Mittwoch, Oktober 5, 2022
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5 potenziell tödliche Krankheiten beim Hund

Vor Krankheiten sind auch unsere pelzigen Vierbeiner leider nicht sicher. Dank des stetigen Fortschritts der Medizin und neuen Therapiemöglichkeiten lassen sich viele zum Glück behandeln. Trotzdem gibt so manche Erkrankungen, die ohne rechtzeitige Behandlung und Vorbeugung ein tödliches Ende nehmen können.

Parvovirose

Diese hochansteckende Viruserkrankung, die durch das Canine Parvovirus (CPV) ausgelöst wird, nennt man auch „Hundeseuche“. Besonders bei Welpen, alten oder immunschwachen Hunden kann sie zum Tod führen. Eine Ansteckung erfolgt in den meisten Fällen durch den Kontakt mit dem Kot von infizierten Artgenossen. Möglich ist eine Übertragung auch über kontaminierte Kleidungsstücke oder über das Fell eines genesenen Tieres.

Das Virus bahnt sich seinen Weg zu den Lymphknoten und von dort in die Blutbahn, von wo aus es den gesamten Organismus befallen kann. Häufig sind die Schleimhäute des Darms sowie die Herzmuskelzellen und das lymphatische Gewebe (Knochenmark, Thymus, Milz) betroffen.

Bei infizierten Vierbeinern treten massives Erbrechen, blutiger Durchfall und Lethargie auf. Das übermäßige Erbrechen und der Durchfall haben einen hohen Flüssigkeitsverlust zur Folge, der schnell sehr gefährlich werden kann.

Eine Behandlung gegen das Parvovirus ist möglich, jedoch sehr kostspielig. Außerdem liegen die Überlebenschancen eines infizierten Hundes gerade einmal bei rund 50%. Daher ist eine Schutzimpfung im Welpenalter dringend anzuraten.

Herzwürmer (Dirofilariose)

Eine Herzwurmerkrankung tritt zwar in Zentraleuropa selten auf, ist aber nichtsdestoweniger eine ernstzunehmende Gefahr. Durch den Stich einer Stechmücke gelangt der Wurm namens Dirofilaria immitis in den Organismus des Wirten und besiedelt dort die Lungengefäße und das Herz.

Zwischen der Infektion und dem Auftreten erster Symptome können bis zu sechs Monate vergehen. Charakteristisch für einen Herzwurmbefall sind leichter Husten, Schwierigkeiten beim Atmen und Gewichtsverlust. Im schlimmsten Fall können sie auch Atemnot, Ohnmachtsanfälle, Rechtsherzinsuffizienz und Organversagen verursachen. Leider enden viele Dirofilariosen aufgrund ihres schleichenden Krankheitsverlaufs mit dem Tod.

Ein Glas mit Herzwürmern steht auf einer weißen Oberfläche.

Eine Behandlung ist schwierig – und häufig schmerzhaft. Denn durch die Abtötung der Würmer mittels Antibiotika kann es zu Organschäden oder sogar Organversagen kommen. Ein chirurgischer Eingriff zur Entfernung der Würmer verläuft selten ohne Komplikationen und kann nur in Spezialkliniken durchgeführt werden

Leptospirose

Leptospirose, auch Stuttgarter Hundeseuche genannt, wird durch das Bakterium Leptostira ausgelöst. Es überträgt sich durch den Urin von wildlebenden Nagetieren wie Ratten oder Mäuse auf die Fellnase. Die Ansteckung verläuft entweder direkt oder indirekt über kontaminiertes Wasser bzw. Nahrung. Eine Übertragung von Hund zu Hund sowie auf den Menschen ist ebenfalls möglich.

Gelangt das Bakterium in den Blutkreislauf, kann es schnell den gesamten Organismus befallen. Die Intensität der auftretenden Symptome variieren je nach Stärke des Immunsystems. Erbrechen, Durchfall, Fieber, Verfärbung des Urins und Apathie sind typische Anzeichen einer Leptospirose.

Bei sehr schweren Verläufen kann es zudem zu Leber- und Nierenversagen kommen, im Extremfall sogar zu einem Multiorganversagen.

