Freitag, Februar 3, 2023
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Englische Bulldogge (Hunderasse) – liebenswerter Muskelprotz

Die Englische Bulldogge mauserte sich vom ehemaligen Kampfhund zu einem weltweit geschätzten und geliebten Familienmitglied. Leider hat die Hunderasse jedoch mit gravierenden gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.

Die Englische Bulldogge (in ihrem Ursprungsland “(Old) English Bulldog” genannt) ist ein loyaler und eher gemütlicher Zeitgenosse. Trotzdem lässt sie sich mit der richtigen Motivation gerne zur Bewegung begeistern. Aufgrund seiner Körpermasse ist der Muskelprotz allerdings kein guter Schwimmer!

Englische Bulldogge (Hunderasse) – Klassifizierung FCI

FCI-Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde
Sektion 2.1: Molossoide
ohne Arbeitsprüfung
Ursprungsland: Großbritannien

FCI-Standardnummer: 149
Gewicht: bei Rüden 25 kg, bei Hündinnen 23 kg
Verwendung: Begleithund mit Abschreckungswirkung

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Geschichte und Herkunft

Die Geschichte der Englischen Bulldogge geht tatsächlich weit zurück – explizite Erwähnungen der Rasse tauchen bereits um 1630 als “Kettenhunde” auf. Wie bei vielen doggenartigen Hunden züchtete und trainierte man sie erst zur Jagd auf großes, wehrhaftes Wild, wie Stierbullen. Deswegen legte man in der Zucht großen Wert auf Mut, Zähigkeit und Aggressivität. Zudem bevorzugte man Hunde mit breitem Kiefer und einer kurzen Schnauze mit zurückgenommener Nase. So konnten die Hunde problemlos atmen, selbst wenn sie sich bei der Stierhetze in ihre Beute verbissen. Als gute Jagdhunde durften die Bulldoggen ihre Beute nicht loslassen, bis der Jäger den tödlichen Schuss setzen konnte.

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Die Englische Bulldogge wird heutzutage immer öfters als Familienhund gehalten. / Foto: Pixabay

Als später Hundekämpfe als blutiges Publikumsspektakel beliebt wurden, mussten die Englischen Bulldoggen entsprechend oft herhalten. Jahrzehntelang missbrauchte man die todesmutigen Vierbeiner zur Unterhaltung, bis 1835 ein allgemeines Verbot für Tierkämpfe in England in Kraft trat. Plötzlich “arbeitslos” geworden, hatte die Hunderasse erst Schwierigkeiten, ihren Platz an der Seite der Menschen wieder zu finden. Als ehemalige Kampfhunde galten die Englischen Bulldoggen als gefährliche Hunde, und nur einige wenige Liebhaber der Rasse führten die Zucht fort. Das neue Zuchtziel waren keine aggressiven Kämpfer mehr, sondern menschenfreundliche Wach- und Begleithunde.

Darum fand die Hunderasse nur wenige Jahre später neue Fans auf Hundeausstellungen. Dass das grimmige Aussehen der Englischen Bulldogge eine eigentlich anhängliche und liebevolle Natur verbarg, gefiel vielen Hundefreunden. Mittlerweile sieht man sie als inoffiziellen Nationalhund von Großbritannien an, wo die Rasse ihre meisten glühenden Fans hat. Auch den wohl berühmtesten Premierminister Englands, Winston Churchill, bedachte man aufgrund seines sturen Wesens und seiner Zähigkeit mit dem liebevollen Spitznamen “British Bulldog”.

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In der modernen Zucht wird wieder größter Wert darauf gelegt, dass die Englische Bulldogge möglichst gesund ist. / Foto: Pixabay

Die Englische Bulldogge in der Neuzeit

Doch leider hat die Englische Bulldogge damals wie heute mit gravierenden Gesundheitsproblemen zu kämpfen. Während früher die Zucht bizarrer Körpermerkmale Mode war, bietet heute die hohe Nachfrage nach der Rasse wenig Raum für Verbesserung. Skrupellose Vermehrer und Internethandel mit Welpen aus gedankenloser und oftmals tierschutzwidriger Zucht sind Quelle einer endlosen Liste an Gebrechen und Krankheiten. Verantwortungsvolle Züchter legen daher besonderes Augenmerk darauf, die Gesundheit der Englischen Bulldogge zu verbessern.

