Dienstag, August 16, 2022
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Akita Inu (Hunderasse) – eigensinniger Ruhepol

Der Akita Inu ist die größte unter den japanischen Hunderassen. Ursprünglich wurde der kräftige Hund zur Bärenjagd eingesetzt, doch er ist auch ein ausdauernder und aufmerksamer Schlitten-, Wach- und Begleithund – wenn er denn Lust dazu hat!

Akita Inu (Hunderasse) – Klassifikation FCI

FCI-Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp.
Sektion 5 – Asiatische Spitze und verwandte Rassen.
ohne Arbeitsprüfung
Ursprungsland: Japan

FCI-Standardnummer: 255
Widerristhöhe:
Rüde: 67 cm (±3 cm)
Hündin: 61 cm (±3 cm)
Verwendung: Begleithund

Geschichte und Herkunft

Der historische Ursprung des Akita Inus (秋田犬, zu Deutsch etwa “Herbstfeldhund”) ist in Japan anzusiedeln, wo jedoch bis ins 17. Jahrhundert eher kleine bis mittelgroße Hunderassen vertreten waren. Diese gehörten üblicherweise zum aufgeweckten und anpassungsfähigen Spitztyp. Allein auf der Insel Honshu soll die größte der japanischen Hunderassen entstanden und gezüchtet worden sein. Ihren Namen verdanken die Hunde daher der Präfektur Akita in Honshu. Als Hundekämpfe zur blutigen Publikumsunterhaltung auch im Land der aufgehenden Sonne populär wurden, setzte man in Japan bevorzugt die “Akita Matagis” dazu ein, also größere Hunde, die man davor eigentlich zur Bärenjagd verwendet hatte.

Ab 1868 wurden diese Hunde mit dem Tosa Inu und dem Mastiff gekreuzt und wurden infolgedessen größer und kräftiger, verloren aber auch die charakteristischen, angenehmen Wesenszüge der Spitze. Denn Tosa und Mastiff sind wachsame, selbstbewusste Tiere mit großem Beschützerinstinkt. Demnach nahmen auch die japanischen Akita Inus diese neuen Charaktereigenschaften immer mehr an. Als 1908 Hundekämpfe endlich verboten wurden, züchtete man den Akita als große Haushunderasse weiter, die ihrem Wesen entsprechend auch Wach- und Schutzaufgaben übernahm. Die sturköpfigen Riesen konnte man zudem auch vor kleine Hundeschlitten spannen. 1931 wurden sie zudem vom japanischen Staat zum Naturschutzdenkmal erklärt, ihre Ausfuhr aus dem Land war jedoch bis 1945 verboten.

Ein Akita Inu in Rot-Weiß.,
Der japanische Akita Inu hat - anders als der American Akita - viel Weiß im Gesicht. / Foto: Canva.

Der Akita Inu im Zweiten Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkrieges ließ jedoch das japanische Militär alle Hunde außer den in Einsätzen verwendeten Deutschen Schäferhunden zur Kleidungsherstellung beschlagnahmen und töten. Aufgrund dessen kreuzten Liebhaber des Rasse den Akita mit deutschen Schäferhunden und schützten ihn so vor der Ausrottung. Nach dem Ende des Krieges existierten nur mehr wenige Akitas in drei verschiedenen Zuchtlinien: die ursprünglichen Matagi Akitas, die kräftige Kampfhunderasse und die Schäferhund-Kreuzungen.

Während die amerikanischen Soldaten Gefallen an den Schäferhund-Kreuzungen fanden und diese mit nach Hause nahmen und dort weiterzüchteten (heute als American Akita bekannt), bemühten sich die Akita-Züchter in Japan, den Einfluss der ursprünglichen Matagi Akitas und deren Eigenschaften wiederherzustellen. Der Akita Inu entspricht heutzutage daher eher dem Urtyp der damals verwendeten Jagdhunde. Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs eroberten japanische Hunde auch den Rest der Welt. Wegen seiner imposanten Erscheinung und seiner Eignung zum Wachhund fand der Akita schnell glühende Fans. 1964 wurde er schließlich als eigenständige Rasse von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) offiziell anerkannt.

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Wesen und Charakter

Entsprechend seiner ursprünglichen Verwendung ist der Akita Inu ein Hund mit ausgeprägtem Jagd- und Beschützerinstinkt, der sich als eigenständiger Partner seines Menschen sieht und nicht als dessen Diener. Daher sind sie zwar grundsätzlich sehr ruhige, ausgeglichene und aufnahmefähige Hunde, die über eine hohe Reizschwelle verfügen. Dennoch unterwerfen sich aber nicht und befolgen nicht ausnahmslos jeden Befehl. Ähnlich wie andere asiatische Hunderassen wie der Chow Chow treffen sie ihre eigenen Entscheidungen und lassen sich schwer dazu überreden, stattdessen einem Menschen zu gehorchen. Wegen seiner imposanten Körpergröße, seiner Kraft und seiner Bereitschaft, sich selbst und seine Familie zu verteidigen, gehört diese Hunderasse deswegen ausschließlich in erfahrene Hände. Denn ihre Erziehung erfordert vor allem Geduld, Konsequenz und endlose Langmut. Anfänger sollten sich lieber den kleineren und im vergleich leichter erziehbaren Shiba Inu nach Hause holen.

