Verbot von Hundefleisch in China: Historische Gesetzgebung

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Nach dem Verbot von Hundefleisch in China appelliert die Tierschutzorganisation Vier Pfoten auch an die Nachbarländer Kambodscha, Indonesien und Vietnam. (Aufnahme aus einem kambodschanischen Restaurant, 2019 ) / © Foto: Four Paws - Aaron Gekoski

Im neuem Nutztier-Katalog (vom 29. Mai 2020) werden Hunde explizit ausgeschlossen. Damit gibt es de facto ein Verbot von Hundefleisch in China.

Die Veröffentlichung des neuen Nutztier-Katalogs Ende Mai markiert einen historischen Moment für den Tierschutz. Denn mit ihr tritt ein Verbot von Hundefleisch in China in Kraft. Wie dies in der Praxis gehandhabt werden soll, wird die Zukunft zeigen. Aktivisten sprechen allerdings schon jetzt von einem Meilenstein.

Als wichtigsten Motivationsfaktor für die neue Klassifizierung sieht man bei der Tierschutzorganisation Vier Pfoten die Seuchenprävention, wie die Leiterin Streunerhilfe in Südostasien, Dr. Katherine Polak, festhält: „Natürlich ist es ein positives Signal, dass China den Verkauf von Hunde- und Katzenfleisch verbietet, auch wenn diese Entscheidung wohl eher nichts mit Tierliebe, sondern mit Lebensmittelsicherheit zu tun hat. Nun müssen aber auch Vietnam, Kambodscha und Indonesien endlich handeln. Neben unfassbarem Tierleid ist der Handel mit Hunde- und Katzenfleisch auch für Krankheitsausbrüche wie Tollwut und Cholera verantwortlich. Und wie wir jetzt wissen, kann die ganze Welt unter den tödlichen Zoonose-Viren leiden, die auf den unhygienischen Lebendtiermärkten entstehen, auf denen das Hunde- und Katzenfleisch teilweise verkauft wird.“

Situation in Chinas Nachbarländern

Dass mit dem Verkauf und Verzehr von Hunden in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt nun endlich Schluss sein soll, nimmt man bei Vier Pfoten zum Anlass, um einen Appell an die Nachbarländer des „Reichs der Mitte“ zu richten. So sollen nun auch Kambodscha, Vietnam und Indonesien mit entsprechenden Verboten nachziehen. Denn laut der Tierschutzorganisation würden alleine in Vietnam bis heute pro Jahr rund eine Million Katzen und fünf Millionen Hunde geschlachtet und ihr Fleisch verzehrt.

Nicht weniger drastisch sollen die Zahlen für Kambodscha und Indonesien ausfallen. Dort spricht man bei Vier Pfoten laut Schätzungen von vier Millionen Schlachtungen von Haustieren und Streunern.

„Lebendtiermärkte sind tickende Zeitbomben“

Neben dem Aspekt des Tierwohls weist man bei Vier Pfoten auch auf die hohen potenziellen Gefahren für Menschen sowie deren globale Relevanz hin. Polak: „Der ausufernde Hunde- und Katzenfleisch-Handel und die Lebendtiermärkte in ganz Südostasien sind tickende Zeitbomben. Wenn die Regierungen jetzt nicht diesen brutalen Handel stoppen und die grausamen Märkte und Schlachthäuser schließen, könnte die nächste globale Pandemie ihren Ursprung in Vietnam, Kambodscha oder Indonesien haben.“

Bei Tierschutzorganisation wurden die Maßnahmen verstärkt, die ein nachhaltiges Ende von Katzen- und Hundefleisch bewirken soll. Eine aktuelle Petition gegen den Hunde- und Katzenfleischhandel wurde bereits von mehr als 750.000 Personen unterschrieben. „Durch Aufklärungsarbeit und Kooperationen mit den verantwortlichen Behörden und Tourismusverbänden sollen die Regierungen dazu gebracht werden, strenge Tierschutzgesetze einzuführen, die das Fangen, Schlachten und Essen von Hunden und Katzen verbieten“, so Dr. Karanvir Kukreja, Projektmanager der aktuellen Kampagne.

Zudem setzt man bei Vier Pfoten als Teil der Tierschutzkoalitionen DMFI (Dog Meat Free Indonesia) und ACPA (Asia Canine Protection Alliance) auf die Zusammenarbeit mit lokalen Tierschutzorganisationen und Gemeinden, bei der tierschutzkonforme Programme zur Kontrolle der Population von Hunden und Katzen erstellt werden sollen.