Allergien beim Hund: Symptome, Bestimmung und Behandlung

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Allergien beim Hund sind heutzutage keine Seltenheit mehr. Zu den auffälligsten Anzeichen zählt starkes Jucken bzw. ständiges Kratzen. / © Foto: Przemek Iciak - shutterstock.com

Allergien beim Hund sind auf dem Vormarsch. Nur wer die Anzeichen richtig deutet, der kann durch Futterumstellung, vernünftige Alltagsgestaltung oder sogar Medikamentengabe die Lebensqualität der betroffenen Fellnasen erheblich verbessern.

Ohrenentzündungen, die immer wiederkehren, gerötete Augen, rinnende Nase, Juckreiz, häufiges Knabbern an Pfoten, Hinterhand oder Schwanz, Lecken der Zehenzwischenräume, verfärbte Haare an Pfoten, Augen und um die Schnauze, offene und kahle Stellen, auch um die Violdrüse, Haarausfall, stumpfes oder verfärbtes Fell, trockene Haut, Schuppenbildung, Niesen, häufiges Wälzen, Lecken oder Kratzen, Durchfall, Verdauungsprobleme und Blähungen – alle diese Dinge können Anzeichen für Allergien beim Hund sein.

Immer häufiger ergeben Tests auch Unverträglichkeiten gegen Kohlenhydratquellen wie Kartoffeln, gegen Milben wie Gras- oder Hausstaubmilben und diverse Fleischsorten. Treten beim Hund eines oder mehrere der oben genannten Symptome wiederholt oder gehäuft auf, ist ein Bluttest beim Tierarzt ratsam. Oftmals wird viel zu lange etwa an einer Ohrenentzündung herumlaboriert, ohne der Ursache auf den Grund zu gehen.

Bei Umwelt-, Parasiten- und Futtermittelallergien sind Vermeidung, hypoallergenes Hundefutter,BARFen oder hydrolisierte Diäten Lösungsstrategien– aber nur vom Fachmann begleitet!

Abwehrreaktionen des Körpers

Reagiert der gesunde Körper ohne Allergie im Normalbereich, kommt es bei einer allergischen Reaktion zu einer überschießenden krankhaften Abwehrreaktion des Immunsystems auf normalerweise harmlose Stoffe. Warum es bei Rassehunden wie Mischlingen immer häufiger zu Allergien kommt, ist nicht restlos geklärt. Alterszunahme, generelle Umweltbelastungen, genetische Komponenten und immer heftigere Reaktionen bei grundsätzlich steigenden hygienischen Bedingungen sind die Erklärungsmodelle beim Menschen.

Wir halten immer weniger aus, so scheint es. Tatsächlich nehmen aber die Belastungen aufgrund von Stress, Emissionen und Umweltbelastungen stetig zu. Das könnte sich auch auf unsere Hunde negativ auswirken – abseits der genetischen Veranlagung. Jeder fünfte Hund zeigt mit dem Erwachsen werden allergische Reaktionen. Die häufigsten Auslöser sind pflanzliche und tierische Eiweiße im Futter, allen voran Rind, Huhn und Getreide. Und die gilt es im Falle einer negativen Reaktion tunlichst zu vermeiden, damit entzündliche Prozesse im Magen-Darm-Trakt, der Haut, Ohren, Augen und dergleichen abheilen können.

Allergien beim Hund bestimmen

Um Allergieauslöser ausschließen zu können, darf für mindestens zwölf Wochen nur strikte Diät gefüttert werden, etwa eine neue Proteinquelle wie Pferd, Strauß oder Känguru. Bleiben diese Wochen symptomfrei, kann unter genauer Protokollführung vorsichtig ein weiteres Futtermittel dazugegeben werden. Treten Symptome auf, ist der Übeltäter leichter entlarvt. Dann gilt es, diese auslösenden Proteine ein Leben lang zu vermeiden. Futtermittelhersteller bieten längst Futter mit nur einer Proteinquelle an. Schwieriger wird es bei einer Kontaktallergie und bei allergischen Reaktionen gegen Flohspeichel oder Milben, die in Trockenfutter, im Gras oder im normalen Hausstaub vorkommen.

Neben Bluttests und Tests unter der Haut schließen klinische Ausschlussverfahren Krankheiten mit denselben Symptomen aus. Bei akuten Beschwerden wird medikamentös unterstützt. Ist der Allergieauslöser entlarvt, ist lebenslange Vermeidung die beste Strategie. Ist der Allergiewert beim Höchstwert angesiedelt, ist manchmal eine lebenslange Medikamentengabe der einzige Weg. Bis es dazu kommt, sollte aber auch Expertenwissen auf dem Gebiet der Ernährung, der Dermatologie und der Homöopathie herangezogen werden.