Freitag, Oktober 7, 2022
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Deutscher Boxer (Hund) – freundlich und bewegungsfreudig

Wer sich einen Deutschen Boxer nach Hause holt, bekommt einen furchtlosen und selbstbewussten Beschützer. Gleichzeitig sind Boxer Hunde, die als familienfreundlich und fröhlich gelten.

Bewegungsfreudige Menschen kommen mit dieser Rasse ganz auf ihre Kosten, da der Deutsche Boxer als motivierter Begleiter bei jeder sportlichen Aktivität gerne mitmacht. Sein verspieltes Temperament und seine friedvolle Art macht ihn zu äußerst liebevollen wie treuen Gefährten und Begleithunden. Dennoch sind Deutsche Boxer Hunde mit starkem Beschützerinstinkt!

Deutscher Boxer (Hund) – Klassifizierung FCI

FCI-Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer, Molossoide, Schweizer Sennenhunde
Sektion 2.1: Molossoide, doggenartige Hunde
Mit Arbeitsprüfung
Ursprungsland: Deutschland

FCI-Standardnummer: 144
Widerristhöhe:

Rüden –  57 bis 63 cm
Hündinnen – 53 bis 59 cm
Gewicht: 25 bis 35 kg
Verwendung: Begleithund, Schutzhund und Gebrauchshund

Geschichte und Herkunft

Beim Deutschen Boxer ist der Name Programm, denn diese Hunderasse stammt aus dem mittelalterlichen Deutschland. Ursprünglich wurde diese Hunde als Jagdhunde an europäischen Fürstenhöfen gezüchtet. Sie sollten sich in großes und wehrhaftes Wild verbeißen können, wie Bären und Wildschweine. Eine muskulöse Statur, große Ausdauer, ein kräftiges Gebiss mit verkürztem Oberkiefer und furchtloser Mut zeichnete diese Hunderasse seit jeher aus. Deswegen gilt der sogenannte “Kleine Bullenbeißer” bzw. “Brabanter Bullenbeißer” als direkter Vorfahr des Boxers. Dieser zeichnete sich besonders durch die Fähigkeit aus, das gestellte Wild zu packen und festzuhalten.

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Vorfahren des Boxers waren die sogenannten Bären- oder Bullenbeißer. / Darstellung aus Ludwig Beckmanns "Geschichte und Beschreibung der Rassen des Hundes" (1895).

Als man später vermehrt Feuerwaffen zur Jagd einsetzte, sahen sich die Bullenbeißer plötzlich regelrecht arbeitslos. Nun kreuzte man diese Hunde mit Bulldoggen, um ihr Aussehen und Wesen zu vereinheitlichen. Dieser neuen Hunderasse gab man in Anlehnung der Münchner “Bierboxer” den Namen “Deutsche Boxer”. (Als “Bierboxer” bezeichnete man in München Menschen, die sich unter Alkoholeinfluss zu prügeln pflegten. Wegen der kurzen, platten Schnauzen stellte sich eine Assoziation mit diesen Ringsportlern her, deren Nasen durch Verletzungen ebenfalls etwas schief oder eingedrückt wirkten.)

1895 gründete man in München den ersten Zuchtverein, den Boxer Klub e.V. Dort stellte man 1904 auch den ersten Rassestandard auf, der erst 1955 vom FCI offiziell übernommen wurde. Seit 1924 ist der Deutsche Boxer auch als Diensthunderasse anerkannt. Dennoch werden sie heutzutage eher als beliebte Familienhunde gehalten.

Ein Deutscher Boxer liegt auf einem Stück Rasen.
Wie der Name schon verrät, stammt der Deutsche Boxer aus Deutschland. / Foto: Canva.

Wesen und Charakter

Obwohl der Deutsche Boxer durch seine kräftigen Kiefer und die kurze Schnauze einen grimmigen Eindruck erwecken kann, ist das Wesen dieser Hunde das genaue Gegenteil. Eigentlich zeichnen sie sich durch ein freundliches Wesen und ein ausgeglichenes Temperament aus. Ihren Menschen gegenüber verhalten sie sich stets anhänglich und treu. Mit ihrer hohen Reizschwelle bleiben sie selbst in hektischen Situationen cool und gelassen – deswegen eignen sie sich toll als Dienst- und Therapiehunde.

