Hundekämpfe: Die blutige Geschichte der „Kampfhunde“

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Noch im 19. Jahrhundert waren Hundekämpfe in vielen Teilen der Erde legal oder geduldet. / Illustration: The Secrets of the Great City, Philadelphia, 1868

Die Geschichte blutiger Hundekämpfe ist lang und sorgt bis heute für großes Tierleid. Denn obwohl in den meisten Ländern der Erde die brutalen Spektakel längst verboten sind, verdienen kriminelle Vereinigungen damit beträchtliche Summen.

Über die Jahrtausende hinweg wurden Vierbeiner vom Menschen dazu missbraucht, erbarmungslose (Todes-)Kämpfe auszutragen. Dieses Erbe lastet schwer auf einigen Rassen. Denn obwohl Hundekämpfe inzwischen in den meisten Ländern der Erde verboten sind, sorgt ihre brutale Geschichte einerseits für kontroverse Diskussionen und andererseits dafür, dass skrupellose Tierquäler versuchen, die grausame Tradition im Untergrund weiterzuführen.

Schon in der Antike wurden Hunde in Mesopotamien sowie bei den Griechen und Assyrern für den Kriegsdienst scharfgemacht und eingesetzt. Später gehörten im Römischen Reich organisierte Tierkämpfe zum grausamen Alltag, und auch danach, das gesamte Mittelalter hindurch und in der frühen Neuzeit, waren Auseinandersetzungen zwischen Hunden, Bären und Bullen für Unterhaltungszwecke keine Seltenheit. Dabei stammten die Organisatoren nicht bloß aus der Unterschicht, sondern waren – wie etwa Englands Königin Elizabeth I (*1533) – zum Teil Angehörige des hohen Adels.

Um „spektakuläre“ Kämpfe zu gewährleisten, wurden Individuen mit hohem Aggressionspotenzial und kraftvollen körperlichen Eigenschaften miteinander verpaart. Laut dem 2001 verstorbenen Kynologen Dieter Fleig, der zahlreiche Sachbücher zu diesem Thema verfasste, waren dabei Rassen wie der Tibetische Mastiff, die Deutsche Dogge sowie der Bullenbeißer und der griechische Molosser besonders beliebt.

Grausame Realität bis heute

Erst 1835 kam es in Großbritannien zum Verbot von Kämpfen zwischen Hunden, Bären und Stieren, was wiederum zur steigenden Popularität von Hundekämpfen, in denen zwei Hunde gegeneinander antraten, führte. Auch in den noch jungen Vereinigten Staaten von Amerika gab es ab dem 18. Jahrhundert dokumentierte Hundekämpfe, die sich nach dem Sezessionskrieg zu einem Massenphänomen entwickelten. Obwohl sie gegen Ende des 19. Jahrhunderts offiziell verboten wurden, fanden die grausamen Spektakel in der Illegalität weiterhin statt.

Mehr als 100 Jahre später schockieren immer noch Fälle wie der Skandal um den US-amerikanischen Footballspieler Michael Vick, der wegen Durchführung von Hundekämpfen verurteilt und inhaftiert wurde, die Öffentlichkeit. Diese Fälle bilden laut Experten aber nur die Spitze des Eisbergs. Bei einer Hausdurchsuchung im April 2007 wurden auf einer Immobilie Vicks circa 60 abgerichtete Hunde mit Kampfspuren sowie einschlägige Gerätschaften beschlagnahmt. Die verhängte Freiheitsstrafe von 23 Monaten und der Umstand, dass der ehemalige Star-Quarterback der Atlanta Falcons rund drei Jahre nach seiner Suspendierung aus der NFL wieder in der höchsten Spielklasse des American Football antreten durfte, zeichnen ein trauriges Bild davon, welche Wertigkeit ausgebeuteten Tieren zugeschrieben wird.

Weltweit arbeiten unzählige Tierschutzorganisationen daran, dass Hundekämpfe nicht nur verboten, sondern auch mit entsprechenden Strafen sanktioniert werden. Faktum ist, dass ohne böswilliges Zutun des Menschen „Kampfhunde“* als solches nicht existieren würden. Denn bei ihnen handelt es sich um Tiere, die oft seit Generationen zu grausamen Zwecken missbraucht werden. Zwar gibt es anspruchsvolle Rassen mit großer körperlicher Kraft und Vierbeiner mit tendenziell niedrigerer Reizschwelle – dies in einem sozial verträglichen Rahmen zu halten, ist allerdings Aufgabe von seriösen Züchtern; liebevolle Erziehung und artgerechte Auslastung ohne Gewalt die Verantwortung eines jeden Halters.

*= Dieser Begriff ist nicht als Rassenbezeichnung zu verstehen. Sondern bezieht sich auf Hunde, die zum Kämpfen missbraucht werden.


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