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Trotz ihres oftmals als grimmig wahrgenommenen Äußeres sind englische Bulldoggen anhängliche Familienhunde. / Foto: pixabay.

Wesen und Charakter

Grundsätzlich haben sich im Charakter der Englischen Bulldogge viele der ursprünglichen Eigenschaften wie Kühnheit, Mut und Entschlossenheit erhalten. Dennoch sind sie wesentlich freundlicher und sozialer Menschen und besonders anderen Hunden gegenüber geworden. Heute sind sie loyale und liebevolle Gefährten, ausgeglichene Familienhunde und angenehme Begleithunde. Trotzdem können sie manchmal etwas dickköpfig sein – daher sind klare Regeln  von Welpenpfoten an Pflicht. Bei der Erziehung der Englischen Bulldogge braucht man viel Geduld, Konsequenz und bestenfalls bereits Erfahrung mit Hundetraining.

Aufgrund ihres gedrungenen, massiger Körpers brauchen diese Hunde nicht besonders viel Bewegung, ein täglicher Spaziergang reicht ihnen meist aus. Dennoch bringt diese Hunderasse viel Freude an der Bewegung mit – unter den richtigen Bedingungen. Denn in dem oftmals zu massigen Gefängnis aus Muskeln und Haut steckt durchaus noch ein flinker, agiler Jagdhund. Kurze Sporteinheiten bei gemäßigten Temperaturen gefällt eigentlich jeder Bulldogge!

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Entgegen so mancher Vorurteile lässt sich die Englische Bulldogge auch für Bewegung begeistern. / Foto: Pixabay.

Erscheinungsbild

Die äußere Erscheinung der englischen Bulldogge ist sehr markant und leicht zu erkennen: Der Körper ist kompakt, aber massig und eher tiefgestellt, mit kurzen, kräftigen Gliedmaßen. Die breite Brust wird von ebenso breiten Schultern getragen, danach verjüngt sich der Körper zu einem relativ schmalen Hinterteil. Hündinnen sind jedoch generell weniger muskulös als Rüden.

Der Kopf ist im Verhältnis zum Körper eher groß, der Schädel ist kurz und breit, der Fang nach oben gebogen. Die Englische Bulldogge neigt deswegen zu Brachycephalie und Zahnproblemen. Extreme Ausprägungen dieser Merkmale, die zu sichtbarer Atemnot führen, sind laut FCI und dem britischen Kennel Club mittlerweile unerwünscht. Auch eine eingewachsene Rute (Korkenzieherrute genannt) oder fehlende sowie extrem enge Ruten gilt als Fehler. Richtigerweise sind die Ruten gesunder Bulldoggen tief angesetzt, von mäßiger Länge und erst gerade, dann nach unten gebogen.

Englische Bulldogge sitzt auf einem Haufen Blätter.
Die Liste von Gesundheitsproblemen ist bei der Englischen Bulldogge leider sehr lang. / Foto: Canva (Johnny Dao).

Fell & Pflege

Das Fell der englischen Bulldogge ist fein, kurz und glatt. Die FCI toleriert nur einfarbiges Fellkleid (in gestromt, rot in allen Schattierungen, falb, rehbraun, etc.), auch in Kombination mit schwarzer Maske oder schwarzem Fang. Tatsächlich gibt es englische Bulldoggen jedoch auch in anderen Farben, wie weiß mit geschecktem Fell, schwarz oder schwarz mit loh.

Die Fellpflege an sich gestaltet sich bei der Englischen Bulldogge sehr einfach. Regelmäßiges Bürsten mit einer weichen Bürste (gerne auch aus Gummi) bringt das Fell zum glänzen und massiert die Haut. Wesentlich mehr Pflege brauchen hingegen die Hautfalten, Augen, Ohren und Zähne. Bildet sich Feuchtigkeit und Schmutz zwischen den Hautfalten im Gesicht und am Körper, kann dies Hautirritationen und Pilzinfekte zur Folge haben. Aufgrund der brachycephalen Gesichtsform und den übergroßen Lefzen leiden diese Hunde zudem unter tränenden Augen und exzessivem Speichelfluss.