Bekannten Menschen und anderen Hunden gegenüber sind sie üblicherweise verspielt und friedlich aufgelegt und sind sich niemals zu schade, ihr Gegenüber mit lustigen Sprüngen und Schwanzwedeln zum Spielen aufzufordern. Dennoch kommen diese Hunde mit einer ordentlichen Portion Selbstbewusstsein einher, weswegen eine liebevolle, aber konsequente Erziehung ein absolutes Muss darstellt. Auch eine sorgfältige Sozialisierung von Welpenpfoten an darf bei dieser Hunderasse niemals ausgelassen werden.

Zwei Deutsche-Boxer-Welpen schlafen aneinenadergekuschelt.
Deutsche Boxer sind freundliche Hunde mit friedvollem Naturell - trotzdem sollte man sie von Welpenpfoten an sorgsam sozialisieren und erziehen. / Foto: Canva.

Multitalent Deutscher Boxer

Dennoch darf man nicht vergessen, dass Deutsche Boxer zur Jagd auf Bären und Wildschweine gezüchtet wurden. Deswegen verfügen sie immer noch über einen ausgeprägten Wachtrieb und Beschützerinstinkt. Fremden Menschen begegnen sie erst mit Misstrauen, schließen diese aber bald ins Herz. Gepaart mit unerschrockenem Mut und absoluter Loyalität ihren Bezugspersonen gegenüber kann es jedoch leicht zu Missverständnissen kommen, in denen die Boxer dann die Führung übernehmen. Klar abgegrenzte Aufgabenbereiche und Hierarchien sind daher schon für Boxer-Welpen sehr wichtig. Als Wachhunde für Haus und Hof gibt es aber kaum eine bessere Wahl!

Während die Deutschen Boxer Hunde sind, die tolle Familienhunde abgeben, eignen sie sich trotzdem nicht für jeden Familienverband. Denn als Leistungssportler erster Stunde brauchen sie sehr viel Bewegung und Auslauf. Zudem sind diese Fellnasen außerordentlich intelligent und gelehrig. Man muss sie daher täglich mit mentalem und körperlichen Training auslasten, damit sie so fröhlich und ausgeglichen bleiben. Besonders gut eignen sich dafür Hundesportarten wie Agility, Flyball, Rally Obedience und Dog Dancing. Dabei muss man jedoch die Gelenksbelastung der Hunde stets im Auge behalten – am besten beginnt man das Training erst mit ausgewachsenen Hunden.

Ein Deutscher Boxer springt über ein Agility-Hindernis.
Als Extremsportler haben Deutsche Boxer großes Interesse an Hundesportarten. / Foto: Canva.

Erscheinungsbild

Der Deutsche Boxer ist ein mittelgroßer, glatthaariger, stämmiger Hund mit kurzem, quadratischem Gebäude und starken Knochen. In seinem Aussehen strahlt er Kraft, Ausdauer und Agilität aus. Anders als andere Molossoide darf er aber nicht plump oder schwerfällig werden – auch die Gelenke sind für jedes fehlende Kilogramm dankbar. Typisch für diese Hunde ist das breite Maul, wobei die Harmonie zwischen Fang und Oberkopf eine wichtige Rolle in der seriösen Zucht spielt. Die dunklen Augen müssen über dunkel pigmentierte Lidränder verfügen. Während man früher gerne Ohren und Rute kupierte, um die Hinterhand der Hunde zu betonen und ihnen ein “gefährliches” Aussehen zu geben, ist dies in vielen Staaten heutzutage verboten. Heute müssen die Ohren von Deutschen Boxern naturbelassen sein, also in Ruhestellung bis an die Wangen herabfallen. Auch die Rute muss naturbelassen bleiben.

