Sonntag, Dezember 4, 2022
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Richtig giftig – Guide zur Vergiftung beim Hund

Eine Vergiftung des geliebten Vierbeiners ist der Alptraum eines jeden Hundebesitzers. Leider erschnüffeln unsere Fellnasen überall etwas Fressbares – sei es draußen auf der Straße, im Wald oder im eigenen Haushalt. Doch nicht alles, was essbar erscheint, ist für den Hundemagen verträglich. Aber welche Symptome treten im Falle einer Vergiftung beim Hund auf? Wie lässt sie sich vermeiden und was ist für den Hund überhaupt giftig?

Es ist nicht ungewöhnlich, dass nach einem Filmabend eine offene Chips-Packung, eine Schüssel Nüsse oder eine angebrochene Tafel Schokolade auf dem Couchtisch liegen bleibt. Da ist die Katastrophe schon vorprogrammiert: Schon hat die feine Hundenase diese köstlich erscheinenden Lebensmitteln schnell entdeckt. Dabei ist nicht alles, was für uns Menschen ein genüsslicher Snack ist, auch für unsere Vierbeiner unbedenklich. Denn im Haushalt lauern erstaunlich viele Gefahren für unsere hündischen Mitbewohner, die sie besser nicht in die Pfoten bekommen sollten. Aber auch draußen in der freien Natur versteckt sich die ein oder andere Gefahrenquelle, auf die geachtet werden sollte. Daher können giftige Pflanzen oder auch von Tierquälern bewusst ausgelegte Giftköder schnell zu einem lebensbedrohlichen Risiko für unsere Vierbeiner werden. Wenn nicht sofort gehandelt wird, können akute oder chronische Gesundheitsschäden auftreten.

Symptome einer Vergiftung beim Hund

Die Anzeichen für eine Vergiftung beim Hund variieren je nach aufgenommenem Giftstoff und Dosis. Denn umso höher die Dosis ist, desto gefährlicher wird es für den Hund. In den meisten Fällen treten zuerst Probleme des Magen-Darm-Traktes wie Erbrechen, Durchfall und extremes Speicheln auf. Allerdings kann man bei manchen giftigen Stoffen auch eine neurologische Symptomatik beobachten, die sich durch Schwanken, Krämpfe, Bewusstlosigkeit, Lähmung und Zittern äußert.  Zudem kommt es oftmals zu Atemproblemen, Blut im Urin und blutigen Punkten auf den Schleimhäuten. Zusammen können diese Symptome binnen weniger Stunden zum Tode führen. Schnelles Handeln ist daher angesagt!

Konnte man beobachten, welchen Giftstoff der Hund zu sich genommen hat, ist es von immenser Wichtigkeit, diese Informationen so detailliert wie möglich an den Tierarzt weiterzugeben. Auch die Verpackung eines aufgenommenen Mittels kann dem Veterinärmediziner dabei helfen, die richtige Therapie einzuleiten. Weiß der Tierarzt über die gefressene Substanz, die zugenommene Menge und der Zeitpunkt der Aufnahme Bescheid, stehen die Überlebenschancen der Fellnase gut. Treten zusätzlich zu Verdauungsproblemen auch neurologische Symptome auf, ist darauf zu achten, zu einer Praxis zu fahren, wo Venenzugänge für eine intravenöse Therapie und eine stationäre Aufnahme möglich sind. Es ist daher ratsam, schon vorab eine dementsprechende Adresse und Telefonnummer im Handy zu speichern, die im Notfall rund um die Uhr angerufen werden kann.

Ein Hund speichelt, aber nicht, weil etwas giftig ist.
Übermäßiges Speicheln kann ein erstes Anzeichen einer akuten Vergiftung sein. / Foto: Canva.

Erste-Hilfe-Maßnahme bei Vergiftungen

Müssen Sie feststellen, dass ihr vierbeiniger Liebling an einer akuten Vergiftung leidet, sollten Sie sofort einen Tierarzt anrufen. Dieser kann die Lage über das Telefon einschätzen und gegebenenfalls Anweisungen zur Ersten Hilfe geben. Hat der Hund den giftigen Stoff erst kürzlich verschluckt, ist es ratsam, den Hund zum Erbrechen zu animieren. Dies können Sie durch die Gabe von Kochsalzlösung oder dreiprozentigem Wasserstoffperoxid bewerkstelligen. Auch Kohletabletten, die den giftigen Wirkstoff binden sollen, sind ebenfalls eine Möglichkeit einer Vergiftung entgegenzuwirken. Daher sollten diese Mittel in keiner Hunde-Haushaltsapotheke fehlen! Erbricht der Hund nicht oder stellt sich danach keine Verbesserung ein, ist unbedingt eine tierärztliche Behandlung notwendig.