Des Weiteren sind sie starke, selbstbewusste Persönlichkeiten, die andere Hunde oder Tiere nur ungern in ihrem Haushalt dulden. Fremden Artgenossen gegenüber zeigen sie häufig Aggressionen – besonders, wenn diese dem gleichen Geschlecht angehören. Eine frühe und sehr sorgfältige Sozialisation mit anderen Hunden kann daher viele spätere Probleme ersparen. Deswegen brauchen sie geduldige, aber trotzdem konsequente und selbstsichere HalterInnen, die mit ihrer Starrköpfigkeit umzugehen wissen. Hat man sich ihren Respekt und ihre Zuneigung verdient, kann man im Akita einen loyalen Begleiter durch Dick und Dünn finden.

Für die Haltung eines Akita Inu eignet sich ein Haus mit Garten am besten. Auf diese Weise kann er seinen Bewegungsdrang und seinen Wachinstinkt erfüllen. Trotzdem lässt er sich auch durchaus in einer größeren Wohnung halten, solange man für genügend Auslauf und sportliche Aktivitäten sorgt. Daher gilt die Faustregel: Je kleiner die Wohnung, desto länger sollte man mit dem Hund ins Freie.

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Der Akita Inu kann durchaus auch in einer Wohnung gehalten werden - solange es zum Ausgleich viel Bewegung im Freien gibt. / Foto: unsplash.
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Erscheinungsbild

Der Akita Inu ist ein großer, wohlproportionierter Hund mit kräftigem Körper, viel Substanz und robuster Konstitution, der Adel, Würde und Bescheidenheit ausstrahlt. Als Hunde vom Urtyp haben sie die charakteristischen dreieckigen Stehohren und eine hoch angesetzte, fest eingerollte Rute. Die breite Stirn zeugt von Charakterstärke und einer gehörigen Portion Eigensinn. Ihre Augen sind üblicherweise dunkelbraun – im Zuchtstandard wird gar von “je dunkler, umso besser” gesprochen. Zweifarbige Augen kommen kaum vor und sind des Weiteren nicht erwünscht. Die Läufe sind ebenfalls kräftig und erlauben einen elastischen Bewegungsablauf voller Esprit und Energie.

Fell und Pflege

Das Deckhaar des Akita ist kurz, hart und gerade, nur am Widerrist, an der Kruppe und an der Rute darf das Fell etwas länger sein. Die Unterwolle ist weich und dicht und macht ihn dementsprechend witterungsfest. Die erlaubten Farben umfassen Rot-falbfarben, gestromt, Weiß und Sesam (rot-falbfarbene Haare mit schwarzen Spitzen). Wie manch andere japanische Rasse (wie beispielsweise der Shiba Inu) müssen alle Akitas auch die klassische Urajiro-Färbung (裏白) aufweisen, das weißliche Haar seitlich am Fang und an den Backen, an der Unterseite des Kiefers, des Halses, der Brust, des Körpers und der Rute und an der Innenseite der Gliedmaßen.

Wegen seiner dichten Unterwolle haart der Akita Inu das ganze Jahr über, aber besonders zum Fellwechsel lösen sich abgestorbene Haare wie Wolken aus dem Fell heraus. Wegen Ihres Eigensinns ist es daher wichtig, die Fellpflege schon von Welpenpfoten an zur wöchentlichen Routine zu machen. Denn spätestens beim Fellwechsel muss man gegebenenfalls täglich zur Bürste greifen, um den Haarmassen Herr zu werden. Regelmäßige Bäder braucht der Akita Inu dafür nicht – tatsächlich sollte er nur so oft wie unbedingt notwendig gewaschen werden. Üblicherweise reicht es, getrockneten Schmutz mit einer Bürste herauszuarbeiten, um das Fell wieder sauber zu bekommen.

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Dieser Akita-Welpe in Rot zeigt das klassische "Urajiro" - die weiße Färbung u.a. der Körperunterseite. / Foto: pixabay.

Gesundheit

Der Akita Inu kann zwischen 10 und 12 Jahre alt werden. Indes gilt er als sehr gesunde und robuste Hunderasse. Ähnlich wie viele andere große Hunderassen hat auch er einen Hang zur Hüftdysplasie. Zudem ist er anfälliger für verschiedene Hautkrankheiten wie Sebadenitis (SA) oder Allergien sowie für Netzhauterkrankungen.

Wusstest du, dass der Akita...

… jene Rasse war, der auch der berühmte treue Hund “Hachikō” angehörte?

Der wohl berühmteste Akita-Rüde ist wahrscheinlich “Hachikō”, der in den 1920er Jahren in Japan eine urbane Legende gründete, weil er selbst nach dem Tod seines Besitzers jeden Tag an dessen Bahnstation in Shibuya, Tokyo, vergeblich auf dessen Rückkehr wartete. Nach Hachikōs Tod wurde dem treuen Hund eine Statue vor jenem Bahnhof errichtet, die auch heute noch eine wichtige Toursitenattraktion darstellt. 2009 wurde seine Geschichte auch für westliches Publikum mit dem Film Hachiko – Eine wunderbare Freundschaft mit Richard Gere festgehalten.

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Der Akita Inu hat seinen eigenen Kopf. Das bedeutet jedoch nicht, dass er nicht gehorchen kann! / Foto: pexels.

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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Begleiten Sie einen Akita im Alltagsleben – die großen Flauschbälle sind nämlich sehr neugierig!

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