Freitag, Februar 3, 2023
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Zum Heulen? Tränende Augen beim Hund

Probleme mit den Augen sind bei Hunden leider weit verbreitet. Diese können durch unterschiedliche (auch harmlose) Ursachen auftreten und in ihren Symptomen variieren. Tränende Augen beim Hund können aber auch Anzeichen einer Augenerkrankung sein. Wodurch werden sie ausgelöst und was kann man dagegen tun?

Augenerkranken, die tränende Augen auslösen, können prinzipiell bei allen Hunderassen auftreten. Bei manchen Rassen kommt es jedoch aufgrund ihrer anatomischen Besonderheiten vermehrt zu derartigen Beschwerden. Brachycephale Hunderassen wie die Französische Bulldogge oder der Mops müssen aufgrund ihrer Gesichtsdeformation tendenziell mit (halb)offenen Augen schlafen, was zu unangenehmen Rötungen und Tränenfluss führt. Andere, meist kleine Rassen leiden unter chronisch verstopftem Tränenkanal oder gereizten Augen (wie der Malteser). In manchen Fällen kann es schon helfen, überhängende Haare um die Augenpartie zurückzuschneiden, da diese ständig die Hornhaut irritieren. Aber auch der Bernhardiner, der Mastiff, der Labrador und der Rottweiler, bei denen das Augenlid rassebedingt zu weit herunterhängt oder sich gelegentlich nach innen einrollt, sind oftmals betroffen.

Zum Heulen – chronischer Augenausfluss

Wie wir Menschen produzieren auch gesunde Fellnasen ständig Tränenflüssigkeit. Diese dient zur Befeuchtung der Augen und um Fremdkörper auf natürliche Weise aus dem Auge zu spülen. Über die Tränenpünktchen, einer kleinen Öffnung am Augenlid, fließt die Tränenflüssigkeit über den Tränen-Nasen-Kanal in den vorderen Teil der Hundenase ab, wo sie dann verdunstet. Bei einem chronisch tränenden Hundeauge fließt die Tränenflüssigkeit jedoch nicht über den Tränen-Nasen-Kanal ab und läuft sozusagen über.

Die Folge sind sehr feuchte, gerötete Augen und eine rötlich-braune Verfärbung im Gesichtsfell. Diese wird auch Tränenstraße oder Sekretrinne genannt und ist üblicherweise ein Hinweis darauf, dass das Augenproblem schon länger besteht. Diese braunen Flecken um die Augen sind besonders bei weißen Hunden deutlich zu erkennen. Gerade bei Augenerkrankungen kann das Tränensekret zudem schleimig, eitrig oder sogar blutig sein. In diesen Fällen sollte man unbedingt einen Tierarzt aufsuchen! Zeigt der Vierbeiner zusätzliche Symptome wie häufiges Blinzeln, Schwellung oder Rötung der Augen oder eine milchig-weiße Trübung der Hornhaut, ist ebenfalls ein Besuch beim Hundedoktor anzuraten.

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Ein Hund mit tränenden Augen.
Die Ursache geröteter Augen und chronischen Tränenflusses sollten immer beim Tierarzt abgeklärt werden! / Symbolfoto: Canva (Hugo1313).

Ursachen tränender Augen

Ein oder beide tränende Augen können vielerlei Gründe haben und sowohl auf eine relativ harmlose Ursache als auch auf eine ernstzunehmende Augenerkrankung hinweisen. Daher ist es sehr wichtig, die Ursache beim Tierarzt abzuklären und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Folgende Auslöser kommen für chronisch tränende Augen in Frage:

  • Bindehautentzündung

Am häufigsten steckt eine unangenehme und meist schmerzvolle Entzündung der Bindehaut (Konjunktivistis) dahinter. Diese wird durch Viren, Bakterien oder Pilze ausgelöst und ist leicht durch die starke Rötung der Bindehaut zu erkennen. Doch auch trockene Luft, Fremdkörper oder ins Auge hängende Härchen können das Hundeauge reizen, sodass es in weiterer Folge zur Entzündung kommt. Primär im Winter kommt es durch die trockene Heizungsluft zu solchen Beschwerden.

  • Hornhautentzündung

Eine Hornhautentzündung ähnelt in ihren Ursachen einer Bindehautentzündung. Dennoch ist es zudem möglich, dass sie durch kleine Verletzungen der Hornhaut, altersbedingter Stoffwechselstörungen oder Hornhautgeschwüre eine Entzündung entsteht.