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Englische Bulldoggen gibt es in vielen verschiedenen Farben und Schattierungen. / Foto: pixabay.

Gesundheit

Aufgrund von fehlgeleiteten Zuchtzielen leidet die Englische Bulldogge unter massiven Gesundheitsproblemen. Wegen ihrer kurzen Schnauze (Brachycephalie) entwickeln sie schnell Atembeschwerden und Kurzatmigkeit, und können sich im Sommer durch Hecheln nicht so effektiv abkühlen. Daher muss man in dieser Jahreszeit besonders darauf achten, dass die Bulldogge eher im Schatten bleibt und genug Wasser trinkt.

Auch die krummen Beine tragen nicht zum Wohlbefinden des Hundes bei. Ein direktes Resultat sind Fehlentwicklungen der Gelenke wie Ellbogen- (ED) und Hüftdysplasie (HD), die sie stark in ihrer Bewegung einschränken. Viele Bulldoggen leiden ihr Leben lang unter Schmerzen bei jeder Bewegung. Zudem können sie wegen ihrer Körperform und ihrem Hang zur Müßigkeit unbemerkt Übergewicht entwickelt. Außerdem können die großen Köpfe dem Muttertier und den Welpen bei der Geburt zum Verhängnis werden. Des Weiteren lässt sich ein Hang zu Rachen- und Mandelentzündungen, chronischen Zahnproblemen, Verdauungsprobleme, Kehlkopflähmungen und Gehirntumoren bei dieser Rasse beobachten.

Während verantwortungsvolle Zucht viele dieser Gesundheitsprobleme vorbeugen kann, gilt die Englische Bulldogge im Allgemeinen nicht als robust oder gesund. Im Schnitt werden sie nur 6 bis 10 Jahre alt.

Drei Englische Bulldoggen-Welpen sitzen auf einem Tisch.
Die Nachfrage nach der Englischen Bulldogge ist groß - daher werden zu viele Welpen schnell und gedankenlos nachgezüchtet. / Foto: Canva (Enduro).

Wusstest du, dass die englische Bulldogge ...

… als Vorfahre der Französischen Bulldogge gilt?

Zumindest sollen beide Rassen auf eine “Englische Bulldogge alten Typs” zurückgehen, die man früher zur Bullenjagd oder Hundekämpfen einsetzte. Die “Frenchies” wurden in Frankreich jedoch anders weitergezüchtet. Statt der stehenden Fledermausohren verfügt die Englische Bulldogge zum Beispiel über nach Innen gefaltete Rosenohren.

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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Süßer Englischer Bulldoggen-Welpe (Video)

Diese junge Englische Bulldogge sollte eigentlich ein Nickerchen einlegen – ist aber offensichtlich noch gaaaaar nicht müde!

 

Berühmte Besitzer von Englischen Bulldoggen

Zu den prominenten BesitzerInnen der Englischen Bulldogge gehör(t)en

  • US-Präsident Calvin Coolidge
  • US-Präsident Warren G. Harding
  • Schauspieler Adam Sandler
  • Musiker Ozzy Osbourne
  • Schauspielerin Olivia Wilde
  • Sängerin Pink
  • Schauspieler Brad Pitt
  • Schwimmer Michael Phelps
  • Schauspielerin Jessica Biel
  • Fußballer David Beckham
  • Schauspielerin Reese Witherspoon
  • Schauspieler Danny Trejo
  • Sänger John Legend
  • Sängerin Miley Cyrus
  • Schauspieler Shia LaBeouf
  • Schriftsteller Truman Capote
  • Rapper Ice-T
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Auch unter Hollywood-Stars erfreut sich die Englische Bulldogge großer Beliebtheit. / Foto: Pixabay

Shopping-Tipps für Bulldoggen-Fans

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