Wenn Hunde Schnee fressen: Gesundheitsrisiken durch Kälte und Erreger

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Wenn Hunde Schnee fressen, kann das negative gesundheitliche Folgen haben. / Fotos: Pixabay

Die meisten Herrchen und Frauchen wissen Bescheid: Wenn Hunde Schnee fressen, kann das negative Folgen für die Gesundheit der Vierbeiner mit sich bringen. Welche das konkret sind und wie man im schlimmsten Fall Erste Hilfe leistet, hat uns Tierarzt Dr. Christian Welzl verraten.

„So lange sie sauberen Schnee in kleinen Mengen fressen, wenn also der Schnee schon im Maul zu Wasser zerschmilzt, ist das in der Regel unbedenklich“, so der Linzer Veterinärmediziner Dr. Christian Welzl. Neigen die Vierbeiner dazu gierig zu schlucken, sollte man allerdings unterbinden, dass die Hunde Schnee fressen. Denn bei größeren Mengen ist gleich aus mehreren Gründen Vorsicht geboten. Die Hauptprobleme sieht der Tierarzt im Bereich Magen und Kehlkopf.

Wenn Hunde Schnee fressen, …

  • … sollten das höchstens in kleinen Mengen bei sauberem Schnee zugelassen werden.
  • … erhöht sich das Risiko von Infektionen – vor allem bei verschmutztem Schnee (in der Stadt) und an lichtarmen Tagen.
  • … kann das Durchfall und Erbrechen zur Folge haben.
  • … könnte es zu einer Atemlähmung kommen. Erste-Hilfe-Maßnahme dafür ist eine mehrminütige „Mund-zu-Nase“-Beatmung.

Magenprobleme, wenn Hunde Schnee fressen

Wie bei uns Menschen, sind auch Fellnasen im Winter anfällig für diverse Erkrankungen. Von einer zusätzliche Reizung der betroffenen Organe ist daher vernünftigerweise abzuraten. „Wenn beim Hund zum Beispiel die Mandeln entzündet sind, kann dies durch die Kälte des Schnees noch verschlimmert werden“, erklärt Welzl. Ein weiteres Risiko sind Krankheitserreger, die mit dem Schnee aufgenommen werden. „Gerade an Tagen mit wenig Sonne, bleiben durch die fehlende UV-Strahlung Keime und Bakterien länger erhalten, die zu Magen-Darm-Infektionen führen können.“

Auch die Kälte selbst ist für den (angeschlagenen) Organismus nicht gerade von Vorteil. „Der Magen von Hunden reagiert sehr empfindlich auf Kälte, so dass durch das Schlucken von ungeschmolzenem Schnee eine Gastritis (Magenschleimhautentzündung) verursacht werden kann.“ Symptome davon können Erbrechen und Durchfall sein.

Gereizter Kehlkopf bis Atemlähmung

Wird der Kehlkopfbereich durch abrupte Kälte geschockt, kann dies zu Atmungsproblemen führen. „Deshalb sollte man Hunden beim Spielen im Schnee auch keine Schneebälle mit dem Maul fangen lassen“, sagt Welzl.

Als Erste-Hilfe-Maßnahme bei akuter Lähmung der Atmung empfiehlt der Mediziner beim Vierbeiner in die Nase zu pusten: „Anders als beim Menschen wird keine Mund-zu-Mund-Beatmung, sondern – wenn man so will – eine Mund-zu-Nasen-Beatmung eingesetzt. Diese sollte bei betroffenen Tieren – je nach Bedarf – rund drei bis vier Minuten angewendet werden. Kopf und Hals des Hundes sollten dabei möglichst gerade, fast schon überstreckt, bleiben, um dem Hund möglichst viel Sauerstoff spenden zu können.“