Schwerkranke Welpen „entsorgt“

Welpen, Wiener Tierschutzverein
Fotos: © WTV
Die fünf Welpen wurden auf einem Firmengelände ausgesetzt. Fotos: © WTV

Ein erneuter Fall von ausgesetzten Welpen sorgt für bloßes Kopfschütteln. Und dafür, dass endlich politische Maßnahmen gefordert werden.

In einem Karton abgestellt auf einem Firmengelände in Brunn am Gebirge, Niederösterreich, wurden sie kaltherzig entsorgt: Fünf Welpen im Alter von in etwa drei bis dreieinhalb Monaten. Zum Glück wurden sie rechtzeitig entdeckt, jedoch ist ihr Zustand alles andere als gut.

Verdacht auf Welpenhandel

Leider wurde bei allen fünf Mischlingswelpen Parvovirose („Katzenseuche“) diagnostiziert. Eine Erkrankung, die häufig bei Welpen auftritt, die aus schlechter Haltung stammen, zu früh von der Mutter getrennt und nicht entsprechend geimpft wurden – ein deutlicher Hinweis auf illegalen Welpenhandel – wie der Wiener Tierschutzverein in einer Aussendung mitteilt. Dort werden die Kleinen nun auch therapiert und sind in einem geschützten Quarantänebereich untergebracht. Auch wenn es ihnen den Umständen entsprechend zur Zeit gut geht, um das Leben von den inzwischen auf Barnabas, Barney, Valerie, Fanny und Betty getauften Welpen muss gekämpft werden.

Mangels Käufer entsorgt

Vermutlich waren für die jungen Vierbeiner keine Käufer zu finden, weshalb sie einfach „entsorgt“ wurden. WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic appelliert einmal mehr: „Es ist extrem unbefriedigend, dass in fast allen dieser Fälle der organisierte Handel mit Jungtieren aufgrund von unzureichenden internationalen wie nationalen Bestimmungen kaum geahndet werden kann. Die Unternehmen und Personen, die im großen Stil mit Tieren handeln, sind kaum zu fassen und haben sich politisch arrangiert. Die Verluste durch Stress, Angst und Qualen sind bereits einkalkuliert. Wir werden um jedes Leben kämpfen, aber wir wollen auch, dass das kleine und große Unrecht an Tieren gestoppt wird. Es ist höchste Zeit, hier endlich politisch anzusetzen“. Denn Tiere seien eben keine Ware, sondern leidensfähige und empfindsame Geschöpfe, so Petrovic abschließend.