Was können Nahrungsergänzungen für Hunde?

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Nahrungsergänzungen können auch bei Hunden unterstützend wirken, von größerer Bedeutung ist dennoch ein gesunder Lebensstil. / Foto: Pixabay

Der Gedanke dahinter ist meist, dass man seinem Vierbeiner ein gesünderes Leben schenken möchte. So erfreuen sich Nahrungsergänzungen bei Hundehaltern immer größerer Beliebtheit. Einen ungesunden Lebensstil können diverse Nährstoffpräparate dennoch nicht kompensieren.

Dank stetiger Forschung weiß man heute mehr als je zuvor über die Gesundheitsfaktoren bei Mensch und Hund. Dass dabei der Ernährung eine wichtige Rolle zukommt, ist unbestritten. So können bei etwaigen Mängeln – die von Fachleuten diagnostiziert werden – gezielt eingesetzte Nahrungsergänzungen durchaus Sinn machen, sofern auch in anderen Lebensbereichen auf gesunde Gewohnheiten geachtet wird.

Im Grunde ist es ganz einfach – wer regelmäßig darauf achtet, seinen Körper gesund zu halten, wird mit zunehmendem Alter weniger Probleme haben. Keine wirklich neue Erkenntnis, die noch dazu auch auf unsere Hunde voll und ganz zutrifft! Dem entgegen steht jedoch die Entwicklung, dass hausgemachte Erkrankungen wie Diabetes, Herzerkrankungen und Gelenksabnützungen bei Vierbeinern im Vormarsch sind. Was also läuft hier falsch? Ein Schlüsselfaktor ist mit Sicherheit die Tatsache, dass mittlerweile mehr als 50 % unserer Hunde unter Übergewicht leiden. Gewichtskontrolle und -reduktion sind daher sicher die ersten wichtigen Schritte. Doch was sonst kann man tun?

Pulver und Tabletten alleine reichen nicht

Wie bei uns Menschen hat die Industrie auch für unsere Hunde viele verlockend einfache Antworten auf diese Frage. Ein Pulverchen da, ein Dragee dort … und schon kann nichts mehr passieren. So sinnvoll die eine oder andere Nahrungsergänzung auch sein mag, wirklich wirksam sind sie meist nur in Ergänzung mit weiteren Maßnahmen.

Ein Beispiel: Grünlippenmuschelextrakt wird in unterschiedlichsten Formen zur Behandlung von Abnützungserscheinungen der Gelenke verkauft. Studien zufolge sind aber die Annäherung an das Idealgewicht und der Erhalt der Muskulatur weit wirksamer, als diese Zusätze es je sein könnten. Sprich: Einen dicken Hund kann man mit Zusatzmitteln nicht gesund füttern! Hat man aber das Idealgewicht erreicht, dann können diese Substanzen noch das „Tüpfelchen auf dem i“ im Sinne umfassender Gesundheitsvorsorge sein.

Wichtig ist es, bei der Nahrungsergänzung stets Eines im Hinterkopf zu behalten: Viele der angebotenen Futterzusätze enthalten Inhaltsstoffe in verhältnismäßig hoher Konzentration, die der Körper dann durch komplexe Prozesse in einer bestimmten Balance mit vielen anderen Stoffen halten muss. Einseitige Zufuhr kann daher unter Umständen eher belasten, als die gewünschten Vorteile bringen. Ein ausführliches Gespräch mit dem Tierarzt schafft hier Klarheit und sollte am Beginn der Überlegungen stehen.

Bewegung lässt sich nicht ersetzen

Neben einem guten Verhältnis von Muskulatur zu Körpergewicht ist auch der Erhalt der Beweglichkeit entscheidend für das schmerzfreie Wohlbefinden bis ins hohe Alter. Zu Unrecht denkt man an Physiotherapie erst, wenn bereits Verspannungen, Fehlbelastungen oder Schmerzen bestehen. Vielmehr macht es Sinn, sich beim ausgesuchten Physiotherapeuten Tipps und Tricks zu holen, mit welchen Übungen man seinen Hund beweglich hält.

Apropos ausgesucht: Die physiotherapeutische Behandlung von Tieren muss in Österreich in Anwesenheit oder zumindest in den Ordinationsräumlichkeiten einer Tierärztin oder eines Tierarztes stattfinden. Damit wurde nach langem Hin und Her Klarheit geschaffen, da die Ausbildung zum Tierphysiotherapeuten bislang sehr unterschiedlich war und sich daraus doch erhebliche Qualitätsunterschiede ergaben, die für Tierbesitzer bisher nicht immer erkennbar waren. Auch hier lohnt sich also zunächst der Weg zum eigenen Vertrauensdoktor. Achtet man dann auch noch auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung, sind die Weichen gestellt: für ein langes, gesundes Leben!

Fazit

Wer schon in jungen Jahren darauf achtet, dass sein Hund fit und beweglich bleibt, legt den Grundstein für ein gesundes langes Hundeleben.

Nahrungsergänzungen können durchaus zur Gesundheit beitragen, ABER unrealistischen Versprechen von sollte man stets kritisch hinterfragen. Grundsätzlich gilt: ohne Fleiß kein Preis. Der Erhalt der Fitness und Beweglichkeit ist das Fundament für das Wohlbefinden bis ins hohe Alter. Denn die Wundertablette, die alle Probleme löst und für ein langes Leben sorgt, gibt es leider auch für Hunde nicht.