Australian Shepherd (Hunderasse) – ein leidenschaflicher Schäfer

australian shepherd blaue augen red merle aussehen hunderasse
Australian Shepherd Rüde mit blauen Augen in der Farbe Red Merle / Foto: Pixabay

Wer sich einen Australian Shepherd ins Haus holt, bekommt einen lebhaften und treuen Begleiter. Der Aussie ist jedoch ein echter Amerikaner, auch wenn der Name wohl zunächst auf ein anderes Ursprungsland schließen lässt.

Die Hunderasse Australian Shepherd (zu dt. „australischer Schäfer(hund)“ wird vorwiegend als Familienhund oder Arbeitshund gehalten – bei konsequenter Erziehung und liebevoller und ausreichender Beschäftigung an der Tagesordnung ist dies auch problemlos möglich.

Australian Shepherd – Klassifizierung FCI

FCI-Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde
Sektion 1: Schäferhunde
Ohne Arbeitsprüfung
Ursprungsland: USA
FCI-Standardnummer: 342

Widerristhöhe:
Rüden: 51–58 cm
Hündinnen: 46–53 cm
Gewicht: ca. 28–32 kg
Verwendung: Hütehund, Arbeitshund und Wachhund

Geschichte und Herkunft

Entgegen seines Namens hat sich der australische Schäferhund nicht in Australien entwickelt, sondern wurde hauptsächlich in den USA gezüchtet und als Hütehund eingesetzt. Ursprünglich sollen die Vorläufer der Rasse von baskischen Schafhirten nach Amerika gebracht worden sein, die um 1800 aus Australien auswanderten. Die ebenfalls mitgebrachten Merinoschafe wurden in Amerika „Australian Sheep“ (zu dt. „australische Schafe“) genannt, und deren Hütehunde erhielten bald die Bezeichnung „Australian Shepherd“ (zu dt. „australischer Schäfer“).

Nach dem zweiten Weltkrieg stieg die Beliebtheit der Rasse zusammen mit der neuen Begeisterung des Fernsehens und des Kinos fürs Westernreiten, Rodeos und Pferderennen; der Country-Lifestyle wurde zu einem wichtigen Bestandteil der amerikanischen Kultur. In den ländlichen Gebieten waren die australischen Schäferhunde aufgrund ihrer Gelehrigkeit, ihres Arbeitseifers und ihres ausgeprägten Herdentriebs nicht von den Farmen und Ranches wegzudenken. Die vielen positiven Arbeitseigenschaften wie Intelligenz und eigenständiges Handeln wurden von den Farmern weiter gefördert und erhalten, genauso wie das attraktive Erscheinungsbild der Rasse, für das die australischen Schäferhunde noch heute sehr geschätzt werden. Das erste Zuchtregister wurde 1957 vom Australian Shepherd Club of America (ASCA) eröffnet, der aktuelle Rassestandard folgte 1977. Erst in den 1970er Jahren kam der australische Schäferhund langsam nach Europa, und 1996 nahm ihn die FCI in ihre Verzeichnisse auf.

Wesen und Charakter

Ursprünglich wurde die Hunderasse für den Herdenbetrieb eingesetzt. Das schlägt sich auch heute noch in der Wesensart des Hundes nieder. Er ist ein ausgeglichener und aktiver Hüte- und Treibhund, der arbeitsfreudig, aber nicht ausgeprägt streitsüchtig ist. Ein einfacher Spaziergang ist allerdings nicht genug, um ihn körperlich und geistig entsprechend auszulasten, und er hat viel Freude an diversen Hundesportarten wie Agility oder Obedience (Gehorsamkeitstraining). Die Rasse wird von Behörden und Rettungsdiensten aufgrund seiner Pflichttreue und Intelligenz auch gerne zur Fährtenarbeit eingesetzt. Als Besitzer dieser Rasse muss man sich ausgiebig mit den besonderen Anforderungen des „Aussies“ beschäftigen, um ihn auch als Familienhund halten zu können. Fremden gegenüber kann er erst etwas reserviert sein, aber grundsätzlich ist der australische Schäferhund ein gutmütiger, gefälliger und freundlicher Vierbeiner.

