Pseudowut beim Hund: Ursache, Symptome

Pseudowut beim Hund Krankheit Ursache Symptome
Pseudowut beim Hund wird meist durch Schweine übertragen. Unkontrollierte Freigänge in Gebieten mit Aujeszky-Virus infizierten Wildschweinen sollten daher vermieden werden. Auch bei der Jagd sollte man Vorsicht walten lassen. / Foto: Pixabay

Pseudowut beim Hund ist eine Seuche, die durch den Aujeszky-Virus hervorgerufen wird. Behandlungsmethoden gibt es bis dato nicht, die Krankheit endet ausnahmslos tödlich.

Pseudowut beim Hund, auch Juckseuche, Juckpest, Morbus Aujeszky, Aujeszkysche Krankheit oder Aujeszky-Krankheit genannt, wird durch einen mit dem Herpes-Virus verwandten Erreger Suides Herpesvirus 1 (SuHV-1) ausgelöst. Die Infektionsquelle dieser Krankheit sind meist Schweine. Wird eine Infektion mit dem Aujeszky-Virus festgestellt, muss dies gemeldet werden. Das Virus ist nach dem ungarischen Arzt Aladár Aujeszky benannt. Säugetiere könne sich mit diesem Virus infizieren, Primaten und Menschen jedoch nicht. Auch eine Übertragung von Hund zu Hund ist nicht möglich.

Schweine als Wirt des Aujeszky-Virus

Hausschweine und Wildschweine sind die Hauptauslöser dieser Krankheit. Bei den Schweinen führt das Virus meist zu einer latenten Infektion. Dies bedeutet, dass das Virus ein Leben lang im Körper des Infizierten bleibt und theoretisch immer wieder ausbrechen kann. Bei Schweinen geschieht das oftmals in Stresssituationen wie z. B. bei einem Tiertransport. Möglich ist aber auch, dass keine Symptome auftreten, das Tier aber dennoch als Überträger fungiert. Während das Virus bei den Schweinen auch oft asymptomatisch verläuft, hat eine Pseudowut-Infektion bei Hunden fatale Konsequenzen und endet tödlich.

Hunde stecken sich meist über rohes, infiziertes Schweinefleisch an. Möglich (wenn auch unwahrscheinlicher) ist eine Infektion während der Wildschweinjagd – der Erreger kann dann z.B. durch Bisse des Schweines oder auch durch diverse Körperflüssigkeiten des Wirtes ausgelöst werden.

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Pseudowut beim Hund wird oft durch Wildschweine übertragen. / Foto: Pixabay

Pseudowut beim Hund: Symptome

Ist der Hund mit dem Virus infiziert, äußern sich die Symptome binnen 1 bis 4 Tagen. Sehr schnell kommt es zu Gehirn- und Rückenmarksentzündungen und daraus resultierenden zentralnervösen Erscheinungen. Es sind starke Verhaltensänderungen zu beobachten, die sehr jenen der Tollwut (daher auch der Name „Pseudowut“) ähneln. Dazu gehören: Appetitlosigkeit, Apathie, Mattigkeit, starker Speichelfluss. Möglich ist aber auch nervöses Winseln oder Bellen. Im Gegensatz zur Tollwut werden die Tiere aber nicht aggressiv. Die meisten mit dem Aujesky-Virus infizierten Tiere leiden auch unter Erbrechen, Durchfall, Krämpfen oder Lähmungen.

Typisch ist auch ein ausgesprochen starker Juckreiz, der bis zur Selbstverstümmelung führen kann.

Da es keine Behandlungsmethoden gegen diese Krankheit gibt, endet die Infektion ausnahmslos tödlich – das Tier verendet meist binnen 48 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome.

Prävention

Da es weder Impfung noch eine Behandlungsmethode gegen diese Krankheit gibt, ist es notwendig, es erst gar nicht zu einer Infektion kommen zu lassen. Es sollte daher vermieden werden, dem Hund rohes Schweinefleisch zu füttern. Acht geben sollte man auch bei der Jagd. Obwohl Österreich und Deutschland als Pseudowut-frei deklariert sind, gilt dies wiederum nur für den Hausschweinebestand, nicht aber für die Wildschweine. Aus diesem Grund sollte man auch unkontrollierte Freigänge der Hunde vermeiden – besonders in Gebieten mit Aujeszky-Virus infizierten Wildschweinen.