  • Entzündungen des Innenauges

Tränende Augen können auch ein Symptom für eine Entzündung des Innenauges sein. Häufiges Zusammenkneifen der Augen sowie eine Verkleinerung der Pupille sind ebenfalls mögliche Indikatoren einer inneren Augenentzündung.

  • Glaukom (Grüner Star)

Ein Glaukom, auch Grüner Star genannt, ist eine chronische Augenerkrankung, die durch einen erhöhten Augeninnendruck verursacht wird und früher oder später zur Erblindung führt. Ein einzelnes tränendes Auge kann ein erstes Indiz für diese spezielle Erkrankung sein.

  • Fremdkörper

Vor allem, wenn das Hundeauge sehr plötzlich stark zu tränen beginnt, hat meist ein Fremdkörper Schuld. Überhängende Haare, Staub, Grannen oder auch Grashalme können das Auge reizen oder es im schlimmsten Fall sogar verletzen. In den meisten Fällen werden diese kleinen Fremdkörper durch die eigene Tränenproduktion herausgespült. Allerdings kann es passieren, dass man ihn von Hand entfernen (lassen) muss.

  • Allergie

Eine Allergie macht sich bei Hunden zwar eher durch Hautprobleme bemerkbar, kann jedoch in seltenen Fällen auch zum vermehrten Tränen der Augen führen. Denn manche Hunde können wie wir Menschen an einer “harmlosen” Hausstaub- oder Pollenallergie leiden, die sich ebenfalls primär durch tränende und gereizte Augen äußert. Begleitet mit vermehrtem Niesen sind Allergien in diesem Fall ein heißer Tipp.

Ein weißer Hund mit tränenden Augen und deutlichen Tränenstraßen.
Tränenstraßen deuten auf chronisch tränende Augen hin und sind besonders bei weißem Fell deutlich sichtbar. / Foto: Canva (tapanuth).

Behandlung & Vorbeugung

Je nach Ursache lassen sich chronisch tränende Augen mehr oder weniger leicht behandeln. Im Fall eines Fremdkörpers erholt sich das Auge nach der Entfernung meist von selbst sehr rasch. Bei Entzündungen verschreiben Tierärzte Augentropfen oder Medikamente, die ebenfalls schnell zur Heilung führen. Auch Allergien kann man durch Augentropfen und eine möglichst gute Vermeidung der Ursache behandeln, zum Beispiel häufiges Staubsaugen. Bei einem chronisch verstopften Tränenkanal muss man jedoch regelmäßig eine spezielle Spülung anwenden.

Hunderassen mit verändertem Augenlid könnten allerdings eine Operation benötigen, um das Problem ein für alle Mal zu beheben. Je nach Schweregrad kann es jedoch auch reichen, trockene und Zugluft zu vermeiden oder bei starkem Wind spezielle Schutzbrillen für Hunde anzuwenden. Reizen überhängende Haare das arme Hundeauge, hilft manchmal nur die Schere.

Regelmäßige Augenpflege nicht vergessen

Um Augenbeschwerden bestmöglich zu vermeiden, sollte regelmäßige Augenpflege für jeden Hund zur Routine gehören. Insbesondere bei Hunden, die vermehrt zu Augenproblemen neigen, ist eine tägliche Augenpflege unabdinglich. Dafür eignen sich Augentropfen (auch auf natürlicher Basis erhältlich) oder spezielle Spülungen. Doch Vorsicht: Beim Auswischen der Augen sollte man pro Auge stets ein neues Wattestäbchen, Wattepad oder einen anderen Zipfel eines Handtuchs oder Waschlappens verwenden. So können Allergene, Staub oder Bakterien nicht von einem Auge ins andere gelangen.

Will man hartnäckige Tränenstraßen oder Tränenflecken aus dem Fell entfernen, eignet sich dazu am besten Kochsalzlösung auf einem Wattebausch oder tränenfreies Baby- oder Hundeshampoo. Bei der Anwendung sollte man mit großer Sorgfalt vorgehen, denn mit beiden Mitteln sollte man nur das Fell unter dem Auge behandeln und nicht das Auge selbst! Zudem zeigen sich erst nach wochenlanger Anwendung erste Ergebnisse, und besonders bei Hunden mit weißem Fell ist eine tägliche Reinigung notwendig, wenn dieses wieder in sauberem Glanz erstrahlen soll.

Auf keinen Fall sollte man Makeup-Entferner oder Essig zur Reinigung verwenden, denn diese Mittel können das Auge stark reizen und das Problem verschlimmern.

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