten?
  • Ist der Arbeitsplatz für ihn überhaupt erträglich (Lärm, Gerüche…)?
  • Ist mein Arbeitgeber damit einverstanden?
  • Sind die Kolleginnen und Kollegen einverstanden?
  • Gibt es auch andere Hunde am Arbeitsplatz?
  • Kann er sich austoben (Hundewiese in der Nähe)?
  • Ist mein Hund haftpflichtverischert?
  • Ist er gesund?
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