Diabetes beim Hund: Diagnose und Behandlung

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Auch Hunde können an der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus leiden. Also Pfoten weg von Süßigkeiten! / Symbolfoto: pexels.

Diabetes mellitus ist ein Kreuz, das nicht nur wir Menschen zu tragen haben: Schätzungen zufolge leidet einer von 100 Hunden an Typ-1-Diabetes. Erfahren Sie hier, wie man als HundehalterIn die Symptome korrekt erkennt und richtig handelt.

Sowohl Hunde als auch Katzen können an der wohl bekanntesten Zuckerkrankheit erkranken, doch die Symptome sind oftmals leicht zu übersehen. Lesen Sie, woran Sie Diabetes bei Ihrem Hund erkennen können und wie er behandelt werden kann.

Definition von Typ-1-Diabetes

Beim Diabetes mellitus handelt es sich um eine Gruppe von Stoffwechselerkrankungen, die eine Störung bzw. Fehlfunktion des Zuckerhaushaltes im Körper gemeinsam haben. Im gesunden Körper wird nach der Nahrungsaufnahme das Hauptregelungshormon Insulin ausgeschüttet, damit der Zucker im Blut von den Zellen als Brennstoff aufgenommen und zu Energie umgewandelt werden kann. Neben einem absoluten oder relativen Insulinmangel kann es auch zu einer abgeschwächten Wirksamkeit des Hormons kommen. Bei Hunden tritt jedoch nur Typ-1-Diabetes auf: Die Bauchspeicheldrüse hört auf, den wichtigen Botenstoff Insulin zu produzieren, und es kommt zu einem sogenannten „absoluten Insulinmangel“ – den Zellen fehlt also das Signal, um den Zucker aus dem Blut aufzunehmen. Der Blutzuckerspiegel ist infolgedessen überhöht, doch die Zellen können keine Energie mehr produzieren. Der Zucker wird unverbraucht durch den Urin wieder ausgeschieden und riecht (und schmeckt) dadurch sehr süßlich – was der Krankheit den griechischen Namen Diabetes mellitus eintrug – zu Deutsch etwa „honigsüßer Durchfluss“.

Der plötzliche Produktionsstopp von Insulin kann viele Ursachen haben und entsteht wahrscheinlich aus der gemeinsamen Wechselwirkung von Erb- und Umweltfaktoren wie Hormonstörungen, Bauchspeicheldrüsenleiden, Übergewicht und falscher Ernährung. Auch Begleiterkrankungen wie Grauer Star (Trübung der Augenlinse) oder Netzhautveränderungen können zusammen mit Diabetes auftreten.

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Gesunde und ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung ist für jeden Hund wichtig! / Symbolfoto: pixabay.

Symptome richtig erkennen

Die Symptomatik von Diabetes is oftmals diffus und wird erst dann offensichtlich, wenn der Blutzuckerhaushalt bereits gefährlich gekippt ist. Suchen Sie besser den Tierarzt auf, wenn Ihr Hund…

  • viel mehr trinkt und damit mehr Urin lässt als üblich.
  • ununterbrochen fressen will, gleichzeitig aber auch abnimmt.
  • schlechte Wundheilung aufweist.
  • das Fell seinen Glanz verliert.
  • das Tier entkräftet und apathisch wird.
  • plötzlich erbricht, dehydriert oder bewusstlos wird.

Sollten sich eines oder gar mehrere Symptome bei Ihrem Hund zeigen, suchen sie möglichst bald eine Tierarztpraxis auf. Dort kann die Zuckerkonzentration im Blut und Urin gemessen und relativ schnell abgeklärt werden, ob sich Ihr Verdacht bestätigt oder nicht. Im Anschluss werden weitere Untersuchungen mit dem Ziel durchgeführt, die genaue Ursache für den gestörten Zuckerhaushalt zu identifizieren. Am häufigsten sind Hündinnen und kastrierte Rüden sowie Hunde im Seniorenalter und mit deutlichem Übergewicht betroffen; auch die Hunderassen Dackel, Pudel, Beagle, Zwergschnauzer, Labrador und Golden Retriever sind besonders risikobehaftet.

Behandlungsmöglichkeiten

Unbehandelter Diabetes endet aufgrund der Unfähigkeit des Organismus, Energie zu prdouzieren, größtenteils tödlich. Wird die Krankheit jedoch rechtzeitig erkannt, können die meisten Hunde bei korrekter Einhaltung der tierärztlichen Anweisungen noch viele Jahre ohne gröbere Einschränkungen weiterleben. Da der Hund kein eigenes Insulin mehr herstellen kann, muss es ihm von außen (meist per Spritze bzw. Insulin-Pen) in regelmäßigen und genau festgelegten Abständen gegeben werden. Zu diesem Zweck muss der Blutzuckerspiegel zu Hause per Testtreifen oder tragbaren Messgeräten überprüft werden, um zu gewährleisten, dass die eingestellte Insulindosis auf den Hund abgestimmt ist – je präziser die Dosis auf den individuellen Hund abgestimmt ist, desto höher steigt die Lebensqualität. Körperliche Veränderungen setzen eine erneute Einstellung der Dosis voraus, weswegen es empfehlenswert ist, das an Diabetes erkrankte Tier regelmäßig zur Kontrolle in die Tierarztpraxis zu bringen.

Zusätzlich ist meist eine besondere Diät und eine möglichst stressfreie Umgebung zur Unterstüzung des gestörten Blutzuckerhaushaltes vonnöten. TierärztInnen empfehlen bei Hündinnen meist auch eine Kastration, da die weiblichen Geschlechtshormone den Blutzuckerhaushalt empfindlich durcheinanderbringen können. Gerade für übergewichtige Hunde ist außerdem eine gesunde, artgerechte Ernährung und regelmäßige Bewegung enorm wichtig.