Sonntag, Oktober 2, 2022
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Schnipp, Schnapp, Haare ab – Trimmen beim Rauhaar

Ob Jack Russell-Terrier, Schnauzer oder Dackel, sie alle haben eines gemeinsam: ein harsches, borstiges Deckhaar! Wie jedes andere Fell muss auch ein Rauhaar regelmäßig gepflegt werden. Doch wie sieht die richtige Pflege aus? Soll man das Fell trimmen oder doch scheren? Ist ein Hundefriseur notwendig?

Bei Hunden mit rauhaarigem Fell kann man zwei weitere Unterscheidungen treffen. Zum einen das Drahthaar, das ca. 2,5 cm lang, hart und stark gewellt oder gekraust ist. Und zum anderen das Rauhaar mit einer Länge von über 2,5 cm, das ebenfalls sehr grob, aber nicht oder nur sehr leicht gewellt ist. Typische Vertreter dieser Felltypen sind Foxterrier, Schnauzer, Rauhaardackel und Jack Russel-Terrier.

Welche Pflegeutensilien sind geeignet?

Das rauhaarige Fell ist die meiste Zeit des Jahres sehr pflegeleicht und lässt sich gut säubern. Für die häusliche Pflege empfiehlt es sich, einen Gummistriegel oder Striegelhandschuh zu verwenden. Bei längerem Deckhaar können ein mittellanger Kamm mit abgerundeten Spitzen oder eine Naturhaarbürste Aushilfe verschaffen. Normalerweise bürstet man in Wuchsrichtung des Fells, allerdings kann auch vorsichtig gegen den Strich gekämmt werden. Besonders beim Beinhaar kann man damit viel lockeres Fell entfernen.

Im Bauchbereich, den Beinen, der Vorbrust, den Achselhöhlen und dem Genitalbereich verfilzt sich langes Haar leichter und sollte daher sorgfältig und behutsam gekämmt werden. Die Haare um den Genitalbereich können mittels einer normalen Haarschere oder Effilierschere gekürzt werden, um natürliche Verschmutzungen zu verringern. Grundsätzlich sollte man, unabhängig vom Felltyp, den Vierbeiner regelmäßig bürsten. Überständiges, abgestorbenes Haar kann ruhig mit den Fingern herausgezupft werden.

Trimmen oder scheren?

Rauhaar- bzw. Drahthaarhunde brauchen beim Fellwechsel, der zwischen sechs und acht Wochen dauern kann, Unterstützung. Denn durch die drahtige Fellart fällt das abgestorbene Deckhaar häufig nicht aus, sondern bleibt in der Haut samt der Wurzel stecken und beginnt schrecklich zu jucken. Der Vierbeiner fängt an, zu haaren und sich zunehmend zu kratzen. Spätestens dann ist der Zeitpunkt gekommen, um das Fell trimmen zu lassen. Durch das Trimmen ist das Haar pflegeleichter, verschmutzt nicht mehr so leicht und fliegt nicht mehr unkontrolliert in der Wohnung herum.

Bei extremer Verschmutzung kann man seinen rauhhaarigen Freund ausnahmsweise auch baden. Doch Vorsicht! Frisch gebadete Rauhaar-Hunde lassen sich schlechter trimmen. Denn durch das Baden werden die rauen/drahtigen Haare sehr weich und bauschen sich stark auf, weshalb man ein Bad vor dem Trimmen lieber vermeiden sollte. Außerdem besteht die Gefahr, dass durch das aufgebauschte Fell an den falschen Stellen getrimmt wird.

Im Gegensatz zum Trimmen, wird beim Scheren das Deck- und Wollhaar nur abgeschnitten, das tote Haar bleibt in der Haut, weshalb der Juckreiz bestehen bleibt. Zusätzlich beschädigt das Scheren die Fellstruktur und kann damit auch die Gesundheit der Fellnase beeinträchtigen. Kahle Stellen können entstehen, wodurch die Schutzfunktion für die Haut fehlt und das Fell beispielsweise kein Wasser mehr abweisen kann. Einen Hund mit rauem/drahtigem Fell sollte man daher unter keinen Umständen scheren lassen!

Haarschneideset und Trimmer.
Das Scheren eines Rauhaars/Drahthaars beschädigt nicht nur die Fellstruktur, sondern kann auch der Gesundheit schaden. (c) Pixabay/Pexels

Wie oft das Haar getrimmt werden sollte, ist von Fellwachstum, Fellqualität, Witterung und Stoffwechsels der Fellnase abhängig. Für jedes Tier muss man somit den richtigen „Rhythmus“ finden. Ausstellungshunde werden zum Beispiel je nach Showsaison getrimmt. Generell sollte das Fell alle 8 bis 12 Wochen getrimmt werden. Am besten man lässt sich dazu von einem Züchter oder Hundefriseure beraten.

Ist ein Hundefriseur nötig?

Der Gang zum Hundefriseur sehen manche Hundebesitzer eher als kostspieligen Schnickschnack denn als praktische Hilfe. Aber insbesondere dann, wenn es darum geht, seinen Freund auf vier Pfoten von seinen juckenden Haarbüscheln zu befreien, ist der Besuch im Hundesalon keine schlechte Wahl. Denn das fachgerechte Trimmen muss gelernt sein! Das Hundehaar darf dabei nicht abgeschnitten und nicht abgebrochen werden, zudem ist es wichtig, auch die Haarwurzel zu entfernen.

Dennoch ist es möglich, das Trimmen selbst durchzuführen. Am besten lässt man es sich aber vorher von einem Hundefriseur oder Züchter zeigen, damit man auch wirklich weiß, was man tut. Für das Trimmen selbst braucht man ein sogenanntes Trimmmesser, das man der Zoofachhandlung erhält. Optimal ist es, gleich zwei zu kaufen: ein grobzahniges für die Unterwolle und für das Deckhaar ein feinzahniges Trimmmesser. Während des Trimmens wird das Fell zwischen Trimmmesser und Daumen festgehalten und mit einem kurzen Ruck in Richtung Wuchs ausgezupft. Um die Durchblutung anzuregen und seinem Liebling eine wohlverdiente Massage zu schenken, kann das getrimmte Fell anschließend gebürstet werden.

Tut Trimmen dem Hund weh?

Das Trimmen kann schmerzhaft sein, wenn etwa das Fell zu einem falschen Zeitpunkt oder mit einer falschen Technik getrimmt wird. In diesem Fall werden nicht nur die abgestorbenen Haare ausgezupft, sondern auch lebendige, die mit ihrer Wurzel noch fest in der Haut verankert sind. Korrekt durchgeführtes Trimmen tut dem Hund hingegen nicht weh.

Seriöse Züchter und Hundefriseure sind mit der richtigen Technik und dem Wissen um den geeigneten Zeitpunkt zum Trimmen am besten betraut. Damit kann garantiert werden, dass das Prozedere dem Hund nicht weh tut. Die meisten Hunde genießen es sogar, denn das Entfernen des abgestorbenen, juckenden Fells ist für den vierbeinigen Freund eine echte Erleichterung.

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