Hund und Familie – Grundlagen für das Leben „im Rudel“

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Hund und Familie sind eine wunderbare Kombination, verlangen aber auch ein gewisses Maß an Verantwortung und Training. / Foto: Pexels - Gustavo Fring

Hunde sind Rudeltiere, also automatisch für das Leben in einer Familie geboren, oder? Ganz so einfach ist es leider nicht. Damit die Kombination Hund und Familie klappt, gilt es Grundlegendes zu beachten.

Für viele Tierfreunde ist die Kombination von Hund und Familie eine Selbstverständlichkeit. Mehr noch: Der geliebte Vierbeiner wird als Familienmitglied gesehen. Ohne Zweifel: Ein Hund in der Familie kann eine Bereicherung und auch ein treuer Spielgefährte für Kinder sein. Neben dem Spaß bedeutet ein Hund auch eine große Verantwortung!

Hunde sind Rudeltiere und fügen sich im Optimalfall problemlos in ein gemischtes Mensch Hund-Rudel ein. Dennoch wird sich ein Hund im Konfliktfall verhalten wie es seiner Art entspricht: Er kann drohen, schnappen oder sogar beißen. Für ein konfliktfreies Miteinander ist es daher wichtig, dass der Hund ein festes soziales Gefüge mit souveränen Menschen und klaren Regeln vorfindet. Wichtig für das reibungslose Miteinander ist auch hier, den Hund nicht zu vermenschlichen und ihm einen fixen Platz zuzuweisen.

Problem Vermenschlichung

Hunde verlangen nach klaren Regeln, die drinnen wie draußen gelten müssen. Darf der Hund während des Spaziergangs machen, was er will und alles selbst bestimmen, wird er auch zuhause dazu neigen, auszutesten, wer denn nun eigentlich das Sagen hat. Viele
Hunde neigen zudem zu territorialem Verhalten und verteidigen ihr Revier (Wohnung,
Haus, Garten) oder sogar „ihre“ Menschen gegen vermeintliche Eindringlinge.

Zudem sind unsere vierbeinigen Mitbewohner wahre Meister im Beobachten, kennen die Stärken und Schwächen der einzelnen Familienmitglieder genau und versuchen manchmal sogar, einzelne Familienmitglieder gegeneinander aus zuspielen. Hier ist es besonders
wichtig, dass die ganze Familie in Sachen Erziehung an einem Strang zieht.

Training gegen Trennungsangst

Sind Hund und Familie auch hin und wider getrennt? Für erwachsene Hunde grundsätzlich kein Problem, allerdings muss das Alleinbleiben in kleinen Schritten geübt werden. Wird das versäumt, leiden Hunde oft unter schwerwiegender Trennungsangst, die ihnen das Leben zur Hölle macht und oft auch für die Besitzer ein ernstzunehmendes Problem darstellt.

Welpen sollten in den ersten Wochen nur wenige Minuten alleine gelassen werden, danach können die Phasen schrittweise verlängert werden. Erwachsene Hunde können durchaus einige Stunden am Tag alleine bleiben, allerdings sollte dieser Zeitraum nicht zu lange sein – berufstätige Menschen sollten sich daher zeitgerecht nach einem fähigen Hundesitter umsehen.

Wichtig: Üben Sie das Alleinbleiben auch, wenn der Hund eigentlich nicht alleine bleiben muss. Lebensumstände ändern sich oft plötzlich (Scheidung, Arbeitsplatzwechsel, Krankenhausaufenthalt) und Hunde, die das Alleinbleiben nie gelernt haben, leiden furchtbar. Wenn Sie mehrere Hunde halten, üben Sie das Alleinbleiben unbedingt mit jedem Hund einzeln von Anfang an. Oft lernen es junge Hunde nur in Gesellschaft eines älteren Hundes, und stirbt dieser, stehen die Besitzer vor einem Problem, da der junge Hund nie gelernt hat, wirklich alleine zu bleiben.

Verhalten bei Besuch

Besucher sind aus Hundesicht eine seltsame Sache, dringen doch unbekannte Personen ganz selbstverständlich in ein fremdes Revier ein. Auf ängstliche oder unsichere Hunde können Besucher daher durchaus bedrohlich wirken. Wenn Sie bemerken, dass Ihr Hund mit Besuchern offensichtliche Probleme hat, knurrt oder sogar versucht, den Besuch zu „stellen“, sollten Sie unbedingt fachkundigen Rat einholen. Lassen Sie unsichere Hunde auf keinen Fall mit Besuchern, die die Vierbeiner nicht kennen, alleine.

Wann Hund und Famile nicht funktioniert

Nicht jeder Hund ist für das Leben in einer Familie geeignet. Es gibt auch Hunde, die sich sehr stark an nur einen Menschen binden oder Probleme mit Kindern haben. Lassen Sie sich bei der Auswahl Ihres Hundes daher beraten und achten Sie wenn möglich darauf, dass der Hund gut sozialisiert wurde und wird, wenn er bei Ihnen als Familienhund leben soll.

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