Ohrenentzündung beim Hund: Risiko, Vorbeugung & Behandlung

Weimaraner Schlappohren Ohrenentzündung beim Hund
Bei Schlappohren sammelt sich Wasser im Gehörgang besonders gern. Die Untersuchung der Ohren sollte bei jedem Tierarztbesuch ohnehin dabei sein. / Foto: Pixabay

Sie gehört zu den häufigsten Erkrankungen bei unseren Vierbeinern: die Ohrenentzündung beim Hund. Prävention macht Sinn, denn Behandlungen können äußerst schwierig sein.

Natürlich gibt es auch bei uns Menschen durchaus Unterschiede, was die Form der Ohren betrifft. Bei den Vierbeinern sind die Unterschiede aber dann doch noch deutlicher ausgeprägt. Das ist mit ein Grund dafür, warum das Risiko für eine Ohrenentzündung beim Hund die Anfälligkeit an einer Entzündung der Ohren zu erkranken, beim Individuum sehr unterschiedlich ist.

Lange Schlappohren sind beispielsweise deutlich empfindlicher, da diese wie ein Deckel über dem Gehörgang liegen und damit die Luftzirkulation deutlich beeinflussen.

Der Wärmestau und das feuchte Milieu sind ein idealer Nährboden für Bakterien und Pilzsprossen, die sich in so einer Umgebung rasch vermehren können und zu hartnäckigen Infektionen an einer ohnehin schon schwer zugänglichen Stelle werden können. Apropos schwer zugänglich: Haare im Gehörgang haben einen ähnlichen Effekt.

Haarwuchs als Risikofaktor

Je dichter der Haarwuchs desto geringer die Luftzirkulation. Während man gegen diesen Risikofaktor etwas unternehmen kann – am besten man lässt die Haare in regelmäßigen Abständen vom Hundefriseur aus dem Ohr entfernen – kann auch ein enger äußerer Gehörgang ähnliche Probleme bereiten. Ein Umstand, der allerdings von einem Tierarzt festgestellt werden sollte.

Die häufigste Zeit für Ohrenentzündungen ist übrigens im Frühjahr und Sommer, was sicherlich mit den höheren Temperaturen einerseits, andererseits auch mit der Badesaison für Hunde zu tun hat. Wasser im Gehörgang ist an sich kein Problem – wenn es wieder heraus kommt. Bei Hunde mit Schlappohren ist das aber oft nicht der Fall.

Kitzeln kann helfen

Ein Tipp, der helfen kann: Kitzeln Sie Ihren Liebling, indem sie die feinen Härchen am Rand des Gehörgangs reizen. Daraufhin wird er seinen Kopf schütteln und das Wasser aus dem Ohr heraus befördern. Hunde produzieren das Ohrensekret unterschiedlich stark im Gehörgang. Es dient dazu, Schmutzpartikel zu binden und die dabei entstehenden dunklen, schmalzigen Beläge nach außen zu befördern. Im Fachhandel gibt es spezielle Reinigungsflüssigkeiten, die diese Beläge auch in der Tiefe lösen, durch Kopfbeuteln können diese dann wieder nach oben befördert werden.

Chronische Probleme vermeiden

Sinn machen diese Pflegemaßnahmen allemal: unerkannte oder übergangene Entzündungen können chronisch werden und nicht nur Schmerzen verursachen. Auch die Therapie mit Ohrentropfen kann aufgrund von Resistenzen scheitern und manchmal bleibt nur noch die chirurgische Öffnung des Gehörganges bis hin zur kompletten Entfernung. Also lieber rechtzeitig und besser einmal zu viel die Ohren pflegen!

Allgemeines zur Ohrenentzündung beim Hund

Ohrenentzündungen sind schmerzhaft, können schnell chronisch werden und sind dann schwer zu behandeln. Manche Hunde neigen aufgrund ihrer Anatomie besonders dazu: Schlappohren, Haare im Gehörgang oder eng ausgebildete Gänge können solche Ursachen für ein besonderes Risiko sein. Regelmäßige Kontrolle, das Sauberhalten der Ohren mit Reinigungsflüssigkeiten und das Entfernen von Haaren aus dem Gehörgang können vor langwierigen Behandlungen schützen. Stark chronische Erkrankungen erfordern manchmal sogar eine chirurgische Behandlung.