Goldendoodle (Hunderasse) – goldiger Mischling

Ein Goldendoodle sitzt und schaut in die Kamera.
Der Goldendoodle gehört zu den sogenannten Hybridrassen. / Foto: pixabay.

Der Goldendoodle ist eine relative junge Hybridhunderasse aus den USA. Er ist aus der Kreuzung zwischen dem gutmütigen Golden Retriever und dem klugen Pudel entstanden. Seine Anerkennung als Hunderasse ist jedoch umstritten.

Goldendoodle (Hunderasse) – Klassifikation

FCI-Standard:
keiner, nicht anerkannt
Hybridhund
Ursprungsland: USA

Größe:
Standard – 50 – 73 cm
Miniatur – 33 – 53 cm
Verwendung: Begleithund

Geschichte und Herkunft

Der Goldendoodle gehört zu den sogenannten Hybridrassen – dabei handelt es sich um meist nicht offiziell anerkannte Kreuzungen zwischen bereits etablierten Rassen mit dem Ziel, eine „neue“ Rasse zu züchten. Besonders bekannte Hybridrassen sind beispielsweise der Labradoodle (Labrador Retriever und Pudel) oder auch der Pomsky (Sibirischer Husky und Zwergspitz). Das Problem mit diesen auch „Designer Dogs“ genannten Rassen ist jedoch, dass aufgrund ihrer jungen Geschichte noch kaum mehrere Generationen auf die Welt gekommen sind. Das macht es schwierig, die Wensenszüge, das Erscheinungsbild, die Gesundheit und Eignung der Hunde, beispielsweise als Assistenzhunde, einzuschätzen. Auch das hypoallergene Fell, das man sich durch die Kreuzung mit reinrassigen Pudeln versprach, ist nicht bei allen Hunden gleichermaßen vertreten. Viele bezeichnen die Zucht von Hybridrassen auch als „genetisches Roulette“, da man nie genau vorhersehen kann, wie sich die Welpen in Wesen und Aussehen entwickeln werden.

Zwei Goldendoodle-Welpen laufen auf einer Wiese, der rechte hält einen Ball im Maul.
Weil die Hunderasse noch so jung ist, lässt sich das Wesen, das Aussehen und die Gesundheit der Welpen nur schwer einschätzen. Überraschungen können positiv, aber auch negativ sein. / Foto: pixabay.

Der Goldendoodle wird etwa seit den 1990er Jahren in den USA durch die Kreuzung von reinrassigen Golden Retrievern mit Pudeln gezüchtet. Diese beiden Rassen sind durch einen ähnlichen Körperbau, ein ähnliches Wesen und eine ähnliche Vergangenheit als Wasser-Apportierhunde zumindest in der Theorie ausreichend kompatibel. Dabei werden zwei Größen-Varianten angeboten: der Standard-Goldendoodle mit Großpudeln als Elternteile und die Miniatur-Variante mit Zwergpudeln als unmittelbare Ahnen.

Des Weiteren wird zwischen F1-, F1B- und F2B-Hunden unterschieden. Bei F1-Hunden handelt es sich um Welpen aus der Kreuzung zwischen Golden Retriever und Pudel. Als F1B-Hunde werden Hunde bezeichnet, deren Eltern aus jeweils einem F1-Goldendoodle und einem Golden Retriever oder Pudel bestehen. F2B-Hunde haben zwei F1B-Hunde als Eltern und sind somit „reinrassige“ Goldendoodles. Mittlerweile hat sich die Haltung und Zucht dieser Hybridrasse auch bis nach Europa und Australien ausgebreitet, wo sie sich immer größerer Beliebtheit erfreut.

Ein cremefarbener Goldendoodle liegt am STrand und schaut auf die Wellen.
Weil sowohl Golden Retriever als auch Pudel als Wasser-Apportierhunde gezüchtet wurden, liebt auch der Goldendoodle das kühle Nass. / Foto: pixabay.

Wesen und Charakter

Im Charakter des Goldendoodle vereinen sich der Lerneifer des klugen Pudels und die Gelassenheit und der Gehorsam des Golden Retriever. Diese fröhlichen und offenherzigen Hunde sind ideale Ergänzungen für Familien mit Kindern, eignen sich aber auch gut als Begleiter für rüstige Senioren. Mit anderen Hunden und Katzen sind sie gut kompatibel und zeigen sich generell nie aggressiv. Als hochsozialer Hund ist er nicht gerne alleine, schon gar nicht über mehrere Stunden täglich. Weil er seinen Menschen gefallen will und alles in seiner Macht stehende tut, um „ein guter Hund“ zu sein, ist er außerdem ein toller Hund für Anfänger und Ersthundebesitzer.

Aufgrund seiner hohen Anpassungsfähigkeit stellt er keine hohen Anforderungen an seine Halter oder deren Zuhause – er wird sowohl in einem Haus mit Garten als auch in einer Stadtwohnung glücklich, solange er Teil der Familie sein darf. Der Goldendoodle mag lange und ausgedehnte Spaziergänge und geht auch gerne mit Herrchen oder Frauchen joggen. Auch Hundesportarten wie Agility, Dummy Training, Fährtensuche oder Obedience machen ihm Spaß. Dennoch hat er nur ein mittleres Aktivitätsniveau und muss nicht stundenlang laufen, um ausgeglichen zu sein. Wichtiger ist es da, seinen wachen Geist ordentlich zu fordern und zu fördern – denn wenn ihm langweilig wird, könnte er auf schlechte Ideen das Mobiliar betreffend kommen.