Mittels Antibiotika kann auch diese Erkrankung behandelt werden, wobei der erkrankte Vierbeiner dennoch oftmals mit lebenslangen Gesundheitsproblemen zu kämpfen hat. Seit 2013 gibt es eine Impfung als vorbeugende Maßnahme.

Staupe

Diese Virusinfektion kommt heutzutage zwar nur mehr selten vor, ist aber dennoch äußerst gefährlich. An Staupe können nicht nur Hunde, sondern auch Katzen, Füchse, Marder etc. erkranken. Das Canine-Staupe-Virus überträgt sich durch Kot, Urin oder Nasensekrete erkrankter Tiere. Auch verunreinigte Nahrung und Näpfe können „Risikobereiche“ sein.

Das Krankheitsbild variiert auch hier je nach betroffenem Organ und Immunsystem des Vierbeiners. Zu den klassischen Symptomen gehören jedoch: Durchfall, Erbrechen, Husten, Atembeschwerden, Augenentzündungen, Krampfanfälle, Muskelzittern, Lähmung und Zahnschmelzdefekte („Staupegebiss“). Infolge einer chronischen Entzündung des Gehirns treten vor allem bei älteren Hunden auch diverse neurologische Störungen auf.

Leider gibt es keine Methode, um Staupe gezielt zu behandeln. Deshalb kann in einer Tierklinik nur eine Symptombehandlung durchgeführt werden, die meist Infusionen zum Flüssigkeitsausgleich beinhaltet. Man ist am besten damit beraten, seine Fellnase vorab dagegen impfen zu lassen.

Eine Spritze wird mit Impstoff gefüllt.

Tollwut

Zu den bekanntesten und gefürchtetsten Viruserkrankungen zählt die Tollwut. Auch wenn die Infektionszahlen mittels Impfung stark zurückgegangen sind, ist eine Tollwut-Erkrankung auch für uns Menschen lebensbedrohlich. Anhand einer Biss- oder Kratzwunde gelangt das im Speichel vorhandene Virus in den Körper. Von dort aus wandert es ins Zentralnervensystem, wo es erheblichen Schaden anrichtet. Die Inkubationszeit beträgt zwischen zwei Wochen und drei Jahren und führt ohne Impfung und rechtzeitiges Handeln meist zum Tod.

Grundsätzlich durchläuft ein an Tollwut erkrankter Hund drei Stadien. Im ersten Stadium lassen sich Wesens- und Verhaltensveränderungen beobachten. Dabei sind beispielsweise sonst scheue Tiere auf einmal sehr zutraulich. Hinzu kommen Lichtscheue und Fieber. Das zweite Stadium kennzeichnet sich durch übermäßige Sensibilität gegenüber Reizen und vermehrt aggressives Verhalten. Grundloses Lautgeben, heiseres Bellen sowie Schluckbeschwerden können ebenfalls auftreten. Erschöpfung und Lähmung bis hin zum Koma sind Merkmale des dritten und letzten Stadiums der Krankheit. Der bekannte Schaum vor dem Mund entsteht durch übermäßiges Speicheln aufgrund der Lähmung des Rachens und ist ein klassisches Anzeichen für Tollwut.

Stellen Sie derartige Symptome bei ihrem oder einem anderen Haus- oder Wildtier fest, dürfen Sie sich ihm unter keinen Umständen nähern oder es berühren. Behalten Sie einen sicheren Abstand bei und informieren Sie umgehend die Behörden – Tollwut ist eine anzeigepflichtige Tierseuche!

Die Impfung gegen Tollwut kann sowohl für Mensch als auch für Tier lebensrettend sein. Für bestimmte Risikogruppen gibt es die Möglichkeit einer Auffrischungsimpfung, und diese ist auch direkt nach einem Biss zu empfehlen. Wesentlich ist, nach Kontakt mit einem tollwütigen Tier schnell zu handeln. Denn die Impfung kann nur in den ersten 24 Stunden helfen, da der Erreger so lange braucht, um ins Zentralnervensystem einzudringen.

 

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