Behandlung und Diagnose

Wenn exakt erläutert werden kann, was, wie viel und wann der Hund gefressen hat, ist es dem Tierarzt möglich, sofort die nötigen Gegenmaßnahmen zu treffen. Liegt der Verzehr der giftigen Substanz nicht länger als zwei Stunden zurück, wird der Hund mittels einer Injektion eines Medikaments zum Erbrechen bewegt. Dies darf allerdings nur dann geschehen, wenn er bei vollem Bewusstsein und der Schluckreflex vorhanden ist. Auch bei Vergiftungen mit Mineralölen, Säuren oder Laugen darf der Vierbeiner auf gar keinen Fall zum Erbrechen gebracht werden, da diese die Speiseröhre beschädigen können. Alternativ kann der Tierarzt auch eine Magenspülung unter Narkose durchführen.

Für manche Giftstoffe existieren bereits spezielle Gegenmittel, die unter tierärztlicher Betreuung mehrmals verabreicht werden. Zudem ist meist eine stationäre Intensivtherapie und -betreuung notwendig. Falls die Nieren durch das Gift stark geschädigt sind, ist auch eine Dialyse essenziell für die erfolgreiche Behandlung. Kam die Haut des Vierbeiners mit giftigen Stoffen in Berührung, sollte er unbedingt am Schlecken gehindert und gründlichst gebadet werden. Da muss im Ernstfall manchmal auch die Schermaschine zum Einsatz kommen.

Ein Hund liegt auf dem Untersuchungstisch eines Tierarztes.
Zeigt der Hund Anzeichen einer Vergiftung, sollte man schnellstens zum Tierarzt fahren! / Symbolfoto: Canva.

Was ist für meinen Hund giftig?

Viele für uns köstliche Lebensmittel sind für unsere Fellnasen leider pures Gift. Deswegen sollte ein Hund manche unter keinen Umständen in die Schnauze bekommen, andere sind in geringem Maß nicht gesundheitsschädlich oder dürfen nur im gekochten Zustand gefüttert werden. Dazu gehören u.a. Avocados, Trauben und Rosinen, Zwiebeln, Knoblauch, rohes Steinobst, rohe Hülsenfrüchte und rohe Nachtschattengewächse (Kartoffeln), Alkohol, Koffein, Milch, Nüsse und Salz. Speziell dunkle Schokolade enthält Theobromin, das schon in kleinen Mengen (20 mg pro Kilogramm Körpergewicht) für Hunde gefährlich ist.

Auch gewisse Haushaltsmittel oder Schädlingsbekämpfungsmittel dürfen niemals in Hundehaushalten frei zugänglich herumstehen. Dazu gehören Frostschutzmittel, Pflanzenschutzmittel, Medikamente, Ameisenköder, Rattengift oder Schneckenkorn. Leider werden solche Mittel von Tierquälern häufig dazu verwendet, Giftköder zu basteln. Anti-Giftködertraining kann da Abhilfe schaffen!

Giftpflanzen im Haushalt und Natur

Aber auch einige Pflanzen tun unseren Vierbeinern gar nicht gut. Sowohl im Haus als auch außerhalb gibt es daher einige Gewächse, die man besonders scharf im Auge behalten muss. Bestenfalls sollten sie dementsprechende Flora entweder aus dem eigenen Garten entfernen oder ausreichend abgrenzen.

Zimmerpflanzen

Agave
Alpenveilchen
Amaryllis
Azalee
Benjamini (Birkenfeige)
Christusdom
Chrysantheme
Cilvia
Efeutute
Flamingoblume
Geranie
Gummibaum
Hortensie
Lilien
Oleander
Orchideen
Passionsblume
Philodendron
Weihnachtsstern

Pflanzen in Garten und Natur

Blauer Eisenhut
Buchsbaum
Buschwindröschen
Efeu
Eibe
Engelstrompete
Fingerhut
Goldregen
Herbstzeitlose
Hyazinthe
Kirschlorbeer
Maiglöckchen
Rittersporn
Rhododendron
Thuja
Tollkirsche
Wacholder
Zeder

Für mehr Informationen: Die 15 giftigsten Pflanzen für Hunde!

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