Gastkommentar des SVÖ: Die sportliche Schutzarbeit

Gastkommentar des SVÖ: Die sportliche Schutzarbeit

von Gastkommentar
Gastkommentar des SVOE zur Schutzarbeit

Förderung von Aggression, oder artgerechte Beschäftigung mit dem Hund?

Wie bereits vielfach in den Medien berichtet, wurde durch den Federstrich eines scheidenden Ministers eine Sportart in Österreich verboten, die eine über 100-jährige Tradition hat. Viele Hundesportler richten ihr Leben mehr oder weniger nach diesem Sport aus, man kann fast sagen, es ist ihr Leben.

Schutzarbeit im Wandel der Gesellschaft: Kritik und Missverständnisse

Natürlich ändern sich im Laufe der Zeit gesellschaftliche Ansichten zu gewissen Themen und was vor 20 oder 30 Jahren noch eine Selbstverständlichkeit war, ist heute ein No-Go. Natürlich ist es berechtigt, auch über Hundesport zu diskutieren, ob es zeitgemäß ist, einen Hund überhaupt etwas beizubringen oder ihn für sein Hobby zu „gebrauchen“.

Begeisterung der Hunde: Warum Schutzarbeit artgerechte Auslastung ist

Wer aber einmal einen Hund gesehen hat, der vor Begeisterung fast ausflippt, weil er auf die Fährte gehen darf, über einen Aglity-Parcours laufen darf oder mit „seinem“ Menschen eine Unterordnung geht, der wird darauf schnell eine Antwort finden.

Unübertroffen aber ist die Begeisterung der Hunde, wenn es endlich zur Schutzarbeit geht. Selbstverständlich nicht für jeden Hund, Hunde ohne ausgeprägten Beute- oder Spieltrieb werden daran nicht die Freude finden, wie ein verspielter, triebstarker Hund, diese dafür umso enthusiastischer. Endlich können sie ihre Triebe ausleben, sich endlich körperlich auspowern, endlich sonst eher unterdrückten Instinkten nachgehen.

Maxi als Baby mit einem ausgebildeten Schutzhund
Maxi mit einem ausgebildeten Schutzhund. (c) SVÖ

Verbot der Schutzarbeit in Österreich – Hintergründe und Folgen

Würde man einen solchen Hund fragen, ob er sich für das Hobby seines Herrchens „missbraucht“ fühlt und er von dieser „Bürde“ entbunden werden soll, jeder mit ein klein wenig Hundeverstand würde die Antwort kennen. Dieses Verbot ist daher aus absoluter Unkenntnis der Materie und über massiven, auch medialen Druck von selbsternannten Tierschützern entstanden.

Sind Hunde mit Schutzarbeit wirklich gefährlicher?

Bleibt noch die Frage der Gefährlichkeit. Sind Hunde, welche in Schutzarbeit ausgebildet wurden wirklich gefährlicher ? Hier gibt es eine ganz klare Antwort – NEIN!

In den letzten Jahrzehnten wurden zigtausende Hunde in dieser Sparte ausgebildet. Es ist kein einziger Fall bekannt, bei dem ein solcher Hund einen Menschen attackiert hätte und selbst sollte es einen solchen Fall geben, wäre das statistisch gesehen noch immer verschwindend gering zu sonstigen Hundebissen von unausgebildeten Hunden oder Hunden aus dubiosen Tierschutzrettungen, meist aus dem Ausland.

Gastkommentar des SVOE zur Schutzarbeit
Michael mit der ausgebildeten Schutz- und Zuchthündin „Lou vom Kämpferherz“. (c) SVÖ

Ausgebildete Hunde können ganz klar zwischen der Situation mit einem Schutzhelfer und einem vorbeilaufen Passanten unterscheiden, auch wenn sich dieser ungewohnt bewegt. Dieses Argument wurde ja von sogenannten Experten immer wieder als Vorwand gebracht.

Leider haben die Entscheidungsträger alle fundierten Argumente ignoriert und einer starken Tierschutzlobby nachgegeben. Das Ergebnis ist nun ein Chaos im Hundesport, in der Ausbildung und in der Zucht von Gebrauchshunden, welche ja auch als Diensthunde an die Behörden gehen sollten.

Bild von SVÖ

SVÖ

Der SVÖ (Österreichischer Verein für Deutsche Schäferhunde) ist einer der größten Rassehundevereine in Österreich. Er konzentriert sich auf die Förderung der Zucht und Aufzucht von gesunden Deutschen Schäferhunden sowie die artgerechte Ausbildung von Hunden aller Rassen. Der Verein engagiert sich u.a. für die Ausbildung von Rettungs- und Gebrauchshunden nach internationalen Standards.

Disclaimer: Gastkommentare lassen Expert:innen, Fachleute und engegierte Leser:innen zu Wort kommen. Sie geben nicht zwingend die Meinung der Redaktion wieder.

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