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Typisch für den Boxerhund ist die schwarze Maske und das kurze, anliegende Fell. / Foto: Pexels

Fell & Pflege

Das Haarkleid des Deutschen Boxers ist kurz, hart und fest an der Haut anliegend, was es besonders pflegeleicht macht. Erlaubte Fellfarben umfassen einfarbig hellgelb bis dunkelhirschrot sowie gestromt. Charakteristisch für diese Hunderasse ist die schwarze Maske im Gesicht. Zudem werden weiße Abzeichen in Gesicht und am Körper gerne gesehen.

Die Fellpflege des Deutschen Boxers fällt dank des kurzen Fells sehr einfach aus. Mit einer weichen Bürste kann man hin und wieder Staub und Dreck herausbürsten. Auch zur Bindung zwischen Hund und Mensch eignet sich das Abrubbeln mit einer Massagebürste. Weil sie jedoch weder über ein üppiges Fellkleid noch wärmende Unterwolle verfügen, kann es diesen Hunden in den Wintermonaten schnell kalt werden. Daher muss man sich vor Erkältungen in acht nehmen und den Hunden nach einem Spaziergang in der Kälte unbedingt ein warmes Plätzchen zum Ruhen anbieten.

Ein Deutscher Boxer steht auf Asphalt.
Die Fellfarbe gestromt setzt sich aus dunklen Streifen auf gelbem Grund zusammen, wodurch eine Art "Tigermuster" am Körper entsteht. / Foto: Canva.

Gesundheit

Grundsätzlich dürfen sich Deutsche Boxer aus seriöser Zucht mit einer Lebenserwartung von 10 bis 12 Jahren auf ein für ihre Körpergröße relativ langes Leben freuen. Zu den rassetypischen Erkrankungen gehört (wie bei fast allen großen Rassen) die Hüftdysplasie (HD). Heutzutage versucht man daher, möglichst nur mit HD-freien Elterntieren zu züchten. Ein weiteres typisches Gesundheitsrisiko stellt die Skeletterkrankung Spondylose dar. Vorsicht auch bei der Fütterung – diese Hunde sind anfällig für Magendrehungen!

Leider haben Vermehrer und verantwortungslose Laienzüchter die Gesundheit der Rasse durch Inzucht und keinerlei Screenings stark vernachlässigt. Besonders Boxer mit weißem Fell sind stark von diversen Gesundheitsproblemen betroffen, weswegen diese Fellfarbe laut FCI-Rassestandard nicht mehr zulässig ist. Brachycephalie, Gelenksschmerzen, Allergien, Zahn- und Herzprobleme, Cushing-Syndrom sowie eine Anfälligkeit für Krebsbildung machen diesen Hunden das ohnehin verkürzte Leben schwer. Denn anders als Boxer aus FCI-anerkannten Zuchten werden diese Tiere durchschnittlich nur 9 Jahre alt und sind meist Stammgäste beim Tierarzt.

Ein Deutscher Boxer mit kupierten Ohren.
Kupierte Ohren und eine sehr kurze Schnauze - das ist in der seriösen Hundezucht ein No-Go! / Foto: Canva.

Wusstest du, dass der Deutsche Boxer ...

… einen rassetypischen “Tanz” auf Lager hat?

Die meisten Deutschen Boxer sind sehr soziale und freundliche Tiere. Deswegen sind sie dafür bekannt, ihre Lieblingsmenschen mit aufgeregten “Tänzchen” zu begrüßen. Neben Freudensprüngen ist auch dies ein bekanntes Phänomen: Der Boxer formt mit seinem Körper einen abwechselnden Halbkreis rechts und links oder jagt im Kreis herum.

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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Prominente Frauchen und Herrchen

Die folgenden Stars sind bzw. waren BesitzerInnen von Boxerhunden:

  • Sänger Justin Timberlake
  • Model Kim Kardashian (“Keeping up with the Kardashians”)
  • Schauspielerin Cameron Diaz (u.a. “Verrückt nach Mary”)
  • Schauspieler Luke Perry (u.a. “Beverly Hills 90210”)
  • Schauspielerin Jennifer Love Hewitt (u.a. “If only”)
  • Schauspieler Hugh Jackman (u.a. “X-Men”)

Video: Lustige Boxer (Hunde)

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