Welpenfabriken: Eine Industrie des Tierleids

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Viele Hunde, die in Welpenfabriken geboren wurden, leiden unter gesundheitlichen und psychologischen Folgen der furchtbaren Haltungsbedingungen. / Symbolfoto: pixabay.

Welpenfabriken, „puppy farms“ oder Vermehrer – es gibt viele Bezeichnungen für die gewissenslose Industrie, die bereit ist, auf Kosten des Tierwohls das große Geld mit „Billigwelpen“ zu machen. Das Reporter-Magazin Akte untersuchte zusammen mit Tierschützer Stefan Klippstein Welpenfabriken in Belgien und den Niederlanden.

Welpenfabriken sind leider immer noch ein blühender Industriezweig der Hundezucht, die durch billige Welpen und schnelle und unkomplizierte Verkaufsauflagen durchaus attraktiv für all jene Menschen sein können, die sich einen Hund in ihr Leben holen möchten. Was viele jedoch nicht wissen: Für die Hunde selbst sind Vermehrer ein absoluter Alptraum, der billige Preis geht leider rein auf Kosten des Tierwohls. Die Elterntiere und Welpen werden zu hunderten unter schlimmsten Bedingungen gehalten, die Welpen sind meist schon beim Kauf chronisch krank, unterernährt und selten geimpft, ganz zu schweigen von den erlittenen psychologischen Traumata. Trotzdem werden jedes Jahr tausende Welpen, häufig auch über Internetplattformen, aus diesen Welpenfabriken verkauft und dieses Hundezuchtmodell somit unterstützt. Wer sich jetzt denken mag, dass solche „puppy farms“ in Zentraleuropa aufgrund des Tierschutzgesetzes nicht möglich sind, hat falsch gedacht – das Reporter-Magazin Akte von SAT1 und Tierschützer Stefan Klippstein klären auf.

Harte Aufklärungsarbeit

In einem Facebook-Video gibt Akte zusammen mit dem Tierschützer und gelerntem Tierpfleger Stefan Klippstein Einblicke in den Alltag der Welpenfabriken in Belgien: Welpen aller Rassen sitzen gestresst und apathisch in blickdichten Boxen, mehrere der Hunde erkennt der Tierexperte Klippstein als ernstlich gesundheitsgefährdet. Doch eine Lücke in belgischen Gesetzestexten macht einen solchen Handel mit Lebewesen legal – denn wie Züchterin Sandra Wucherpfennig aufklärt, gelten Welpen unter sechs Monaten leider nicht als Hunde und unterliegen daher auch nicht allen Auflagen des Tierschutzgesetzes. Das Reporterteam besucht insgesamt fünf Welpenfabriken in Belgien und den Niederlanden – doch überall treffen sie auf das gleiche Leid von Welpen und Elterntieren, die ohne Tageslicht, Auslauf oder menschlichem Kontakt ein trauriges Dasein fristen. „Es ist ein Skandal, dass immer noch Hunde so produiziert werden, dass es immer noch Leute gibt, die diese Tiere kaufen!“, lauten die Schlussworte Klippsteins.

Vor dem Welpenkauf gut informieren

Da die Gesetzgebung zu langsam ist, diese Zustände nachhaltig abzuschaffen, liegt es an der Kundschaft selbst, ein Statement gegen Welpenfabriken zu setzen – denn wenn das Geld versiegt, gibt es für die Vermehrer keinen Grund mehr, diese Industrie aufrechtzuerhalten. Verzichten Sie daher besser auf dubiose Internetkäufe oder gar Kofferraumhandel, denn im Endeffekt zahlen nicht nur die Welpen mit ihrer körperlichen und geistigen Gesundheit, sondern auch die Kundschaft drauf, die unwissend einen wahrscheinlich chronisch kranken, traumatisierten Hund erworben haben. Eine sorgfältige und liebevolle Aufzucht bei seriösen ZüchterInnen und eine glückliche Welpenkindheit sind unbezahlbar und mit einem Kauf eines Welpen aus guter Zuchtstätte oder der Adoption eines Hundes aus dem Tierheim unterstützt man diese in ihrem Tun.

Lesen Sie hier weiter, wenn Sie mehr über „richtige“ Hundezucht erfahren wollen – oder nutzen Sie unsere Checkliste für seriöse HundezüchterInnen, um beim Welpenkauf auf lange Sicht nicht einzuschauen!