Ein Goldendoodle mit Schleife auf dem Kopf schaut her.
Dem Goldendoodle sieht man seine Ahnen schon dem Aussehen nach gut an. / Foto: pixabay.

Erscheinungsbild

Da der Goldendoodle wie gesagt eine junge und recht wilde Mischung ist, kann auch das Erscheinungsbild drastisch variieren. Je nach Größe der Eltern können sie zwischen 30 bis 70 Zentimeter Stockmaß erreichen und zwischen 10 bis 40 Kilogramm schwer werden. In ihrem Körperbau kommen sie mal mehr nach dem schlanken und hochbeinigen Pudel, mal eher nach dem kräftigen Retriever-Typus. Die Ohren können eher runde Ränder haben oder die klassische Zuspitzung nach unten des Golden Retrievers aufweisen. Die Schnauze wird meist von einem kurzen Bart eingerahmt. Die Rute zeichnet sich üblicherweise durch eine ausgeprägte Fahne aus.

Auch, was das Fell betrifft, ist der Goldendoodle „unentschlossen“: Möglich sind sowohl die feinen Löckchen des Pudels als auch das glatte, lange Haar des Golden Retrievers – sowie alles dazwischen. Obwohl man sich von der Einkreuzung des Pudels dessen hypoallergenes, wenig haarendes Fell in den kommenden Generationen versprach, gibt es keinerlei Garantie dafür, dass der Goldendoodle diese Eigenschaften ebenfalls aufweist. Für Hundehaarallergiker ist diese Rasse daher eher ein Glücksspiel. Der Name „Goldendoodle“ täuscht weiterhin über die Fellfarben. Denn tatsächlich sind neben goldenen, cremefarbenen und weißen Doodles auch schwarze Tiere keine Seltenheit.

Ein Goldendoodle geht zwischen Meer und Strand spazieren.
Der Goldendoodle ist ein kluger und aktiver Hund, der sich am liebsten in der freien Natur bewegt. / Foto: pexels.

Fell und Pflege

Über die Fellpflege lassen sich kaum pauschale Aussagen treffen: Wenn man Glück hat, haben die Welpen das wohnungsfreundliche Pudelhaar geerbt – das bedeutet, dass die Tiere kaum haaren, keinen Fellwechsel durchmachen und sehr allergikerfreundlich sind. Allerdings könnte auch eher der glatthaarige Golden Retriever durchschlagen. Dieser verliert durchaus Haare und auf diesen könnten Hundehaarallergiker negativ reagieren. Im Welpenalter lässt sich dabei noch nicht feststellen, ob Allergiegefahr besteht oder nicht. Denn sehr junge Hunde produzieren generell wenig Allergene durch Fell, Schuppen oder Speichel. Ein guter Indikator für Kompatibilität könnte es aber sein, wenn man als Allergiker im Haus des Züchters in Anwesenheit der Elterntiere keine Reaktion zeigt.

In jedem Fall ist das Fell des Goldendoodle jedoch nicht gerade pflegeleicht: Neben wöchtenlichem Bürsten sind auch regelmäßiges Trimmen und Zurückschneiden Routine, damit das Fell nicht verfilzen kann. Auch die Haare um die Augen herum müssen regelmäßig gekürzt werden, um Augenreizungen zu vermeiden. Dies kann man selbst mit der Schere erledigen oder einen Hundefrisör aufsuchen.

Ein Goldendoodle-Welpe sitzt im hohen Gras.
Über die Gesundheit des Goldendoodles kann man momentan nur schwer genaue Angaben machen - noch gibt es nicht viele Generationen. / Foto: pixabay.

Gesundheit

Der Goldendoodle kann bei sorgfältiger Pflege gut und gerne ein Lebensalter von 15 Jahren erreichen. Er gilt grundsätzlich als gesunde Rasse, doch endgültige Aussagen lassen sich erst nach ein paar Generationen treffen. Bekannt ist eine genetische Prädisposition zu progressiver Retinaatrophie (PRA), einer Augenerkrankung, die üblicherweise zu Blindheit führt. Allerdings gibt es einen Gentest für diese Erkrankung. Außerdem gibt es Hinweise auf die Möglichkeit von genetisch bedingter Nierendysplasie und idiopathischen Chylothorax. Dabei handelt es sich um eine Ansammlung von Lymphflüssigkeit in der Lunge.

Wusstest du, dass der Goldendoodle...

… einer der ersten „Designer Dogs“ ist?

Der Begriff „Designer Dogs“ wurde für jene Hunderassen geprägt, die aus bereits etablierten Rassen gezüchtet werden. Die Idee dafür stammt ursprünglich aus Australien. Dort wollte Wally Coron, ein Ausbilder für Assistenzhunde, eine allergikerfreundliche Variante kreieren – und der Labradoodle war geboren. Damit begründete er unverhofft einen neuen Zuchttrend. Heute bereut er diesen Schritt, denn durch die schnelle Beliebtheit und die daraus resultierenden nachlässigen Züchtungen wurde zu wenig auf die Gesundheit der Tiere geachtet. Der Goldendoodle wurde kurz darauf durch die Kreuzung von Golden Retrievern mit Pudeln geschaffen.

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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Goldige Goldendoodle-Welpen (Video)

Wer mehr über den Alltag und die liebevolle Aufzucht eines Goldendoodle-Wurfes erfahren will, kann in diesem Video einen Blick über die Schulter des Züchters werfen!

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