Donnerstag, September 29, 2022
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Hauttransplantation für Streuner Johnny

Ein Weihnachtsgeschenk der ganz besonderen Art bekam ein Streuner in Bulgarien. Von seinen schweren Verletzungen konnte er sich nur erholen, weil man ihn einer neuartigen Hauttransplantation unterzogen hatte.

Seine Wunde hatte er sich sehr wahrscheinlich bei einem Kampf zugezogen, wie die behandelnden Tierärzte vermuten. Streunerhund Johnny wurde in die VIER PFOTEN Streunerklinik in Sofia, Bulgarien, gebracht, weil eine riesige Wunde auf seinem Rücken klaffte. Es war ein großes Stück Haut, das fehlte, und obwohl er sofort behandelt wurde, musste er dennoch große Schmerzen ertragen. „Wir haben alles in unserer Macht getan, um Johnny zu helfen, aber jedes Mal, wenn wir seine Verbände gewechselt haben, ist er zusammengezuckt, stand unter großem Stress und hatte starke Schmerzen. Uns war klar, dass seine Genesung Monate dauern würde“, berichtet Margarita Chankova, Projektmanagerin der VIER PFOTEN Streunerhilfe Bulgarien in einer Aussendung.

Neue Operationsmethode

Es war ein besonderes Weihnachtsgeschenk: Der professionelle Wundmanager Dieter Ponweiser reiste letzte Woche eigens nach Sofia und brachte auch das spezielle Equipment mit, das für eine innovative neue Operationsmethode für Johnny nötig war. Dank des unentgeltlichen Einsatzes von Ponweiser und Acelity, einem globalen Unternehmen für Wundversorgung und regenerative Medizin, welches das Equipment zur Verfügung stellte, wurde der Eingriff für den leidgeprüften Streuner möglich gemacht. Der Experte wurde dabei von den VIER PFOTEN Tierärzten in der Klinik unterstützt.

Die Operation verlief ohne Komplikationen. „Johnny wachte nach dem Eingriff ohne Probleme wieder auf und schien keine Schmerzen zu haben. In den nächste Wochen wird die Wunde heilen und vorerst werden wir nur die äußeren Schichten seines Verbands regelmäßig erneuern. Ende dieser Woche werden wir den gesamten Verband entfernen und den Heilfortschritt genau überprüfen“, erklärt Chankova.

Die Methode, die an Johnny angewandt wurde, nennt sich “Acelity’s CelluTome™ Epidermal Harvesting system” – dabei werden kleine Hautteile an einer Körperstelle des Patienten entnommen und an einer anderen Stelle wieder eingesetzt. Dieser Prozess wird als autologe Hauttransplantation bezeichnet. In einer dreistündigen Operation nutzte Ponweiser kleine Teile von unterschiedlichen Stellen von Johnnys unversehrter Haut, um sie auf die verwundete Stelle zu transplantieren und so den Heilungsprozess zu unterstützen. „Der größte Vorteil dieser Methode ist die Genesungsdauer, die im Vergleich zur konventionellen Behandlungsmethode wesentlich kürzer ausfällt. Außerdem ist sie weniger schmerzhaft und birgt weniger Risiken als klassische Methoden.“, erklärt Ponweiser.

Vor Johnnys Operation hatte Ponweiser diese Form der Hauttransplantation nur bei Menschen und Pferden angewandt. Obwohl die Methode bei Menschen ohne Narkose durchgeführt wird, wurde Johnny aus Sicherheitsgründen betäubt und seine Narkose vom Tierärzte-Team genau überwacht.

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