Auch mit anderen Hunden hat der Australian Shepherd kein Problem. Hier sieht man ihn mit einer französischen Bulldogge und einem Sandros Leisha Dog.

australian shepherd australien sheepherd australischer schäfer aussie merle französische bulldogge
Der Blue Merle Aussie Tiago hat ein besonders liebes Wesen. / Foto: Franz Unger
australian shepherd australien aussie blue merle bunt gefleckt
Der Sandros Leisha Dog ist eine ganz spezielle Züchtung, aber als Welpe einfach nur entzückend. /Foto: Franz Unger

Erscheinungsbild

Der australische Schäferhund ist ein wohlproportionierter, mittelgroßer Hund, dessen kräftiger Körper etwas länger als hoch sein sollte. Er bewegt sich lebhaft und geschmeidig und trotz seiner ausgeprägten Muskulatur ohne Schwere. Der Kopf ist ebenfalls kräftig und trocken, der Schädel eher flach. Je nach Fellfarbe weist der Nasenschwamm entweder eine schwarze oder braune Pigmentierung auf, bei Merlehunden sind auch kleine rosarote Fleckchen zulässig. Die Rute ist gerade, aber auch natürliche Stummelruten (meist kürzer als 10 cm) können durchaus vorkommen. Die zulässigen Augenfarben umfassen braun, blau und bernsteinfarben sowie Kombinationen und Variationen dieser Farben.

Das Fell des australischen Schäferhundes ist von mittlerer Länge und Textur, gerade bis leicht gewellt und sehr wetterbeständig. Je nach Klima ist die Unterwolle entsprechend dicht. Die Hinterseiten der Vorderläufe und die „Hosen“ sind mit einer mäßigen Beferdung ausgestattet. Es wird zwischen den vier Grundfarben schwarz, rot, Bluemerle und Redmerle unterschieden, die jeweils mit oder ohne kupferfarbene bzw. weiße Abzeichen auftreten können – somit ergeben sich insgesamt 16 Farbvarianten, die allesamt gleichermaßen zulässig sind. Bluemerle Hunde können mit zunehmendem Alter dunkler werden.

australian shepherd australien sheepherd australischer schäfer hund blue merle welpe aussie
Viele schätzen den australischen Schäferhund wegen seiner schönen Fellfarben - hier in Bluemerle. Und den Welpen Tiago muss man einfach lieben. / Foto: Franz Unger

Gesundheit

Der australische Schäferhund kann eine rassespezifische Überempfindlichkeit gegenüber mehreren Arzneistoffen ausprägen, ungefähr jeder dritte Hund ist Träger dieses Gendefekts. Bei der Verpaarung von Merlehunden mit anderen Merlehunden kommt es häufig zu Blindheit und/oder Taubheit der Welpen, weshalb diese Paarungen in vielen Ländern mittlerweile ungesetzlich sind.

Wusstest du, dass der australische Schäferhund...

… unter mehreren Namen bekannt war?

Im Laufe der Zeit wurde der australische Schäferhund auch „spanischer Schäferhund“ genannt, wahrscheinlich aufgrund der baskischen Hirten, die ihn ursprünglich in Amerika einführten. Er war in den USA aber unter anderem auch als „Pfarrershund“, „blauer Schäferhund“, „kalifornischer Schäferhund“ oder „neuer mexikanischer Schäferhund“ bekannt.

Die Rasse im Überblick

Bewegung

hund Rasse hunde rasse portrait beschreibung eigenschaften bewegung fellpflege aussehen familie anfänger im Überblick - Bewertung 4 von 4

Fellpflege

hund Rasse hunde rasse portrait beschreibung eigenschaften bewegung fellpflege aussehen familie anfänger im Überblick - Bewertung 2 von 4

Familienfreundlichkeit

hund Rasse hunde rasse portrait beschreibung eigenschaften bewegung fellpflege aussehen familie anfänger im Überblick - Bewertung 4 von 4

Anfängertauglich

hund Rasse hunde rasse portrait beschreibung eigenschaften bewegung fellpflege aussehen familie anfänger im Überblick - Bewertung 2 von 4

Australian Shepherd Welpen (Video)

Wie sehen Australian Shepherd Welpen aus? Und wie entwickeln sie sich? Das folgende Video zeigt die 1. bis 8. Woche im Zeitraffer.

Interview mit Aussie-Fan Christian Hörzer

Wie bist du auf die Rasse aufmerksam geworden? Und wo hast du dich über den Australian Shepherd informiert?

Lange war an einen Hund aus zeitlichen Gründen nicht zu denken. Als dann irgendwann Anfang des letzten Jahres die Entscheidung gefallen ist einen Hund anzuschaffen, haben wir uns bei auf Webseiten von Tierheimen, Hilfsvereinen und anderen Plattformen erkundigt. Dabei sind wir auf die Rasse gestoßen.

Warum hast du dich genau für diese Hunderasse entschieden? Und welche Eigenschaften waren dir bei der Auswahl wichtig?

Australian Shepherd Liam mit Herrchen Christian
Christian Hörzer mit seinem Australian Shepherd Rüden Liam / © Foto: Christian Hörzer

Grundsätzlich war ich auf keine Rasse fixiert. Mein Wunsch war ein größerer Hund – mindestens Kniehöhe, aber auch nicht allzu riesig – mit dem man etwas unternehmen kann und der sich mit unseren Katzen verträgt. Zu Ostern 2017 zog dann ein Aussie-Welpe bei uns ein.

Welche „rassetypischen“ Eigenschaften sind besonders herausfordernd?

Aussies sind Hütehunde, aktiv, wachsam und wahnsinnig intelligent. Es ist eine große Herausforderung, dem Hund zu lernen, sich zu entspannen. Durch den Hüte-Instinkt reagieren sie stark auf Geräusche und Bewegungen. Der Hund will gefordert werden, braucht geistige und körperliche Aufgaben, lange Spaziergänge, viel Training, Nasenarbeit und vor allem Konsequenz. Die Rasse lernt relativ rasch neue Kommandos, aber finden auch sehr schnell heraus, wie sie ihren Willen durchsetzen können – zumindest wenn man hier nicht konsequent oder nicht aufmerksam genug ist. Sie lernen unser Verhalten schneller als wir ihres.

Wie sieht dein Alltag mit Hund aus?

Mein Arbeitstag hat sich verändert. Früher war ich meist der erste im Büro und leider oft auch der letzte. Jetzt gehe ich es entspannter an: Es wird gemütlicher gefrühstückt, dann bekommt der Hund sein Futter und dann folgt der erste Spaziergang – wobei rund 50 Prozent davon mit Training verbunden sind. Danach fahren wir gemeinsam ins Büro. Dort spielt er dann meistens noch ein wenig mit und legt sich hin. Zu Mittag gehen wir eine kleinere Runde raus und am Nachmittag gibt es dann nochmal Action: Ballspielen, Rückruftraining, Nasenarbeit oder im Sommer ab in die Mur zum Plantschen. Am Abend machen wir dann noch einen längeren Spaziergang und Spiele gibt es immer zwischendurch. Am Wochenende machen wir öfters Ausflüge, damit sich Liam bewegen kann. Auch Hundeschule und Trainingseinheiten stehen natürlich regelmäßig am Plan. Kurz gesagt, ich sitze weniger im Büro und bin wieder mehr in der Natur.

Weitere Hunderassen

Du kannst von Hunden nicht genug bekommen? Wir auch nicht! In unseren Rasseporträts erfährst du alles über die Merkmale, Geschichte und Besonderheiten verschiedener Hunderassen!

Du hast einen tollen Rassehund, der in unseren Rasseporträts nicht fehlen darf? Oder hast Anregungen und Wünsche zu den Porträts, die du mit uns teilen möchtest? Deine Meinung ist uns wichtig. So einfach geht’s: E-Mail an [email protected]